https://www.faz.net/-gtl-a7y4u

DFB-Pokal gegen Darmstadt : Bayern-Bezwinger Kiel siegt in der Lotterie

  • -Aktualisiert am

Kiel gewinnt: Simon Lorenz nach dem finalen Schuss Bild: EPA

Im Duell der Zweitligaklubs setzt sich Kiel im DFB-Pokal gegen Darmstadt durch. Die „Störche“ bleiben wie schon in der Runde davor gegen den FC Bayern im Elfmeterschießen nervenstark und kommen weiter.

          2 Min.

          Sie gingen über die volle Distanz und standen am Hände dennoch mit leeren Händen da. Der SV Darmstadt 98 hat am Dienstagabend das Viertelfinale des DFB-Pokals und einen Höhepunkt in der jüngeren Vereinsgeschichte verpasst. Zudem ließen sich die „Lilien“ auch eine Einnahme von rund einer Million Euro entgehen.

          DFB-Pokal

          Nach 120 Minuten hatte es 1:1 gestanden, im Elfmeterschießen vermochte SVD-Torhüter Marcel Schuhen zwar zwei Kieler Versuche zu parieren, doch die Kollegen Marvin Mehlem, Mathias Honsak und Tim Skarke vergaben den Punkt. Letztmalig hatten die Darmstädter vor 34 Jahren in der Runde der letzten Acht gestanden. Holstein hatte schon einmal gute Nerven bewiesen: Vor 20 Tagen hatten die Norddeutschen in der Runde zuvor den FC Bayern München ebenfalls im Elfmeterschießen ausgeschaltet.

          SVD-Coach Anfang hatte im Vergleich zum Remis in der Liga in Regensburg drei Tage zuvor seine Startformation gleich auf fünf Positionen verändert. Überraschend kam vor allem, dass Felix Platte anstelle von Torjäger Serdar Dursun stürmte. Victor Palsson begann nach Verletzungspause erstmals seit Anfang November wieder. Die Hessen hatten sich an der Förde kaum aufgestellt, da mussten sie auch schon die erste Schrecksekunde überstehen.

          In der dritten Minute spielten die Kieler Reese halbrechts am Strafraumrand frei – dessen Lupfer verfehlte aber das Ziel. In der 16. Minute war es der sehr aufmerksame SVD-Torhüter Marcel Schuhen, der Reese gekonnt ausbremste. Zuvor hatten indes die „Lilien“ eine starke Phase, als sie mit viel Energie und Geschick Vorstöße initiierten. Und sie wurden beinahe belohnt. Doch der Schuss von Mathias Honsak (9.) klatschte gegen den Pfosten. Bis zur Halbzeitpause neutralisierten sich die beiden Teams danach weitgehend.

          Auch in der zweiten Hälfte erwischten die Norddeutschen den besseren Start. Die Südhessen konnten von Glück sagen, dass eine schnelle Kieler Kombination (47.) nicht sofort zum Erfolg führte. Kurz darauf war es aber passiert: Serra entwischte SVD-Innenverteidiger Immanuel Höhn und hob den Ball gekonnt zum Führungstreffer ins Netz (58.). Die Darmstädter versuchten mit Verve darauf zu antworten, waren auch grundsätzlich gut drin in dieser auf spielerisch gutem Niveau stehenden Partie. Tobias Kempe vermochte den Ball aber aus der Nahdistanz nicht durch das Gewirr an Beinen vor ihm Richtung Tor zu bugsieren (61.).

          Solange die „Lilien“ allerdings noch auf eine ausgeprägte defensive Absicherung achteten, entfachte ihr Vorwärtsdrang gegen den Zweitliga-Dritten nicht genug Power. Coach Anfang tauschte in der Schlussphase sein Personal aber im großen Stil aus – und brachte auch seinen prominenten Joker Dursun. Und der stach tatsächlich sofort. Der Deutschtürke erzielte nach Vorarbeit von Honsak und unter ungewollter Mithilfe des KSV-Torwarts den Ausgleich (86.).

          Durch ihr nicht nachlassendes Engagement, das sie aber auch mit spielerisch guten Passagen anreicherten, hatte sich der SVD die Extraschicht verdient. In der Verlängerung kam Dursun noch zwei Mal zum Abschluss (96. und 109.), was die leichte Überlegenheit der Darmstädter während der Zusatzminuten dokumentierte. Seung-ho Paiks Schuss (112.) geriet zu unplaziert. Dann begann das Hin und Her im Elfmeterschießen – mit dem besseren Ende für Kiel.

          Weitere Themen

          Die große Dursun-Show

          Darmstadt 98 : Die große Dursun-Show

          Der beste Stürmer der „Lilien“ trifft beim 5:1 gegen Heidenheim gleich viermal. Die Lücke, die der im Sommer wohl ablösefrei wechselnde Angreifer von Format hinterlässt, wird immer größer.

          Topmeldungen

          Israelische Polizisten bei einer Demonstration am 12. Mai in Lod

          Ausschreitungen in Israel : „Es geht ihnen nicht um Koexistenz“

          Nach den Unruhen in Jerusalem ist die Gewalt in vielen gemischten Orten in Israel eskaliert. Besonders schlimm war es in Lod, einer Achtzigtausend-Einwohner-Stadt, in der jeder Dritte einen arabischen Hintergrund hat.
          Streitobjekt in der Klimadebatte: Lufthansa-Flugzeug landet in Frankfurt.

          Klimadebatte : Der Zug ist im Inland günstiger als der Flug

          Keine Inlandsflüge und keine Billigtickets mehr – mit diesen Forderungen wird Fliegen zum Wahlkampfthema. Dabei gibt es innerdeutsch schon jetzt fast keine Schnäppchen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.