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DFB-Pokal : Dynamo will friedliches Pokal-Fest gegen BVB

  • Aktualisiert am

Sicherheitskonzept: Szenen wie 2011 in Dortmund sollen sich nicht wiederholen Bild: dpa

Für den Dresdner Drittligaklub ist das Pokal-Achtelfinale gegen Borussia Dortmund (20.30 Uhr) das wichtigste Spiel seit Jahren. Ein neues Sicherheitskonzept soll Zwischenfälle wie beim letzten Duell verhindern. Die Randale damals hatte schwerwiegende Folgen.

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          Die Erinnerungen sind düster, die aktuelle Auflage des Pokal-Hits Dynamo Dresden gegen Borussia Dortmund soll vor allem eins werden: Ein friedliches Fußball-Fest. „Wir haben uns akribisch darauf vorbereitet, auch was die Sicherheit angeht“, erklärte Dynamo-Geschäftsführer Robert Schäfer vor dem Achtelfinal-Spiel im nationalen Cup an diesem Dienstag (20.30 Uhr/ live in der ARD und F.A.Z.-Liveticker) in Dresden. Und Manager Ralf Minge betonte: „Beide Klubs haben in enger Abstimmung alles dafür getan, damit es dieses Mal nur um Sport geht.“

          Am 25. Oktober 2011 hatte die Zweitrunden-Partie zwischen dem BVB und Dynamo (2:0) in Dortmund kurz vor dem Abbruch gestanden. Nach den Ausschreitungen von Dresdner Anhängern, die ein Millionenpublikum live im TV verfolgen konnten, verurteilte das DFB-Sportgericht Dynamo zu einem Jahr Pokalausschluss. In zähen Verhandlungen wurde die Strafe zunächst in ein Geisterspiel und 100.000 Euro Geldstrafe reduziert. Doch als ein Jahr später sogenannte Dresden Fans beim Pokalspiel in Hannover erneut randalierten, schloss der Deutsche Fußball-Bund den siebenmaligen DDR-Pokalsieger aus dem DFB-Pokal aus.

          Nach einem Jahr Abstinenz meldete sich der inzwischen in die 3. Liga abgerutschte Club in dieser Pokal-Saison mit Siegen über Bundesligist Schalke 04 und Zweitligist VfL Bochum (jeweils 2:1) sportlich eindrucksvoll zurück. „Für uns ist es das größte Spiel seit über 20 Jahren“, sagte Schäfer zum Duell mit dem Champions-League-Teilnehmer BVB. „Jeder Dynamo-Fan muss Verantwortung für sein Handeln übernehmen. Wenn wir dies zukünftig nicht schaffen, muss der Verein die Verantwortung übernehmen“, ergänzte der Geschäftsführer.

          Dresdner Anhänger waren auch in der laufenden Saison in fremden Stadien negativ aufgefallen. Ausschreitungen bei Liga-Konkurrent FC Hansa Rostock wurden mit einem Geisterspiel bestraft. Die Partie vor leeren Rängen gegen Erfurt vor knapp einem Monat bezeichnet Schäfer als „Tiefpunkt“ für den Verein.

          Mehr Ordner und verbessertes Zugangskonzept

          In mehreren Sicherheitsberatungen mit den Dortmunder Verantwortlichen wurde das Konzept für den Pokal-Hit festgelegt. „Es wird mehr Ordner geben und ein verbessertes Zugangskonzept für die Polizei im Stadion“, berichtete Schäfer.

          In der 2009 eingeweihten neuen Heimarena wurde einer Plexiglaswand zwischen Gäste- und Heimblock errichtet. Dadurch können nun 500 Zuschauer mehr ins Stadion. Insgesamt werden am Dienstag 30 500 Zuschauer live dabei sein, davon knapp 3000 Dortmunder Fans. 1994 war Dynamo erst im DFB-Pokal-Halbfinale an Werder Bremen gescheitert.

          Wenig selbstbewusst: Christian Fiel und Dynamo stehen in der Liga nicht zu gut
          Wenig selbstbewusst: Christian Fiel und Dynamo stehen in der Liga nicht zu gut : Bild: dpa

          Sportlich könnte die Partie gegen das Team von Trainer Jürgen Klopp lange Zeit das letzte große Fußballfest in Dresden werden. Im laufenden Sachsen-Pokal sind die Schwarz-Gelben gegen Fünftligist Neugersdorf ausgeschieden. In der 3. Liga müsste Dynamo zum Saisonende Rang vier erreichen, um sich wieder für den DFB-Pokal zu qualifizieren.

          Dresden mit neuem Trainer

          Daher hoffen die Dresdner auf einen Coup gegen Dortmund. „Die Chance ist klein, aber wir wollen sie nutzen. Wir wollen nach dem Spiel sagen können, dass wir alles getan haben für das bestmögliche Ergebnis“, sagte Dynamo-Trainer Peter Németh. Gefragt nach seiner Taktik blieb Németh wortkarg: „Entscheidend könnte das schnelle Umschaltspiel werden.“ Und Mittelfeldspieler Quirin Moll meinte: „So ein Flutlichtspiel vor voller Hütte treibt uns an. Wir freuen uns einfach nur darauf.“

          Derzeit steht die Mannschaft von Trainer Peter Nemeth auf dem achten Tabellenplatz. Nach vier Niederlagen in Serie holten sich die Dresdner am Wochenende bei Tabellen-Schlusslicht Regensburg den ersten Sieg des Jahres zumindest ein wenig Selbstbewusstsein.

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