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DFB-Pokal : Die Bayern sind wieder da

Held des Tages: Bastian Schweinsteiger schießt Bayern in die dritte Runde Bild: dapd

Bremen ist nahe dran am Pokalsieg in München. Aber die Bayern gewinnen dank der Mitspieler Dusel und Schweinsteiger. Der Nationalspieler schießt die Tore beim 2:1. Es war eine Botschaft an den Rest von Fußball-Deutschland.

          2 Min.

          Der FC Bayern hat eine erstaunliche Serie verlängert - und zugleich seinen Weihnachtsurlaub verkürzt. Gerade als die Partie gegen Werder Bremen nach dem 0:1 durch Claudio Pizarro (2. Minute) und dem Ausgleich durch Bastian Schweinsteiger (27.) zu einem prickelnden Pokalfight geworden war, in dem Mitte der zweiten Halbzeit die Bremer knapp vor der Führung schienen, setzte Schweinsteiger einen sehenswerten Knalleffekt und jagte den Ball aus 25 Metern zum 2:1-Siegtreffer ins Netz. Damit bleibt der deutsche Rekordpokalsieger seit 19 Jahren, seit einem 2:4 gegen den FC Homburg, daheim im DFB-Pokal unbesiegt und steht im Achtelfinale in der Weihnachtswoche.

          Christian Eichler

          Sportkorrespondent in München.

          Es war die erste Fußballpartie im deutschen Vereinsfußball, die live in 3-D übertragen wurde. Doch der Bayern-Abwehr fehlte zunächst eine Dimension: die Tiefe. Ein simpler Schlenzer vom linken Flügel, gespielt von Marko Arnautovic, und schon war Claudio Pizarro so frei, dass er auch noch Zeit hatte zu überlegen, mit welchem Körperteil er das Tor erzielen sollte. Er entschied sich für das Knie, mit dem er den Ball ins kurze Eck zur frühen Führung bugsierte.

          Die Bayern ließen sich nicht verunsichern. Sie machten Druck, zwangen die Bremer zu frühen Ballverlusten und beherrschten den Spielaufbau - ohne aber oft zwingend in Tornähe zu kommen. Den ersten Hauch von Gefahr brachte erst nach zwanzig Minuten eine leicht verunglückte Flanke von Philipp Lahm, die Torwart Sebastian Mielitz zur Ecke abwehrte. Der 21-jährige Wiese-Vertreter bestätigte die hervorragende Leistung, die er in seinem ersten Einsatz in der Werder-Startelf am Samstag beim 4:1 in Mönchengladbach gezeigt hatte.

          Bremer Führung: Pizarro (l.) trifft an alter Heimstätte

          Zug zum Tor kam bei den Bayern vor allem von Hamit Altintop. Aus halblinker Position flog sein scharfer Flachschuss nach 22 Minuten einen Meter neben das Tor. Der Bremer Trainer Thomas Schaaf sprang auf und schimpfte, sein Team war ihm deutlich zu passiv. Es raffte sich immerhin umgehend zu einem Konter auf, der zu einer Ecke und beinahe zum 0:2 geführt hätte: Völlig frei und ungehindert kam Sebastian Prödl zum Kopfball, drückte den Ball am Tor vorbei.

          Schweinsteigers erster Streich

          Dem Spielverlauf nach logisch, aus der Spielszene heraus jedoch eher zufällig fiel nach 28 Minuten der verdiente Ausgleich. Altintop brachte eine Flanke von rechts, Toni Kroos versuchte den Ball volley zu nehmen, traf ihn aber nicht sauber. So kullerte die Kugel zu Schweinsteiger, der völlig frei aus sechs Metern wenig Mühe hatte.

          Wie viele Zuschauer glaubte sich auch der Bayern-Spielmacher zunächst selber in Abseitsposition, doch ein Blick Richtung Linienrichter zeigte ihm, dass dessen Fahne unten war. Der Grund dafür: Der Bremer Wesley, der nach dem verlorenen Duell mit Altintop an der Eckfahne stehengeblieben war und so das Abseits aufgehoben hatte.

          Die Bayern sind wieder da

          Was war mit den Bremern? Sie begannen erst nach einer knappen Stunde zu zeigen, dass sie ihre Offensive nicht schon nach zwei Minuten in den Feierabend geschickt hatten. Dann aber taten sie es mit Macht. Arnautovic spielte Wesley frei, Timoschtschuk konnte im letzten Moment blocken. Nach der folgenden Ecke landete der Ball, von Torwart Jörg Butt unterlaufen, im Netz, doch Schiedsrichter Michael Weiner hatte ein Foul des Torschützen Prödl gesehen. Pizarros Kopfball wurde auf der Linie abgewehrt. Arnautovic vergab die Riesenchance allein vor Butt (64.). Nur eine Minute später hämmerte der Österreicher einen Freistoß aus mehr aus dreißig Metern mit famoser Flugkurve ans Lattenkreuz. Und nach 68 Minuten traf Arnautovic schon wieder frei vor dem Torwart das Tor nicht.

          Den Bayern mögen noch so viele Spieler zuletzt ausgefallen sein, in dieser Phase half ihnen ein guter alter Mitspieler, der in den letzten Spielen wieder einen Stammplatz hatte: der Bayern-Dusel. Bayern-Trainer Louis van Gaal ahnte, dass das allein aber nicht reichen würde. Er tauchte gestikulierend an der Außenlinie auf, ein seltener Anblick. Das wirkte wohl stimulierend auf Bastian Schweinsteiger. Mit herrlicher Schusstechnik hämmerte er den Ball unter die Latte, spurtete zu van Gaal und sprang ihm in die Arme. Es war das Bild des Abends und eine Botschaft zugleich an den Rest von Fußball-Deutschland: Die Bayern sind wieder da.

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