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Aus im DFB-Pokal : Die große Dortmunder Enttäuschung

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Nicht nur Julian Brandt (links) und Mats Hummels waren enttäuscht im Dortmunder Lager. Bild: AFP

In der Bundesliga ist der BVB im Torrausch. Nun gibt es im DFB-Pokal das überraschende Aus in Bremen. Trainer Lucien Favre ist bedient von der Vorstellung seiner Mannschaft. Und jetzt fehlt auch noch Marco Reus länger.

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          Der frühe Pokal-K.o. schon im Achtelfinale schlug Borussia Dortmunds Trainer Lucien Favre schwer auf den Magen. „Wir waren einfach zu lethargisch“, sagte der Schweizer nach der überraschenden 2:3 (0:2)-Niederlage beim Abstiegskandidaten Werder Bremen und setzte dazu eine bekümmerte Miene auf. Besonders in der ersten Halbzeit fanden die Gäste überhaupt nicht ins Spiel, mit ungewöhnlicher Unruhe verfolgte Favre den Auftritt seiner Schützlinge im Weserstadion: „Ich war enttäuscht, dass wir fast alle Zweikämpfe verloren haben und dass wir zu wenig in Bewegung waren.“

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          Die zweite Hälfte reichte nicht mehr, um das Ruder herumzureißen. „Nach der Pause lief es dann schon besser, aber wir haben unsere vorhandenen Torchancen leider nicht nutzen können“, sagte Favre weiter. Abwehrchef Mats Hummels pflichtete seinem Coach bei. „Wir haben eine Mannschaft, die nicht vor Selbstvertrauen strotzt, nicht vor genügend Probleme gestellt und sie damit ins Spiel geholt. Wir haben es ihnen leicht gemacht, aggressiv zu verteidigen und das Publikum mitzunehmen“, erklärte der frühere Nationalspieler im Sky-Interview.

          Dortmund muss zudem für längere Zeit auf Kapitän Marco Reus verzichten. Wie der Klub am Mittwoch mitteilte, hat sich der 30 Jahre alte Nationalspieler in Bremen eine Muskelverletzung zugezogen. „Nach jetzigem Stand wird er in rund vier Wochen wieder ins Training einsteigen können“, hieß es in der Mitteilung des Tabellendritten. Damit fehlt der Leistungsträger seiner Mannschaft nicht nur beim schweren Spiel am Samstag bei Bayer Leverkusen, sondern auch im ersten Champions-League-Duell gegen Paris St. Germain am 18. Februar in Dortmund. Auch bis zum Rückspiel in der französischen Hauptstadt am 11. März wird die Zeit knapp.

          Dabei lief es nach der Winterpause in der Bundesliga so gut – zumindest, was die Ergebnisse angeht. Dem 5:3 zum Rückrundenstart in Augsburg folgten daheim ein 5:1 gegen Köln und ein 5:0 gegen Union Berlin. Doch in Bremen waren die Dortmunder weit entfernt von einem ähnlichen Torfestival, zumal sie auch auf einen Gegner trafen, dessen Widerstand nicht irgendwann gebrochen war. „Aus meiner Sicht war das kein unverdienter Sieg für uns“, sagte Bremens Trainer Florian Kohfeldt. „Die erste Halbzeit war für unsere Verhältnisse brillant, aber auch danach haben wir in vielen Situationen die richtigen Entscheidungen getroffen.“

          Bremen droht allerdings der nächste Ausfall. Stürmer Davie Selke verletzte sich laut Kohfeldt am Hüftbeuger und musste kurz nach der Pause ausgewechselt werden. Sein Einsatz am Samstag in der Bundesliga gegen Union Berlin ist gefährdet eine genaue Diagnose gibt es noch nicht. „Ich vermute, es könnte knapp für Samstag werden“, sagte Sportchef Frank Baumann nach dem überraschenden Pokal-Erfolg. „Aber ich befürchte keine schlimme Verletzung.“ Selke kehrte am vergangenen Freitag von Hertha BSC an die Weser zurück und erzielte gegen Dortmund seinen ersten Treffer.

          Kein Elfmeter nach Hilfe der Videobilder: Giovanni Reyna (Mitte) fällt im Bremer Strafraum.
          Kein Elfmeter nach Hilfe der Videobilder: Giovanni Reyna (Mitte) fällt im Bremer Strafraum. : Bild: dpa

          Kohfeldt war nach dem Spiel zunächst kaum zu  halten, lief über den Platz, schrie in Klopp-Manier seine Freude und Erleichterung aus. Mit Mut und viel Kämpferherz hatte seine Mannschaft die Tormaschinerie von Borussia Dortmund ausgebremst und wie in der vergangenen Saison den Favoriten aus dem DFB-Pokal geworfen. Die Bremer besiegten den BVB in einem packenden Spiel verdient, zogen ins Viertelfinale ein und sammelten viel Selbstvertrauen für den Abstiegskampf in der Fußball-Bundesliga. Allerdings hatten sie auch Glück, dass ihr Kapitän Niklas Moisander kurz vor dem Ende nach einher Tätlichkeit nicht Rot gesehen hatte.

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