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Pokalspiel in Leverkusen : Warum die Eintracht vor Selbstvertrauen strotzt

  • -Aktualisiert am

Erwartet einen hochkonzentrierten Gegner: Eintracht-Trainer Adi Hütter Bild: Reuters

Die Frankfurter blicken dem Pokalspiel in Leverkusen erwartungsvoll entgegen und wollen es wie gegen Leipzig vor einem Jahr machen. Auch Trainer Adi Hütter zeigt sich optimistisch und verspricht ein packendes Duell.

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          Leverkusen war in den vergangenen Jahren alles andere als ein gutes Pflaster für die Frankfurter Eintracht. Der letzte Punktgewinn in der Bundesliga datiert vom Dezember 2014. Makoto Hasebe und Timothy Chandler werden sich an das 1:1 noch erinnern können, sie waren schon dabei, als Alex Meier das Führungstor schoss, das kurz vor Schluss Karim Bellarabi ausglich. Seitdem setzte es fünf Niederlagen für die Hessen, wobei es nie knapper als 0:3 ausging. Aber wer gibt schon etwas auf Serien, wenn er gerade eine, die 34 Jahre lang Bestand hatte, beendet hat. Die Eintracht strotzt nach dem 2:0 im Nachbarschaftsduell gegen Mainz 05 vor Selbstvertrauen. Vor der Aufgabe in der zweiten DFB-Pokalhauptrunde in Leverkusen (20.45 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zum DFB-Pokal und bei Sky) ist ihr nicht bange.

          DFB-Pokal
          Peter Heß

          Sportredakteur.

          Zumal sie erst kürzlich bewiesen hat, der Werkself gewachsen zu sein, die zu den spielstärksten der Liga zählt und berechtigte Ambitionen auf die Champions League hegt. Das 2:1 zum Jahresstart der Bundesliga war hochverdient. Der Leverkusener Trainer Peter Bosz, der auf das 17 Jahre alte Ausnahmetalent Florian Wirtz (Überlastungsreaktion) verzichten muss, bezog sich in der Vorschau-Pressekonferenz am Montag auf die für ihn freudlose Auseinandersetzung vor zehn Tagen: „Frankfurt ist ein sehr guter Gegner. Das können vor allem wir sagen, weil wir da zu Recht verloren haben“, sagte Bosz und setzte hinzu: „Aber so wie dort spielt man hoffentlich nur einmal im Jahr, denn das war nicht gut. Am Dienstag haben wir die Chance, es besser zu machen.“

          „Es wird ein interessantes Spiel“

          Was die Eintracht verhindern will. Sie hat erst vor einem Jahr bewiesen, dass sie durchaus in der Lage ist, ein Spitzenteam innerhalb weniger Tage zweimal zu besiegen. Sie setzte sich über RB Leipzig erst 2:0 in der Bundesliga und dann 3:1 im Pokal hinweg. Allerdings zweimal zu Hause. Doch einen Auswärtsnachteil gibt es in dieser Corona-Spielzeit nicht – die Begegnungen in leeren Stadien enden sogar bisher mit mehr Erfolgen der Auswärts- denn der Heimteams.

          „Es wird ein interessantes, packendes Spiel“, verspricht Eintracht-Trainer Adi Hütter, der einen hochkonzentrierten Gegner erwartet: „Nach drei Spielen hintereinander ohne Sieg steht Leverkusen unter Zugzwang.“ Die Marschroute des Österreichers an sein Team lautet: „Wenn Bayer Räume erhält, wird es unangenehm. Wir müssen dabei die richtige Mischung finden zwischen mutiger Offensive und kompakter Defensive, also so zu spielen, wie wir können und möchten, und zugleich die Stärken des Gegners zu unterbinden.“ Was ihn optimistisch macht: „In den vergangenen drei Spielen nur ein Gegentor kassiert zu haben gibt uns zusätzlich Mut.“ Dass Filip Kostic wegen der Roten Karte im letzten Viertelfinale gegen Werder Bremen immer noch gesperrt ist, versetzt den Hoffnungen der Eintracht keine allzu großen Dämpfer. Der Serbe spielt in dieser Saison auf Linksaußen lange nicht die dominierende Rolle wie in der Vergangenheit. „Die Situation verlangt es, dass wir entweder versuchen, ihn eins zu eins zu ersetzen, oder den Gegner mit einer Systemumstellung überraschen“, sagt Hütter. Er werde sich erst am Spieltag entscheiden.

          „Ersatzmann-Variante“

          Die „Ersatzmann-Variante“ hieße Steven Zuber. Der Schweizer vertrat Kostic schon während dessen Verletzung im Herbst. Er tat das eher unauffällig. Seriös in der Defensive, diskret in der Offensive. Die spannende Lösung hieße, Aymen Barkok ins Spiel zu bringen und mit ihm, Amin Younes und Daichi Kamada nicht nur zwei kreative offensive Mittelfeldspieler aufzubieten, sondern drei, die sich situativ auf dem Spielfeld verteilen.

          Auf das Lob, das Hütter für seinen erfolgreichen Systemwechsel auf ein 3-4-2-1 erhalten hat, bildet er sich nicht viel ein: „Ich habe das nicht erfunden, sondern sehe mir unsere Personalsituation an und überlege, was am besten zu uns passt. Zuvor lag viel Last auf den Schultern von Daichi Kamada, was spielerische Akzente anging. Mit Amin Younes haben wir einen Spieler hinzugewonnen, der körperlich nun in einem besseren Zustand ist, zudem hat sich Aymen Barkok entwickelt.“ Alle drei hinter der Spitze André Silva wirbeln zu lassen hätte durchaus seinen Reiz, erfordert allerdings eine feine Abstimmung in der Raumaufteilung und im Defensivverhalten.

          Schnell eingelebt

          Die beiden ehemaligen Eintracht-Stürmer Bas Dost und Sebastien Haller haben bei ihren ersten Auftritten für ihre neuen Vereinen auf Anhieb eingeschlagen. Dost, der an Heiligabend zum Club Brügge wechselte, erzielte nach 13 Minuten den 1:0-Führungstreffer gegen VV St. Truiden. Brügge gewann 2:1. Dost musste zur Pause wegen Beinschmerzen ausgewechselt werden. Der 31 Jahre Niederländer erzielte damit zum vierten Mal in seiner Karriere ein Tor im ersten Spiel für einen neuen Verein. Zuvor war ihm das bei Wolfsburg, Sporting Lissabon und der Eintracht gelungen.

          Haller führte sich beim 2:2 von Ajax Amsterdam gegen den PSV Eindhoven mit der Torvorlage für Antony zum Endstand ein. Dazu erzielte er ein Abseitstor. Der 26 Jahre alte Franzose war vergangene Woche für 22,5 Millionen Euro von West Ham United verpflichtet worden, das 2019 noch über 40 Millionen Euro für Haller an die Eintracht überwiesen hatte.

          peh.

           

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