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DFB-Pokal: Erste Runde : Frankfurter Siege - Lauterer Kampfgeist

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Rettung in letzter Minute: Lakic (v.) schießt Kaiserslautern in die Verlängerung - Grundstein fürs Weiterkommen Bild: ddp

Eintracht (in Wilhelmshaven) und FSV Frankfurt (gegen Paderborn) gewinnen ihre Pokalspiele. Kaiserslautern beißt sich in Osnabrück in der Verlängerung durch. Duisburg und Ingolstadt kommen weiter, Bielefeld bleibt im Elfmeterschießen nervenstark. Die Freitagsspiele im Überblick.

          5 Min.

          Wilhelmshaven - Eintracht Frankfurt 0:4

          Eintracht Frankfurt hat am Jadebusen einen erfolgreichen Einstand in die Pflichtspiel-Saison gefeiert. In der ersten Runde des DFB-Pokals kam der Bundesligaklub beim drei Klassen tiefer angesiedelten SV Wilhelmshaven zu einem völlig ungefährdeten 4:0 (2:0)-Sieg und zog zum zehnten Mal in Folge in die zweite Runde ein. Treffer von Ioannis Amanatidis (21. Minute) und Neuzugang Georgios Tzavellas (38.) brachten die Gäste vor 6400 Zuschauern im Jadestadion bereits vor der Pause auf die Siegerstraße. Nach dem Seitenwechsel machte Patrick Ochs (59.) mit seinem Tor endgültig alles klar. Den Endstand stellte Halil Altintop her (89.) Die Eintracht hatte nur in den Anfangsminuten ein wenig Mühe mit dem Underdog aus Niedersachsen. Die ersten beiden Torchancen hatten die Platzherren, die dabei vor allem durch Max Wegner nach Vorlage von Patrick Bärje das 1:0 hätten markieren müssen (5.). Erst danach kamen die Frankfurter besser ins Spiel, wobei Altintop (18.) zunächst eine Großchance ausließ. Kurz darauf bereitete der Ex-Schalker dann jedoch die Führung vor, als er nach einer schönen Einzelaktion auf der linken Seite Amanatidis im Strafraum mustergültig bediente. Der Grieche ließ sich die Chance freistehend aus acht Meter nicht nehmen. Nach der Führung drängte die Eintracht auf das 2:0, hatte aber zunächst bei einem Schuss von Benjamin Köhler Pech, als der Ball vom linken an den rechten Pfosten und schließlich in die Arme von Keeper Christian Meyer sprang (28.). Stattdessen gelang Tzavellas wenig später in seinem ersten Pflichtspiel für die Frankfurter das 2:0 per direktem Freistoß. Im zweiten Durchgang war der Favorit weiter um Spielkontrolle bemüht und ließ dem Gegner nur wenig Freiraum. Nach einer knappen Stunde erhöhte Ochs mit einem schönen Volleyschuss auf 3:0.

          Frühe Freude: Tyrala bejubelt die Führung gegen Kaiserslautern
          Frühe Freude: Tyrala bejubelt die Führung gegen Kaiserslautern : Bild: ddp

          Osnabrück - Kaiserslautern 2:3 n.V.

