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DFB-Pokal: 1:0 in München : Schalke plagiiert Dortmund

  • -Aktualisiert am

Finale! Siegtorschütze Raúl jubelt Bild: REUTERS

Schalke macht es wie der große Rivale und gewinnt in München - auch wenn es nur zu einem 1:0-Sieg reicht. Ein Raúl-Tor ermöglicht das Ruhrpott-DFB-Pokalfinale gegen Duisburg. Den Bayern droht nach der ersten Pokal-Heimniederlage nach zwei Jahrzehnten ein Jahr ohne Titel.

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          Die Woche der Wahrheit ist für den FC Bayern München eine Woche der Demütigung. Nachdem die Mannschaft von Trainer Louis van Gaal am Samstag der letzten kleinen Titelhoffnungen in der Bundesliga beraubt worden war, ist nun auch die nächste Trophäe verloren. Der FC Schalke 04 besiegte den Rekordmeister am Mittwoch im Halbfinale des DFB Pokals durch das Tor von Raul 1:0 und trifft nun im Endspiel am 21. Mai in Berlin auf den MSV Duisburg. „Wir können noch viel gewinnen. Ich glaube daran, und ich glaube auch, dass die Spieler daran glauben“, hatte van Gaal vor dem Spiel gesagt - und nun muss er damit rechnen, am Ende der Saison sogar mit leeren Händen dazustehen.

          Denn in der Champions League, dem letzten Wettbewerb, in dem die Bayern noch vertreten sind, ist die Mannschaft in der derzeitigen Verfassung keine Konkurrenz für Barcelona, Real Madrid oder Manchester United. Die Bayern wirkten vor 69.000 Zuschauern in der Münchner Arena wieder unsicher in der Defensive und nach vorne fehlte gegen eine gut gestaffelte Schalker Abwehr die Durchschlagskraft.

          Manuel Neuer bekam derweil schon einmal einen Vorgeschmack auf das, was ihn erwarten würde, sollte er im Sommer tatsächlich zum FC Bayern wechseln. Die Münchner Fans zeigten vor Anpfiff der Partie mit kleinen und größeren Plakaten, dass sie von einer Verpflichtung der deutschen Nummer eins nicht viel halten, dass ihre Sympathien Thomas Kraft gehören. „Koan Neuer“, also „Kein Neuer“ war zu lesen und „Thomas Kraft statt Neuers Lobby“. Der Schalker Torhüter wurde bei jeder Parade, bei jedem Ballbesitz ausgepfiffen.

          Mario Gomez: Hilft nur noch Beten?

          „Ich glaube, dass nicht Superman im Tor steht. Gegen ihn kann man auch Tore schießen“, hatte Robben vor der Partie gesagt. Er hatte dies im Halbfinale des vergangenen Jahres auch bewiesen. Damals war dem Holländer das einzige Tor der Partie am Ende der Verlängerung in der Allianz Arena gelungen, dieses Mal schaffte weder er noch ein anderer Münchner Spieler, ein Tor gegen Neuer zu erzielen.

          Und wieder Schweinsteiger

          Der Nationaltorhüter verlebte lange einen ruhigen Abend in der Münchner Arena, der Offensivdrang der Bayern, bei denen Luiz Gustavo wie in Mailand im Mittelfeld spielte und dafür Danijel Pranjic auf der linken Abwehrseite, endete an der Strafraumgrenze. Magath hatte auf den zweiten Stürmer verzichtet, dafür einen Defensivmann mehr aufgeboten - und das Dortmunder Erfolgsmodell vom vergangenen Samstag kopiert. Ähnlich wie der Tabellenführer schaffte es auch Schalke, Franck Ribery und Arjen Robben aus dem Spiel zu nehmen. Der Franzose nahm es immer wieder mit drei Gegenspielern am 16-Meter-Raum auf und lief sich meistens fest.

          Robben musste sich weit zurückfallen, um wenigstens gelegentlich in Ballbesitz zu kommen. Aber bis in den Strafraum schaffte er es selten, eine gute Schussposition ergab sich gar nur einmal, in der 17. Minute traf er aber nur das Außennetz. Kurz zuvor hatte Schalke dem Rekordmeister einen ersten Nackenschlag verpasst. Nach einer knappen Viertelstunde brachte die erste Ecke für die Gäste gleich Gefahr fürs Münchner Tor. Raul schoss volley aus zehn Metern, aber Mario Gomez konnte vor der Linie klären - auf Kosten des nächsten Eckballs. Wieder stimmte die Zuordnung nicht. Höwedes wurde von Schweinsteiger nicht energisch genug im Luftkampf gestört und köpfte zum freistehenden Raul. Der Spanier traf aus kurzer Distanz zum 1:0 für Schalke (15.).

          Bayern hilflos

          Ein paar Minuten später entwischte Farfan Lahm, der harmlose Schuss des Peruaners landete allerdings in Krafts Arme. Und noch einer guten halben Stunde brachte wieder eine Standardsituation die Bayern-Defensive in Unordnung. Dieses Mal schoss Höwedes nach einer Ecke auf das Tor, und dieses Mal rettete Thomas Müller (35.).In der zweiten Hälften nahm der FC Bayern etwas Tempo auf, und begann Neuer zu beschäftigten. Zuerst kam Robben nach der guten Bayern-Flanke des Abends, getreten von Pranjic, etwas zu spät (47.), dann scheitert Schweinsteiger mit einem Kopfball an Neuer (49.). Schalke traute sich nun kaum mehr, den eigenen Strafraum zu verlassen, selbst Raul musste in der Defensive aushelfen und war mehr in der eigenen Hälfte zu finden als in der des Gegners.

          Aber nach den erfolglosen Versuchen, das Spiel noch zu drehen, ebbte die Angriffslust der Bayern wieder ab. Für den Münchner Anhang gab es nur noch einen Höhepunkt. Als in der 69. Minute Neuer von Robben umgerannt wurde, missfiel dies zwar zurecht dem Schiedsrichter, der dem Holländer die gelbe Karte zeigte, nicht aber den Fans des Rekordmeisters, die riefen „Zugabe“. Für die Leistung der Mannschaft galt dies allerdings nicht. Die Münchner gaben zwar bis zum Schluss nicht auf, aber am Ende war Schalke dem 2:0 näher als der enttäuschende FC Bayern dem Ausgleich.

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