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DFB-Pokal : Robbens Verletzung trübt den Sieg

Unglücklicher Moment: Arjen Robben am Knie verletzt Bild: AFP

Die Siegesserie des Meisters hält auch im Pokal gegen die kampfstarken Augsburger. Robben trifft beim 2:0 früh und muss kurz darauf verletzt vom Platz.

          3 Min.

          Selten waren sich zwei Trainer vor einer Partie so einig. Und zwar nicht darin, dass der FC Bayern München in Augsburg gewinnen würde – was er am Mittwoch durch Tore von Arjen Robben (4. Minute) und Thomas Müller (78.) etwas mühevoll mit 2:0 schaffte. Nein, sie waren sich einig darin, dass es nicht ewig so weitergehen wird. „Irgendwann wird die Bayern-Serie enden“, hatte Markus Weinzierl seinem Team Mut gemacht vor dem Pokal-Derby. „Sie werden nicht ewig alle Spiele gewinnen“. Der Kollege Pep Guardiola war überraschend derselben Meinung gewesen: „Früher oder später wird Bayern ein Spiel verlieren“.

          Christian Eichler

          Sportkorrespondent in München.

          Aber eben nicht dieses Spiel beim kleinen Nachbarn, das der Bayern-Trainer „ein Finale“ nannte und „das wichtigste Spiel vor der Winterpause“, also wichtiger sogar als die Klub-Weltmeisterschaft in Marokko in der übernächsten Woche. „Eine unglaublich kämpferische, laufstarke Mannschaft“ hatte der Katalane von den Augsburgern erwartet, und die bestätigten ihn. Schon nach zwei Minuten verfehlte Daniel Baier das Bayern-Tor mit einem wuchtigen 25-Meter-Diagonalschuss nur knapp.

          Doch im Gegenzug führte gleich der erste Angriff der Bayern zum Ziel. Mittelstürmer Mario Mandzukic, der in die Startformation zurückgekehrt war, ließ einen Rafinha-Pass auf Robben prallen, der den sehr behäbig reagierenden Innenverteidiger Jan-Ingwer Callsen-Bracker locker überlief. Aus kurzer Entfernung blieb er zunächst noch an Torwart Marwin Hitz hängen, hatte dann jedoch Glück, den Abpraller zu erwischen, den er aus spitzem Winkel über die Linie drückte.

          Blutiges Spiel: Arjen Robbens Knie nach dem Foul in Augsburg
          Blutiges Spiel: Arjen Robbens Knie nach dem Foul in Augsburg : Bild: AFP

          Der Holländer schien an die Top-Form der vergangenen Woche anzuknüpfen, als er in Dortmund, in Moskau und gegen Braunschweig vier schöne Tore erzielt hatte. Doch sein Einsatz dauerte nur 14 Minuten. Er verletzte sich in einem Zweikampf, der überflüssig war, weil der Linienrichter längst eine Abseitsstellung angezeigt hatte. Doch Robben und Torwart Hitz, hatten das offenbar nicht bemerkt und gingen mit vollem Einsatz in das Duell, der eine, um das Tor zu erzielen, das keins gewesen wäre, der andere, um es zu verhindern. Dabei erwischte Hitz Robben mit der offenen Sohle am rechten Knie, wo sich sofort eine tiefe, blutende Risswunde auftat, die die weiße lange Unterhose des Bayern-Stars rot färbte. Hitz erhielt die Gelbe Karte, Robben musste durch Thomas Müller ersetzt werden.

          Zunächst wurde der Niederländer in der Kabine behandelt. Später musste er dann doch noch in die Klinik, um die Wunde reinigen und näheren zu lassen. Vermutlich muss Robben wochenlang aussetzen. Trainer Pep Guardiola äußerte aber nach dem Spiel noch die Hoffnung, ihn bei der Klub-WM in Marokko am Wochenende vor Weihnachten einsetzen zu können.

          Klaffende Platzwunde: Der Torschütze muss raus
          Klaffende Platzwunde: Der Torschütze muss raus : Bild: dpa

          Die Bayern wirkten nach dem Ausscheiden ihres agilsten Spielers eine halbe Stunde lang ungewohnt gehemmt. Die Augsburger dagegen drängten vor allem über ihre starken Flügel und brannten zwischen der 19. und 22. ein Drei-Minuten-Feuerwerk ab. Erst scheiterte Sascha Mölders mit einem Kopfball an Torwart Manuel Neuer, dann wurde ein Volley von Halil Altintop abgeblockt, schließlich scheiterte der pfeilschnelle Rechtsaußen André Hahn mit einem Schuss aus zwanzig Metern an Neuer. Den Bayern behagte die harte körperliche Gangart der Augsburger nicht, ihnen gelang lange Zeit kaum ein kontrollierter Spielaufbau – bis kurz vor der Pause Mario Götze sich in seiner einzigen guten Szene mit einem Hackentrick Platz für einen Lupfer in den Lauf von Müller verschaffte, der jedoch im Laufduell mit Matthias Ostrzolek zu Fall kam und vergeblich Elfmeter forderte.

          Auf Müller ist Verlass

          Guardiola wirkte gar nicht zufrieden beim Gang in die Kabine – sein Team kam entsprechend motiviert wieder heraus. Mandzukic scheiterte aus spitzem Winkel an Hitz (55.), David Alabas Schuss aus zwölf Metern wurde abgeblockt (59.). Trainer Weinzierl erinnerte sich nun an seinen vorher geäußerten Glauben, „dass die Sensation möglich ist“ und brachte mit Raul Bobadilla und Arkadiusz Milik zwei neue Stürmer für die wirkungslosen Mölders und Altintop – damit aber nur ein wenig neuen Schwung.

          Auf Müller ist Verlass: der Einwechselspieler kommt und trifft
          Auf Müller ist Verlass: der Einwechselspieler kommt und trifft : Bild: AFP

          Mehr Effekt hatte Guardiolas Einwechslung von Franck Ribéry, der nach überstandenem Rippenbruch für den unauffälligen Götze kam und prompt von Mandzukic aussichtsreich geschickt wurde, jedoch auf Müller abspielte, dem der Ball über den Fuß sprang. Besser machte es der Nationalspieler in der 78. Minute, als Jerome Boateng einen abgewehrten Eckball wieder vors Tor brachte und Müller einköpfte.

          In diesem Moment war klar, dass die Augsburger Hoffnungen auf die Münchner Schlagbarkeit verfrüht waren. Irgendwann vielleicht – aber jetzt noch nicht.

          FC Augsburg - Bayern München 0:2 (0:1)

          FC Augsburg: Hitz - Verhaegh, Callsen-Bracker, Klavan, Ostrzolek - Baier - Hahn, Vogt, Altintop (63. Milik), Werner (76. Holzhauser) - Mölders (63. Bobadilla)
          Bayern München: Neuer - Rafinha, Boateng, Dante, Alaba - Thiago - Robben (16. Müller), Javi Martínez, Kroos (86. Højbjerg), Götze (67. Ribéry) - Mandzukic
          Schiedsrichter: Zwayer (Berlin)
          Zuschauer: 30 660 (ausverkauft)
          Tore: 0:1 Robben (4.), 0:2 Müller (78.)
          Gelbe Karten: Baier, Hitz, Verhaegh / Müller

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