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Hamburger Pokal-Coup : Das Beste kommt erst noch

  • -Aktualisiert am

Elfer-Rat: Kainz lässt sich seinen Patzer erklären, der HSV jubelt. Bild: Imago

Tempo, Mut und ein wenig Glück: Der HSV spielt in Köln mit hohem Einsatz. Nach ihrem Sieg freuen sich die Hamburger aufs Derby gegen den FC St. Pauli: „Das Spiel ist noch wichtiger.“

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          Selbst nach 120 Minuten Pokalfußball und zehn ausgeführten Elfmetern waren die Profis des Hamburger SV erstaunlich wach im Kopf. Die meisten anderen Anwesenden im Müngersdorfer Stadion rätselten noch, ob der 1. FC Köln nun tatsächlich verloren hatte, obwohl Florian Kainz den Ball gerade vom Elfmeterpunkt ins Tor befördert hatte. Auf der Anzeigetafel erschien eine seltsame Botschaft aus dem Videokeller von der anderen Rheinseite: „Kein Tor“.

          DFB-Pokal

          Zur Begründung wurde ein Fehlverhalten des Torhüters genannt, wohl weil es keinen passenden Code für die Kuriosität gab, die sich ereignet hatte und deren Konsequenz nur langsam ins Bewusstsein der 750 Zuschauer sickerte. Nur die Hamburger feierten und jubelten längst. „Ich habe schon einmal so einen Elfmeter gesehen“, erzählte Robert Glatzel, „einige Spieler, ich auch, haben es gleich gemerkt, dass er sein Bein angeschossen hat.“

          Kainz, der fünfte Kölner Schütze im Elfmeterschießen nach 90 torlosen Minuten, denen ein 1:1 in der Verlängerung gefolgt war, rutschte aus und traf mit seinem Rechtsschuss versehentlich seinen linken Fuß, von wo der Ball in einer überraschenden Kurve ins Tor flog. Erst jubelten viele Kölner, doch zwei Kontakte beim Elfmeter sind regelwidrig. Also zählte der Treffer nicht, das Spiel hatte ein merkwürdiges Ende gefunden, aber auch einen passenden Sieger, wie HSV-Profi Glatzel erklärte: „Das war einfach ein geiles Spiel. Es war ein typischer Pokalabend. Am Ende glücklich, aber total verdient für uns.“

          Lang auf Augenhöhe

          Tatsächlich war es dem Außenseiter im Duell mit einem fußballerisch eigentlich etwas stärkeren Gegner gelungen 120 Minuten lang auf Augenhöhe zu spielen und zu gewinnen. Auch der Kölner Trainer Steffen Baumgart, der etliche Stammkräfte erst nach und nach einwechselte, hatte „ein sehr, sehr gutes intensives Spiel“ gesehen, stand am Ende aber auf der Verliererseite.

          Damit können die Hamburger Fans auf die bislang schönste Woche der bisherigen Saison hoffen. Denn am Freitag steht das Derby gegen den FC St. Pauli bevor, gegen den Tabellenführer. „Das Spiel ist noch wichtiger für unsere Fans, wir freuen uns darauf“, sagte Glatzel zum direkten Duell der beiden Pokalsensationsteams von der Elbe im Volksparkstadion. Denn diese Tage haben das Potenzial, zu einer Art Phase des Durchbruchs für den Hamburger SV zu werden.

          Die Mannschaft hat sich stabilisiert, auf der Grundlage der besten Abwehr der zweiten Liga wird auch das Spiel mit Ball immer niveauvoller. Tim Walter lobte sein Team für seinen mutigen Spielaufbau mit vielen kleinen Pässen vom eigenen Tor bis in die gegnerische Hälfte hinein. „Die Mannschaft bleibt sich da treu“, sagte der Trainer, auch wenn sie „in solchen Szenen auch mal unter Druck kommen, machen die Jungs es überragend.“

          Der Charakter der Mannschaft hat sich geändert, seit nicht mehr erfahrene Spieler wie Aaron Hunt, Sven Ulreich, Klaus Gjasula oder Simon Terodde das Spiel prägen, sondern dynamischere Leute wie Mario Vuskovic, Ludovit Reis, Moritz Hayer oder Faride Alidou. Entsprechend groß ist Walters Vertrauen in die Physis seines Kaders. Der Trainer glaubt sogar, seine Spieler hätten in der Verlängerung von Köln die Energiespeicher eher füllen können als Kräfte zu lassen. „Wir haben viel Power und brauchen die Spiele, um noch mehr Kraft zu tanken“, sagte Walter. Das Derby kann also kommen.

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