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Dortmund gewinnt den DFB-Pokal : Plötzlich wachsen dem BVB Flügel

Glänzte als Vorbereiter: Kapitän Marco Reus reckt den Pokal in die Luft. Bild: AFP

Vor allem dank einer furiosen ersten Hälfte setzt sich der BVB im Endspiel des DFB-Pokals durch. Das Leipziger Aufbäumen kommt zu spät. Am Ende jubelt Dortmund lautstark, RB bleibt weiter ohne Titel.

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          Borussia Dortmund ist auf dem besten Weg, eine Spielzeit, die über viele Monate für den BVB eine zum Vergessen schien, im Endspurt zu einem der größten Erfolge der vergangenen Jahre zu machen. In Berlin krönten die Dortmunder ihre fulminante Schlussphase der Saison 2020/21 mit einem Triumph im DFB-Pokalfinale.

          DFB-Pokal
          Michael Horeni
          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Im großen Duell der Bayern-Verfolger schien der BVB unter Trainer-Entdeckung Edin Terzic bei seinem spektakulären 4:1-Sieg mit RB Leipzig kurzen Prozess zu machen. Schon zur Pause führte Dortmund durch Tore von Sancho (5. Minute), Haaland (28.) und wiederum Sancho (45.+1) mit 3:0 – und schien das Finale schon für sich entschieden zu haben. Doch trotz des bis dahin herausragenden Dortmunder Auftritts gab sich Leipzig nicht geschlagen – und lieferte dem BVB in der zweiten Halbzeit einen hochklassigen Fight. Aber nach zahlreichen Torchancen reichte es nur zu einem Tor durch Olmo (71.), bevor Haaland, als RB auf volles Risiko setzte, mit dem 4:1 für die Entscheidung sorgte (88.).

          Enttäuschung für Nagelsmann

          Dortmund kann nun durch zwei Siege in den beiden letzten Ligaspielen seinen Platz in der Champions League sichern, nachdem der BVB unter Terzic in diesem Wettbewerb zudem das Viertelfinale erreicht hatte. Der verdiente Sieg in Berlin in einem packenden Finale bedeutete den fünften Pokalsieg in der Dortmunder Historie. Zuletzt hatte der BVB vor vier Jahren gegen Frankfurt (2:1) triumphiert. Dies war seither auch der letzte Titelgewinn für die Dortmunder.

          Auch wenn sich Leipzig nach dem 0:3-Rückstand nach der Halbzeit den Mut nicht sinken ließ und sich erheblich steigerte, wird sich der künftige Bayern-Trainer Julian Nagelsmann mit einer Enttäuschung aus Leipzig verabschieden. Die Niederlage gegen den BVB, die Leipzig nach der Pause auch trotz aller Leidenschaft nicht mehr verhindern konnte, war für den großen, aber weiterhin titellosen deutschen Aufsteiger der vergangenen Jahre schon die zweite Niederlage in einem Pokalfinale. „Wir sind das zweite Mal in drei Jahren da und bekommen das zweite Mal auf den Sack, das ist natürlich bitter“, sagte RB-Vorstandschef Oliver Mintzlaff später.

          Eine Woche nach ihrem 3:2-Sieg in der Liga gegen Leipzig, in der Dortmund nach nur sieben Minuten die Führung gelungen war, startete der BVB auch in Berlin wieder enorm zielstrebig. Diesmal gelang der Borussia sogar schon mit der ersten Torchance nach fünf Minuten das 1:0. Auf Höhe der Mittellinie, noch in der Dortmunder Hälfte, hatte Reus im Zweikampf mit Kampl den Ball erobert, Haaland beförderte sein Zuspiel in schwieriger Lage weiter auf die linke Seite. Von dort zirkelte Sancho, der im Strafraum nicht entschlossen genug attackiert wurde, den Ball unhaltbar in die hintere Torecke.

          Leipzig steckte den Rückstand aber schnell und gut weg. Nach zehn Minuten übernahm das Team von Nagelsmann allmählich die Initiative und setzte den BVB mit starkem Positions- und Kombinationsspiel unter Druck. Doch zu gefährlichen Torchancen reichte die Überlegenheit zunächst nicht. Dortmund wirkte durch die letzten fünf Siege in der Bundesliga und die frühe Führung selbstbewusst, entschlossen und gefestigt, zudem zweikampflustig.

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