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Sieg im Elfmeterschießen : Bayern rutscht aus, der BVB fährt nach Berlin

Benatia fing den Pass ab, und für einen Moment war die rechts Abwehrseite der Dortmunder damit entblößt – ein paar Sekunden später lief Robert Lewandowski genau von dort alleine auf Torwart Langerak zu. Der Lupfer des Polen landete zwar am Pfosten, aber den Abpraller schob er aus spitzen Winkel durch die Beine von Sokratis zur Führung (31.) ins Tor. Der ehemalige BVB-Stürmer hatte zuletzt auch den Siegtreffer beim Auswärtsspiel in Dortmund erzielt - diesmal hätte er vor der Pause beinahe noch einmal zugeschlagen, als er es gegen den weit aufgerückten Langerak volley mit einem kraftvollen Heber versuchte.

Verzückung auf der Tribüne

Der BVB war nach Ballgewinnen im Mittelfeld zu unpräzise geblieben, um Gefahr zu erzeugen - das änderte sich auch nach dem Wechsel, nun mit Aubameyang in der Spitze, nicht. Stattdessen waren die Bayern drauf und dran, den zweiten Treffer zu erzielen. Erst scheiterte Müller an Langerak (48.), dann traf Lewandowski die Latte und beim folgenden Zweikampf mit Müller sprang Schmelzer der Ball folgenlos gegen die Hand (55.), und Thiago scheiterte schließlich aus sieben Metern an Langerak (57.).

Guardiola reagierte, und sorgte auf der Tribüne für Verzückung, weil Robben für Thiago (68.) kam. Auch Klopp versuchte die Offensive in Schwung zu bringen mit Mchitarjan für Kagawa. Erstaunlicherweise war es der Armenier, der zuerst Wirkung erzielte – seine Hereingabe nutzte Aubameyang (75.) zum überraschenden Ausgleich, weil Neuer den Ball erst hinter der Linie erwischte. Dieser Treffer aber gab den Dortmundern den Glauben zurück, tatsächlich die Überraschung schaffen zu können, und die Bayern reagierten nervös, leisteten sich plötzlich Abspielfehler.

Vor dem Münchner Tor spielten sich turbulente Szenen ab. Robbens Einsatz erwies sich dazu zu allem Überfluss für die Bayern als verfrüht – in der 83. Minute musste er abermals verletzt wieder runter, und Götze kam. Die Statik des Spiels aber hatte sich längst geändert - die Münchner hatten zu ihrer normalen Viererkette in der Abwehr mit Rafinha auf der rechten Seite zurückgefunden, im Mittelfeld versuchte der eingewechselte Schweinsteiger das Spiel zu beruhigen. Und in der Verlängerung ließ auch der Dortmunder Schwung wieder nach. Viel passierte trotzdem zunächst nicht, dann aber war der Kurzeinsatz des eingewechselten Dortmunders Kampl vorzeitig (108.) zu Ende.

Schweinsteiger hätte für die Entscheidung sorgen können, scheiterte aber mit einem Kopfball am spektakulär reagierenden Langerak (115.), der kurz danach Glück hatte, dass seine Aktion gegen Lewandowski nicht mit einem Elfmeter geahndet wurde. Davon gab es dann aber ganz viele – im Elfmeterschießen. Das nahm einen selten gesehenen Verlauf: Lahm und Alonso rutschten bei ihren Versuchen nahezu identisch aus und verschossen. Als Langerak gegen Götze parierte, schien die Entscheidung nahe, aber Neuer hielt danach gegen Hummel - und scheiterte als Schütze beim nächsten Versuch an der Latte. Ganz am Ende der Saison scheint alles Glück nach Dortmund zu finden.

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