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DFB-Pokal : Das „Wunschkind“ bleibt wertvoll

  • -Aktualisiert am

Erste Reihe: Die ARD überträgt weiter den DFB-Pokal Bild: dapd

Der DFB-Pokal wird künftig nur noch in der ARD frei empfangbar sein. Der künftige Champions-League-Sender ZDF verzichtet. Die finanziellen Einbußen für den Verband sind geringer als im Ausland.

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          Sie bekommen in Zukunft weniger - und doch noch viel mehr, als in anderen großen Fußballländern gezahlt wird. Von 2012 an ist der Pokalwettbewerb des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) den beteiligten Fernsehsendern ARD und Sky eine Gesamtsumme von - geschätzt - 40 Millionen Euro wert; dazu kommen weitere rund 11 Millionen Euro aus der zentralen Vermarktung der Bandenwerbung durch die Firma Infront.

          Das sind in summa etwa 9 Millionen Euro weniger als zuvor, weil nach Informationen dieser Zeitung der Pay-TV Sender Sky für den kommenden Vierjahresvertrag pro Jahr im Schnitt nur noch die Hälfte des bisherigen Pokalbeitrags zahlt. Das Gesamtpaket von 51 Millionen Euro per annum übertrifft andererseits die vergleichbaren Abschlüsse in Ländern wie Spanien, Italien und Frankreich, wo bestenfalls 15 Millionen Euro jährlich an TV-Honoraren fließen, erheblich.

          Weiter begehrt: Der DFB-Pokal bleibt ein Geldbringer
          Weiter begehrt: Der DFB-Pokal bleibt ein Geldbringer : Bild: ddp

          „In vielen Ländern“, sagt Wolfgang Niersbach, der DFB-Generalsekretär, über die Klein-trifft-Groß-Konkurrenz, „ist der Pokal ein Stiefkind, bei uns ist er ein Wunschkind.“ Pokalgewinner Schalke 04 und der Endspielgegner MSV Duisburg kamen im vergangenen Endspiel auf Einnahmen von jeweils mehr als drei Millionen Euro - ein hoher Lohn, der sich in Zukunft nicht dramatisch verschlechtern dürfte. Laut einer drei Jahre alten europaweiten Umfrage unter Fans und Sponsoren rangierte der DFB-Pokal noch vor Englands FA-Cup.

          Trotzdem sind die Grenzen des Wachstums fürs erste erreicht. Sky, mit 240 Millionen Euro im Jahr der herausstechende Partner der ersten und zweiten Bundesliga, reduziert sein Engagement im DFB-Pokal vor allem deshalb, weil der Abo-Fernsehsender auf diesem Spielfeld nicht das Maß an Exklusivität wie in der Bundesliga genießt.

          ARD allein auf weiter Flur

          Allein auf weiter Flur dagegen sendet von 2012 an die ARD als einziger Lizenznehmer der Pokalfernsehrechte im Free-TV - und das zu fast demselben Honorar, das bisher ARD und ZDF als gemeinsame Rechteverwerter aufbrachten. Das Zweite Deutsche Fernsehen, das künftig als Free-TV-Partner der Europäischen Fußball-Union in der Champions League mitspielt (gegen eine Jahresgage von 54 Millionen Euro), hat sich zur Überraschung aller, auch des Partners ARD, aus dem DFB-Pokal verabschiedet, während die großen Privatsender RTL und Sat.1 bei der Rechteausschreibung keine oder nicht nennenswerte Angebote machten.

          Die ARD mit jeweils einem Spiel in den ersten drei Runden, zwei Übertragungen vom Viertelfinale sowie den Halbfinalbegegnungen und dem Endspiel ist achtmal live und dazu mit seinen Highlight-Sendungen aller Spiele dabei; Sky wird wie gehabt alle 63 DFB-Pokalpartien live zeigen.

          Wurde 2008 noch eine „sensationellen Vermarktung“ (Niersbach) auf den Weg gebracht, so muss der DFB vier Jahre später einen Dämpfer bei den Abschlüssen für sein erstmals nach Vorgaben des Kartellamts allein vermarktetes Pokalprodukt hinnehmen. Übertragen auf 64 Mannschaften und 63 Spiele ist er bei weitem nicht so gravierend wie in England.

          Dort ging der Pay-TV-Partner Setanta pleite - mit der Folge, dass der englische Fußballverband zur neuen Saison nur noch mit rund der Hälfte der bisherigen Pokaleinnahmen aus der Fernsehverwertung (75 Millionen Euro für die in Hin- und Rückspiel ausgetragenen Begegnungen) rechnet.

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