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Sieg im Elfmeterschießen : Bayern rutscht aus, der BVB fährt nach Berlin

So seh’n Sieger aus: Borussia Dortmund zieht ins Pokal-Finale ein Bild: dpa

Mit Glück und Moral gewinnt Borussia Dortmund beim FC Bayern und zieht ins Finale des DFB-Pokals ein. Die Münchner verschießen alle Elfmeter: Erst rutschen Lahm und Alonso aus, dann scheitert Götze an Langerak, zum Schluss trifft Torhüter Neuer die Latte.

          Jürgen Klopp ist seinem Traum, noch einmal ein großes Fest mit Borussia Dortmund zu feiern, sehr nahe gekommen. In einem lange zähen, am Ende aber spektakulären Pokalfight setzte sich der BVB mit 2:0 im Elfmeterschießen beim FC Bayern München durch. Nach der regulären Spielzeit und der Verlängerung hatte es 1:1 gestanden. Der deutsche Meister hatte Klopp vor dem Spiel „alles Gute für den weiteren Weg gewünscht“ – so aber hatten sich die Münchner das sicherlich nicht vorgestellt.

          Peter Penders

          Stellvertretender verantwortlicher Redakteur für Sport.

          Der FC Bayern gegen Borussia Dortmund – das waren zuletzt vor allem taktische Prüfungen für die beiden Trainer gewesen, und Pep Guardiola hatte seinen BVB-Kollegen dabei mehrfach überrascht und sich immer etwas Neues einfallen lassen. Diesmal wählte der Spanier wie zuletzt im Punktspiel in Dortmund, das die Bayern 1:0 gewonnen hatten, eine eher defensive Variante. Arjen Robben, mit dessen Startelf-Rückkehr nach ausgeheiltem Bauchmuskelriss spekuliert worden war, saß zunächst ebenso nur auf der Bank wie Bastian Schweinsteiger und – zur Schadenfreude der BVB-Fans – auch der frühere Dortmunder Mario Götze.

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          Der Weltmeister musste zusehen, weil der 21 Jahre alte Mitchell Weiser den Vorzug erhalten hatte. Dante, zuletzt mitunter ein Sicherheitsrisiko, hatte seinen Platz ebenfalls räumen müssen für den wieder einsatzbereiten Benatia. Klopps Worte hingegen, dass der BVB auf Krawall gebürstet sei, wurden durch seine Personalwahl bekräftigt. Ilkay Gündogan, um den sich Transfergerüchte über einen Wechsel nach München ranken, rückte in die Anfangsformation, und von seinen Einfällen als Spielgestalter sollte vor allem wohl Marco Reus profitieren, für den Henrich Mchitarjan zunächst weichen musste.

          Damit aber waren natürlich noch nicht alle Kniffe offen gelegt. So defensiv wie vermutet agierten die Bayern gar nicht, in deren Dreierkette Rafinha von der rechten auf die linke Außenseite gerutscht war, weil er offensichtlich besser zum schnellen Dortmunder Aubameyang passte. Für den Brasilianer war der etatmäßige Linksverteidiger Juan Bernat auf der linken Außenbahn eine Position weiter nach vorne gerückt. Ein numerisches Übergewicht im offensiven Mittelfeld aber konnten die Münchner so trotzdem nicht erzielen, denn Klopp hatte den Braten offenbar gerochen und entgegen sonstiger Gewohnheit diesmal eine Dreier-Reihe vor seiner Abwehrkette postiert, und ganz vorne versuchte Kagawa in der Spitze die Spieleröffnung der Bayern zu stören, während Reus und Aubameyang außen lauerten.

          Lupfer gegen den Pfosten, Abpraller ins Tor

          So entwickelte sich ein Spiel auf der Suche nach der entscheidenden Lücke, die sich vielleicht irgendwann bieten würde – oder eben eine schnelle Handlung nach einem Fehler des Gegners. Platz aber bot sich zunächst kaum, und nur die Bayern waren dem Tor nach Eckbällen und den folgenden Kopfbällen von Müller oder Benatia zweimal halbwegs gefährlich näher gerückt. Blieb also der erste Fehler übrig, und den machte der BVB ausgerechnet bei seiner eigentlichen Stärke im Umschaltspiel. Der Konter über Kagawa in der 30. Minute sah überaus viel versprechend aus, aber der Japaner versuchte schließlich, Reus auf der linken Seite anzuspielen und übersah den mitgelaufenen rechten Außenverteidiger Eric Durm.

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