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Überraschung im DFB-Pokal : Kaiserslautern lässt den Betze beben

  • -Aktualisiert am

Jubel bei Kaiserslautern: Torschütze Manfred Starke (Mitte) wird von Mitspielern umringt. Bild: EPA

In der ersten Runde des DFB-Pokals setzt sich der 1. FC Kaiserslautern spektakulär mit 2:0 gegen Mainz 05 durch. Die Freude der Heimfans ist riesengroß – die Anhänger der Gäste aber sorgen für hässliche Szenen.

          Kurz vor Schluss, als absehbar war, dass ihr Team dieses Spiel nicht mehr umbiegen würde, erwiesen sich die Ultras des FSV Mainz 05 als schlechte Verlierer. Als dumme obendrein. Nicht nur, dass sie mehr als ein Dutzend brennender Fackeln aufs Spielfeld warfen, sie setzten damit auch das große „Q-Block-Power“-Banner in Brand, das sie vor ihrem Block aufgehängt hatten. Die Aufforderung von Stadionsprecher Horst Schömbs, „bitte akzeptiert, dass ihr heute leider 2:0 zurückliegt“, kam zu spät. Dieses DFB-Pokalderby beim 1. FC Kaiserslautern mit Anstand zu verlieren, brachte ein großer Teil der Mainzer Fans nicht fertig. Dass einige anschließend auch noch die eigene Elf bepöbelten, passte ins Bild.

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          Sandro Schwarz ging anders mit der Niederlage um. Unmittelbar nach dem Abpfiff gratulierte der 05-Trainer seinem Lauterer Kollegen Sascha Hildmann, danach versammelte er seine Spieler in der Kabine. Nicht um laut und vorwurfsvoll zu werden, wie er berichtete, sondern um ihnen erste Analyseelemente mit auf den Weg zu geben. Und um ihnen zu sagen, „dass sie Enttäuschung zulassen dürfen, dass auch Wut dazugehört. Aber wir wollen jetzt auch keine spezielle Stimmungslage nach diesem Pokalspiel erzeugen – am Dienstag beginnt die Vorbereitung auf ein anderes Spiel“.

          Die Mainzer waren freilich selbst schuld, dass sie den Betzenberg mit schlechten Gefühlen verließen. Bis in die Mitte der ersten Halbzeit waren sie dem Drittligaklub überlegen, ließen den Ball so schnell und sicher laufen, dass die Lauterer gar nicht erst in Zweikämpfe kamen. „Wenn wir da zwei, drei Tore schießen, geht das Spiel anders aus“, sagte Danny Latza, der neue Kapitän. Sein Ansatz war richtig, es hatte genügend Situationen gegeben, in denen die Mainzer hätten in Führung gehen können.

          Robin Quaison scheiterte in einem Eins-gegen-eins-Duell am stark parierenden Torwart Lennart Grill (5.), zwei Distanzschüsse des Schweden waren nicht schlecht (8., 17.). Warum er aber den Ball freistehend aus fünf Metern nicht im Tor unterbrachte, war schwer verständlich. Alleine die Fülle der Möglichkeiten hätte wenigstens für einen Treffer reichen müssen. „Wir haben ein sehr gutes Spiel abgeliefert und sind unserem Anspruch gerecht geworden“, sagte Sandro Schwarz später mit Blick auf diese Phase. „Wir hatten eine sehr gute Kontrolle, Zug zum Tor, Möglichkeiten.“

          Als aber die Lauterer nach einem Konter über Timmy Thiele, den Karim Onisiwo tief in der eigenen Hälfte auf Kosten einer Gelben Karte unterband, ihre Chance erkannten, verloren die Mainzer rasch den Faden. „Wir waren einen Tick unruhiger, hatten einige Ballverluste und standen in der Restverteidigung nicht mehr gut“, monierte ihr Trainer.

          Enttäuschung in unterschiedlicher Ausprägung: Mainz-Profi Jean-Paul Boetius steht auf dem Feld, hinter ihm brennt Pyrotechnik.

          Die Hoffnung, das Derby nach dem Seitenwechsel in die anfänglichen Bahnen zu lenken, erfüllte sich nicht. Der Elfmeter gegen Stefan Bell, den Schwarz nicht gegeben hätte („Bell hat sein Bein vor den Ball gebracht, Thiele hat ihm in die Achillesferse getreten und ist umgefallen“), verlieh dem Geschehen eine neue Dynamik. Mit dem 1:0 im Rücken machte der FCK das Spiel zu einem richtigen Pokalfight. Und der Favorit? Rannte an, verpasste den Abschluss, war insgesamt nicht präzise genug. „Die Bereitschaft war da, aber viele kleine Momente waren nicht auf unserer Seite“, sagte Schwarz. Der letzte große Moment war der Konter, mit dem Florian Pick das 2:0 erzielte.

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