https://www.faz.net/-gtl-8msim

Holger Badstuber : „Das war ein unglaubliches Gefühl“

  • Aktualisiert am

„Das ist wieder Emotion pur“: Holger Badstuber (rechts) ist mal wieder zurück. Bild: Picture-Alliance

Holger Badstuber ist der größte Pechvogel des deutschen Fußballs. Nach einer weiteren schweren Verletzung ist er wieder zurück beim FC Bayern – und macht auch einen zerknirschten Kollegen glücklich.

          So emotional und schön der wunderbare Pokal-Abend für Holger Badstuber auch war – auf Gänsehautmomente dieser Art möchte der Dauerpatient künftig verzichten. „Das war das letzte Mal, dass ich nach einer langen Verletzung zurückkomme. Ich will jetzt dauerhaft fit und dauerhaft bei der Mannschaft bleiben“, sagte der Fußball-Nationalspieler nach dem locker-leichten Achtelfinaleinzug des FC Bayern. Überschwänglich wurde Badstuber bei seinem ersten Pflichtspiel seit 259 Tagen gefeiert und bejubelt. „Das geht unter die Haut. Das war wieder ein unglaubliches Gefühl und berührt mich sehr. Das ist wieder Emotion pur“, schilderte es der 27-Jährige.

          Bei der Einwechslung in der 81. Minute beim 3:1 (2:0) gegen den FC Augsburg endete die nächste lange Leidenszeit in der schier unglaublichen Verletzungshistorie. Am 1. Dezember 2012 erlitt Badstuber den ersten von zwei Kreuzbandrissen im rechten Knie, musste insgesamt viermal am Gelenk operiert werden. Zwei schwere Verletzungen im linken Oberschenkel und ein Sprunggelenkbruch im Februar stoppten den Innenverteidiger abermals „Jeder, der Fußball liebt, will, dass Holger fit und gesund bleibt“, sagte Philipp Lahm.

          Der Kapitän selbst trat beim Führungstreffer nach gut 100 Sekunden als wahrer Ballkünstler auf. „Er ist ja nicht umsonst Weltmeister“, sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, der sich im Achtelfinale am 7. oder 8. Februar auf ein Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg freuen darf. Beim einseitigen Pokal-Auftritt gegen den FCA durfte Rummenigge noch über das erste Pflichtspieltor von Julian Green (41. Minute) und nach dem 1:2 durch Dong-Won Ji (69.) über das 3:1 durch David Alaba (90.+3) jubeln.

          „Vielleicht hätten wir es uns etwas einfacher machen können, wenn der Elfmeter von Thomas drin gewesen wäre. Aber das wollte er wahrscheinlich nicht“, scherzte Rummenigge. Nachdem Ja-Cheol Koo (48.) mit seinem Elfmeter an Manuel Neuer gescheitert war, versagten Müller (57.) die Nerven vom Punkt. Wieder einmal, denn in diesem Jahr scheiterte er im Champions-League-Halbfinale gegen Atlético Madrid, bei der EM im Viertelfinale gegen Italien und nun gegen den FCA. „2016 ist nicht das Jahr des Elfmeters“, sagte der 27-Jährige zerknirscht. Er will beim schnellen Wiedersehen mit dem FCA am Samstag und auch danach den Teamkollegen den Vortritt lassen.

          Bilderstrecke

          Lieber als über den nächsten Fehlschuss sprach Offensivkraft Müller über Badstuber, der mit ihm zusammen vor sieben Jahren einen rasanten Aufstieg in München hingelegt hatte. Verletzt musste der hochveranlagte Abwehrspieler im Gegensatz zu Müller die triumphale WM 2014 ad acta legen, auch im Münchner Triplejahr (2013) fehlte er. „Holger hat eine bittere Vergangenheit, aber er macht einen guten Eindruck. Er ist im Training wieder sehr geschmeidig unterwegs, und ich bin froh, dass er wieder da ist“, sagte Müller.

          „Er kämpft wie ein Verrückter und hat Monate Aufbautraining hinter sich“, hob Rummenigge hervor. Am Tag der großen Rotation mit acht Neuen in der Startelf schenkte Trainer Carlo Ancelotti Badstuber sogar beim knappen Spielstand von 2:1 das Vertrauen. „Das war kein Risiko. Er hat keine Probleme, er hat die Qualität und die Erfahrung“, sagte der Italiener. „Das Vertrauen muss ich mir erarbeiten“, entgegnete Badstuber und hat nur die Gesundheit als großen Wunsch. „Ich muss auf meinen Körper achten, muss auf die Signale hören und an meinen Defiziten arbeiten. Das Ziel ist Langfristigkeit.“

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Der britische Premierminister Boris Johnson vergleicht sich selbst mit dem „unglaublichen Hulk“, der sich aus seinen Fesseln befreit.

          Brexit um jeden Preis : Der wütende Hulk

          Großbritannien werde sich aus seinen „Fesseln“ befreien wie die ultra-starke Comicfigur, wenn es bis 31. Oktober keinen Brexit-Deal gebe, erklärt Johnson. Auch gegen die Anordnung des Parlaments. Vor neuen Gesprächen mit der EU zeigt er sich dennoch „sehr zuversichtlich.“
          Aktivisten der Gruppierung „Extinction Rebellion“ schütten während der Hamburg Cruise Days eine rote Flüssigkeit, die Blut darstellen soll, auf die Treppen.

          Weltweite Klimademonstrationen : Nach dem Protest ist vor dem Protest

          Aktivisten planen einen weltweiten „Klimastreik“, in Deutschland soll in Hunderten Städten demonstriert werden. Die Gruppe „Extinction Rebellion“ will mit Mitteln des zivilen Ungehorsams auf die Folgen des Klimawandels aufmerksam machen.
          Joachim Wundrak im Jahr 2014 neben der damaligen Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen.

          AfD-Mitgliedschaft : Wie ein General nach rechts abbog

          Joachim Wundrak war im Führungsstab der Bundeswehr und CDU-Mitglied. Inzwischen zetert er gegen Merkel und Europa. Von Rechtsextremisten in der AfD will er nichts wissen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.