https://www.faz.net/-gtl-9oy2n

DFB-Pokal : BVB nimmt erste Hürde

  • -Aktualisiert am

Torschützen unter sich: Marco Reus und Paco Alcacer (links) bringen den BVB auf Siegkurs. Bild: dpa

Kevin Großkreutz konnte seinen BVB nicht stoppen: Der Ur-Dortmunder unterliegt mit dem KFC Uerdingen gegen seine große Liebe. Nürnberg trifft spät. In Sandhausen quält sich Mönchengladbach nach einem Gewitter weiter.

          Zumindest in den Momenten vor dem Anpfiff stand Kevin Großkreutz, der Mann, der die Schlagzeilen zum Duell zwischen dem KFC Uerdingen und Borussia Dortmund beherrscht hatte, auch auf dem Rasen im Mittelpunkt. Der ehemalige BVB-Profi, dessen Herz immer noch am Team seiner Heimatstadt hängt, war mit seinen beiden Kindern auf den Platz gelaufen, das war ein schönes Bild. In dem ganz und gar unspektakulären Fußballspiel, das dann folgte, blieb Großkreutz jedoch ziemlich unauffällig. Mit viel Mühe und ohne jeden Glanz gewann der Favorit aus der Bundesliga 2:0 (0:0) bei dem Drittligaverein aus Krefeld und erreichte die zweite Runde des DFB-Pokals.

          DFB-Pokal
          ANZEIGE

          „Es war nicht schwerer als erwartet, wir wussten, was auf uns zukommt“, sagte Julian Weigl. „In der ersten Pokalrunde ist immer viel möglich, auch für die kleinen Vereine. Deswegen mussten wir hier erst einmal arbeiten. Für uns war es wichtig, geduldig zu bleiben. Ich denke, wir haben verdient gewonnen.“ Bei Uerdingens Torwart Lukas Königshofer war die Enttäuschung zwar „groß“. Aber, „dass der Gegner Borussia Dortmund heißt, wird es in den nächsten Stunden und Tagen einfacher machen. Darauf können wir aufbauen. Ich bin stolz auf die Jungs.“ Großkreutz hatte in seiner Dortmunder Zeit einmal den Pokal sowie zweimal die Meisterschaft gewonnen und lässt keine Gelegenheit aus, seine Liebe zum BVB zu bekunden. „Es war sehr schön, die alten Kollegen und die Fans zu sehen“, sagte er nach dem Abpfiff. „Borussia Dortmund wird immer mein Verein bleiben.“

          Halbwegs offen war das Spiel vor 32.000 Zuschauern im Uerdinger Ausweichstadion in Düsseldorf immerhin eine Halbzeit lang, als der große Favorit zwar etliche Abschlussoptionen hatte, wie einen Kopfball von Lukasz Piszczek, den Kevin Großkreutz auf der Linie klärte (5. Minute), aber ohne Treffer blieb. Paco Alcácer vergab gleich vier gute Möglichkeiten, aber den meisten Angriffen mangelte es an Klarheit. Sportdirektor Michael Zorc hatte es geahnt, als er vor dem Anpfiff erklärte, er habe jedes Jahr „sehr viel Respekt vor dieser ersten Pokalrunde, weil man gegen Mannschaften spielt, die schon im Rhythmus sind“. Und tatsächlich hatte der KFC schnell eine gute Möglichkeit, als Roberto Rodriguez einen hübschen Angriff mit einem tollen Schuss aus 18 Metern krönte, den Marvin Hitz über die Latte leitete (7.).

          BVB spaziert Richtung Abpfiff

          Der Torhüter ersetzte wie schon beim Supercup am vorigen Wochenende den an einer Risswunde am Schienbein laborierenden Stammkeeper Roman Bürki. Neu im Team waren im Gegensatz zum Sieg gegen die Bayern Thorgan Hazard, der sein Pflichtspieldebüt für den BVB feierte. Und natürlich Mats Hummels, der erstmals nach 1175 Tagen wieder eine Wettbewerbspartie für den Revierklub absolvierte, jedoch nicht immer souverän wirkte. Ein Ballverlust des 30 Jahre alten Profis ermöglichte die beste Möglichkeit der Krefelder, plötzlich lief Osayamen Osawe, zwar schräg, aber sehr unbedrängt aufs Dortmunder Tor zu, schloss jedoch zu schwach ab (38.).

          Begrüßung unter Freunden: Der Uerdinger Kevin Großkreutz und BVB-Kapitän Marco Reus haben früher zusammengespielt.

          Das war der Moment, in dem die Partie vielleicht eine andere Wendung hätte nehmen können, aber kurz nach der Pause fiel dann doch das 1:0, als Marco Reus eine Flanke von Manuel Akanji am Elfmeterpunkt mit der Brust mitnahm und dann klug vollendete (49.). Und nachdem Alcácer dann per 28-Meter-Freistoß zum 2:0 getroffen hatte (70.), war der Uerdinger Widerstand gebrochen und der BVB spazierte in Richtung Abpfiff.

          Nürnberg und Mönchengladbach gewinnen spät

          Bundesliga-Absteiger 1. FC Nürnberg ist dank eines späten Treffers von Nikola Dovedan in die zweite Runde des DFB-Pokals eingezogen. Der Zugang vom 1. FC Heidenheim erzielte beim 1:0 (0:0) des Zweitligisten beim Drittligisten FC Ingolstadt in der 87. Spielminute den entscheiden Treffer. Der viermalige Titelträger Nürnberg vermied damit sein erstes Erstrunden-Aus seit 2014/15, Zweitliga-Absteiger Ingolstadt scheiterte wie im Vorjahr (1:2 in Paderborn) an seiner Auftakthürde.

          Vor 14.348 Zuschauern trafen beide Mannschaften bereits in der ersten Halbzeit, doch sowohl das Tor von Ingolstadts Thomas Keller (2.) wie auch jenes von Nürnbergs Asger Sörensen (22.) zählten wegen Abseitspositionen nicht. Kurz vor Schluss verhinderte Dovedan schließlich die Verlängerung.

          In Sandhausen drohte Borussia Mönchengladbach zwar nicht wirklich ein Ausscheiden. Beim 1:0-Sieg nach einem Treffer von Zugang Marcus Thuam (19.) hätte die Borussia aber beinahe noch nach Mitternacht auf dem Platz stehen müssen. Der Anpfiff in Sandhausen hatte sich nämlich um 45 Minuten verzögert, weil ein Gewitter einen früheren Spielbeginn unmöglich gemacht hatte.

          Beim Pflichtspieldebüt von Trainer Marco Rose hatte Mönchengladbach dann mehr Probleme als erwartet. Sandhausen bleib bis zum Schluss ein tapferer Herausforderer, letztlich reichte es aber nicht für die Pokalüberraschung. (sid)

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Robert O'Brien Anfang August in Stockholm in seiner Funktion als Sondergesandter für Geiselangelegenheiten

          Vereinigte Staaten : Robert O’Brien wird Nationaler Sicherheitsberater

          Präsident Trump hat einen Nachfolger für den geschassten Nationalen Sicherheitsberater John Bolton gefunden: Robert O’Brien, bislang „sehr erfolgreich“ als Sondergesandter für Geiselangelegenheiten tätig, soll den Posten übernehmen.

          Ter Stegen, Neuer und Löw : Der simulierte Konkurrenzkampf

          Manuel Neuer ist und bleibt die Nummer eins von Bundestrainer Joachim Löw in der deutschen Nationalmannschaft – auch weil Marc-André ter Stegen nie beweisen durfte, ob er es besser kann.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.