          Der 1. FC Kaiserslautern hat sich in letzter Sekunde gerettet. Die Mannschaft von Trainer Marco Kurz gewann beim Pokalschreck VfL Osnabrück mit 3:2 (1:1, 0:1) nach Verlängerung und zog damit die zweite DFB-Pokalrunde ein. Die Lauterer erreichten durch das Tor von Srdjan Lakic in der dritten Minute der Nachspielzeit zum 1:1 in die Verlängerung. Dort sorgte Erwin Hoffer mit einem Doppelpack (106./111.) für die Entscheidung. Neuzugang Sebastian Tyrala (20.) hatte Osnabrück in Führung gebracht. Das 2:3 durch Björn Lindemann (115.) kam dann zu spät. Den druckvollen Beginn der Gastgeber vor 16.000 Zuschauern im ausverkauften Stadion krönte Tyrala mit dem Führungstreffer. Allerdings machte FCK-Schlussmann Tobias Sippel bei dem Schuss aus über 30 Metern keine gute Figur. Zuvor hatte Kaiserslauterns Hintermannschaft den Ball leichtfertig hergegeben und anschließend den Torschützen nicht entscheidend gestört. In einer ruppigen Schlussphase der ersten Hälfte mit fünf Gelben Karten in fünf Minuten verhinderte Sippel mit vollem Körpereinsatz das mögliche 0:2, als er gegen den freistehenden Alexander Schnetzler klärte. Sippel verletzte sich bei der Aktion, konnte aber nach kurzer Behandlung weitermachen. Mit deutlich mehr Biss kamen die Pfälzer aus der Kabine und erarbeiteten sich erste Chancen. Nachdem der Versuch von Amri (48.) noch sicher in den Armen von VfL-Schlussmann Tino Berbig landete, scheiterte Micanski in der 56. Minute nur knapp. Berbig lenkte den Schuss aus wenigen Metern zur Ecke ab. Als ganz Osnabrück den Schlusspfiff des Unparteiischen Thorsten Kienhöfer aus Herne herbeisehnte, setzte Lakic in der dritten Minute der Nachspielzeit eine Direktabnahme aus zwölf Metern zum 1:1 ins Netz und erzwang die Verlängerung. Dort traf Neapel-Leihgabe Erwin Hoffer nach Pass von Lakic erst zum 2:1 für den zweimaligen Pokalsieger (106.), ehe dem Österreicher nach einer Einzelleistung auch noch das 3:1 (111.) gelang. Lindemann konnte nur noch verkürzen (115.).

          Lübeck - Duisburg 0:2

          Der MSV Duisburg hat mit einem Arbeitssieg die zweite Runde des DFB-Pokals erreicht. Die Zebras kamen beim Viertligavertreter VfB Lübeck zu einem hart erkämpften 2:0 (0: 0). Das Team von Trainer Milan Sasic war zwar lange Zeit überlegen, benötigte jedoch ein Eigentor des VfB-Abwehrspielers Moritz Marheineke (51.) um in Führung zu gehen. Für die endgültige Entscheidung sorgte Manuel Schäffler (90.+3). Nach 1996, 2000 und 2002 setzten sich die „Zebras“ zum vierten Mal im Pokal gegen die Lübecker durch. Der dreimalige Pokalfinalist war von Spielbeginn an tonangebend, der Tabellenletzte der Regionalliga Nord konnte sich vom Druck der Duisburger zunächst nur selten befreien. Duisburgs Stürmer und Kapitän Srdjan Baljak vergab in der 21. Minute freistehend die erste gute Torchance. Lübeck setzte sich offensiv nur selten in Szene. Erst vier Minuten vor der Pause hatte Stürmer Clemens Lange die erste Chance für die Amateure. Vor 6202 Zuschauern im Stadion Lohmühle vergab der Außenseiter aus Lübeck in der 49. Minute durch Andre Senger das 1:0. Im Gegenzug fälschte Lübecks Innenverteidiger Marheineke eine Rechtsflanke unglücklich zum Führungstreffer der Gäste ab. Olcay Sahan traf anschließend gegen die tapfer kämpfenden Amateure noch den rechten Innenpfosten (61.). Pokalschreck Lübeck warf in der letzten Saison den Bundesligisten FSV Mainz 05 aus dem Wettbewerb und scheiterte in der zweiten Runde erst in der Verlängerung (1:3) am VfB Stuttgart. Rolf Martin Landerl und Senger überzeugten beim VfB, Duisburg hatte in Benjamin Kern und Baljak seine besten Akteure.

