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DFB meldet Spieler : Thomas Müller darf von Olympia träumen

  • Aktualisiert am

Doch noch mal im Nationaltrikot? Thomas Müller darf auf Olympia hoffen. Bild: dpa

Stefan Kuntz geht entspannt mit den vielen Spekulationen um sein Olympia-Team um. Der Erfolgscoach der U21 lässt sich viele Optionen offen. Das „letzte Puzzleteil“ sorgt für besondere Spannung.

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          Die ehemaligen Fußball-Weltmeister Mats Hummels und Thomas Müller können ebenso wie Max Kruse und Sandro Wagner auf eine Olympia-Teilnahme hoffen. U21-Nationaltrainer Stefan Kuntz bestätigte am Mittwoch, dass Hummels, Müller, Kruse und Wagner ebenso wie Maximilian Arnold, Davie Selke und Maximilian Eggestein auf einer Liste mit rund 50 Namen für die Nationale Anti-Doping-Agentur Nada stehen.

          „Ich habe in den letzten Tagen viele Vorbereitungstrainingslager der Bundesligisten besucht, um mich mit den Trainern, Sportdirektoren und Spielern auszutauschen. Natürlich ging es dabei auch um den Olympia-Kader und dementsprechende Spieler-Abstellungen“, sagte Kuntz in einem Interview auf der Seite des Deutschen Fußball-Bundes.

          Beim „langfristigen Prozess“ der Olympia-Planung ist die Nada-Liste ein wichtiger Zwischenschritt. Profis, die nicht darunter sind, oder nicht wie Hummels und Müller noch zum Testpool der A-Nationalmannschaft gehören, haben keine Chance mehr beim Fußball-Turnier in Tokio als einem olympischen Höhepunkt dabei zu sein. Müller, der wie Hummels von Bundestrainer Joachim Löw nicht mehr berücksichtigt wird, hatte die spektakuläre Olympia-Idee, möglicherweise zusammen mit Ehefrau und Dressurreiterin Lisa Müller, zuletzt als eine „coole Spinnerei“ bezeichnet.

          Ältere Spieler als „letztes Puzzleteil“

          Kuntz darf für Tokio Spieler nominieren, die nach dem 1. Januar 1997 geboren sind. Drei der insgesamt 20 Akteure dürfen aber auch älter sein. „Das kann ich verstehen, denn die Fußballfans erwarten, dass das die prominentesten Namen in unserem Kader sein werden“, sagte der 57-Jährige. Öffentlich spekuliert wurde auch über eine Teilnahme von Lukas Podolski.

          „Aber die drei älteren Spieler werden unser letztes Puzzleteil sein. Nach der Saison schauen wir zunächst, welche Spieler und Positionen wir mit dem aktuellen U21-Kader und dem 97er Jahrgang besetzen können“, betonte Kuntz. Danach werde man überlegen, „auf welchen Positionen wir noch Nachholbedarf haben, welche Typen uns im Gesamtgefüge noch fehlen, um die junge Mannschaft anzuführen und welche Spieler bereits über Turniererfahrung verfügen“.

          Die finale Nominierung für die Sommerspiele vom 24. Juli bis zum 9. August erfolgt erst im Juni. Kuntz will dann Spieler aus möglichst vielen unterschiedlichen Vereinen berücksichtigen, um die Belastung für die Klubs zu verteilen. Vor vier Jahren war die Regel, dass kein Bundesligaklub mehr als deutsche zwei Spieler zu den Spielen entsenden muss. „Dazu haben wir festgelegt, dass kein Spieler an zwei Turnieren - also der EURO und Olympia - teilnehmen wird“, sagte Kuntz.

          Für den Europameister von 1996 ist vor allem ein Unterschied zur U21-EM entscheidend. „Wir dürfen nur 16 Feldspieler und zwei Torhüter nominieren. Das sind fünf Spieler weniger als wir es gewohnt sind, obwohl wir im Drei-Tages-Rhythmus spielen werden“, sagte Kuntz. „Die Belastungssteuerung und eine gute Physis der Spieler werden also entscheidende Kriterien bei der finalen Nominierung sein.“

          Vier Jahre nach Olympia-Silber für die Auswahl von Trainer Hrubesch, als Lars und Sven Bender sowie Nils Petersen die drei Team-Routiniers waren, strebt die deutsche Mannschaft auch in Tokio eine Topplazierung an. „Wir werden als Fußballer Teil des olympischen Teams Deutschlands sein und wollen unser Land natürlich möglichst erfolgreich vertreten“, sagte Kuntz, der erst einmal andere Aufgaben im Blick hat.

          Die im März anstehenden Qualifikationsspiele für die EM 2021 in Slowenien und Ungarn haben für ihn „aktuell Priorität“. „Wir wollen auch dort unbedingt wieder den deutschen Fußball vertreten“, sagte Kuntz. Sein Team belegt in der Qualifikation mit sechs Punkten aus drei Spielen hinter Belgien (7 Punkte/4 Spiele) Rang zwei. Der Gruppensieger erreicht sicher die Endrunde.

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