          Ingolstadt - Karlsruhe 2:0

          Zweitliga-Aufsteiger FC Ingolstadt hat mit dem Einzug in die zweite DFB-Pokal-Runde Klubgeschichte geschrieben. Die Mannschaft von Trainer Michael Wiesinger besiegte am Freitagabend den Ligakonkurrenten Karlsruher SC mit 2:0 (1:0) und überstand damit erstmals erfolgreich die erste Runde des Pokal-Wettbewerbs. Vor 6600 Besuchern in der neuen, 15.000 Zuschauer fassenden Arena erzielten Routinier Stefan Leitl (25.) und Moritz Hartmann (72.) die Tore für die Ingolstädter, die zum ersten Mal überhaupt in einem Pflichtspiel auf den KSC trafen. Beide Mannschaften begannen sehr engagiert und boten den Zuschauern vor allem in der ersten Halbzeit eine abwechslungsreiche Begegnung. Die Gäste hatten durch den Lattentreffer von Christian Demirtas (19.), Gaetan Krebs (20.), der an Ingolstadts Torhüter Sascha Kirschstein scheiterte, und Anton Fink (23.) erstklassige Möglichkeiten, die sie allerdings nicht nutzten. So war Leitl mit einem Flachschuss aus 16 m erfolgreich. Die zweite Hälfte war dann umkämpfter, für die Entscheidung sorgte schließlich Hartmann aus kurzer Distanz nach Vorlage von Moise Bambara.

          FSV Frankfurt - Paderborn 2:0

          FSV Frankfurt hat einen Pflichtspielauftakt nach Maß gefeiert. Die Mannschaft von Trainer Hans-Jürgen Boysen zog durch einen 2:0 (0:0) gegen den Ligakonkurrenten SC Paderborn in die zweite DFB-Pokal-Runde ein. die Tore für die Hessen erzielten Tufan Tosunoglu (57.) und Sven Müller (83.). Im vergangenen Jahr war der FSV noch in der ersten Runde an Bundesligist Borussia Mönchengladbach gescheitert. Insgesamt war der Erfolg der Gastgeber verdient. Tosunoglu (43. ), Andreas Dahlen (53.) und Müller (62.) hatten beste Gelegenheiten. Die Ostwestfalen kamen unter anderem durch Sören Brandy (41.) und Jorge Mosquera (67.) zu guten Gelegenheiten, zeigten im Abschluss aber insgesamt zuwenig Entschlossenheit.

          Regensburg - Bielefeld 5:6 i.E.

          Christian Ziege hat einen gelungenen Einstand auf der Trainerbank von Arminia Bielefeld gegeben. Die Ostwestfalen zogen durch einen glücklichen 6:5-Erfolg im Elfmeterschießen beim Drittligisten SSV Jahn Regensburg in die zweite Runde des DFB-Pokals ein. Nach der regulären Spielzeit und der Verlängerung hatte es 1:1 gestanden. Alon Abelski (31.) traf zur Führung der Bielefelder, Regensburg kam durch ein Eigentor von Markus Bollmann zum Ausgleich (60.). Im Elfmeterschießen scheiterte Alexander Buch an Arminia-Schlussmann Dennis Eilhoff, Markus Schuler verwandelte im Anschluss sicher zum Sieg. Vor 5212 Zuschauern erwischten die Gastgeber im Dauerregen den besseren Start, ohne sich dabei klare Chancen zu erspielen. Die Gäste nutzten ihre erste Gelegenheit zum Führungstreffer. Ex-Nationalspieler Oliver Neuville legte einen Eckball flach Richtung Strafraumgrenze, Abelski traf per Direktabnahme. SSV-Schlussmann Michael Hofmann machte dabei keine gute Figur. Nach dem Wechsel wurde regensburg durch das Eigentor von Bollmann für seine Bemühungen zunächst belohnt. Bei Regensburg überzeugten Alexander Maul und Marco Haller, bei Bielefeld verdienten sich Torschütze Abelski und Eilhoff gute Noten.

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