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Neuaufbau des DFB-Teams : Die knifflige Suche nach dem neuen Miroslav Klose

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Das waren noch Zeiten: Miroslav Klose mit seinen Söhnen nach dem WM-Titelgewinn 2014 in Rio Bild: Picture-Alliance

Werner, Sané, Reus, Gnabry oder Brandt – die flinken Stürmer stehen für die Zukunft der deutschen Nationalelf. Doch ein Typ wie Miroslav Klose fehlt. Und die Suche nach einem Nachfolger bereitet einige Probleme.

          Vor wenigen Tagen erhielt der Deutsche Fußball-Bund (DFB) mit der Übergabe des früheren Rennbahn-Geländes durch die Stadt Frankfurt endgültig grünes Licht für sein „Leuchtturmprojekt“ Akademie. Präsident Reinhard Grindel sieht dort „großartige Chancen“ für die Entwicklung des deutschen Fußballs, ab 2021 sollen auf dem 15 Hektar großen Teilstück künftige Nationalspieler geformt werden. Bundestrainer Joachim Löw allerdings bräuchte beim Neustart mit der DFB-Elf sofort neue Stars – am liebsten fürs Sturmzentrum.

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          „Ein Stürmertyp wie Miro Klose fehlt uns schon“, sagte Löw der Zeitungsgruppe G14 vor dem Länderspiel an diesem Sonntag (20.45 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur EM-Qualifikation und bei RTL) in den Niederlanden. Das Team um Oliver Bierhoff, dem in seiner Direktion neben den Nationalmannschaften auch die Akademie untersteht, habe sich da „schon viele Gedanken gemacht und denke auch an positionsbezogene Ausbildungen, das sind gute und richtige erste Schritte.“ Doch Löw kann nicht verhehlen, dass ihm das alles viel zu langsam geht.

          Timo Werner, Leroy Sane, Serge Gnabry, Marco Reus oder Julian Brandt – in der DFB-Auswahl gebe es inzwischen „andere Typen“, sagte Löw, „aber das Ideal verkörpert für mich ein Klose. Er war schnell, kopfballstark, er konnte andere Spieler einsetzen, der finale Pass kam oft von ihm.“ Einen Youngster, der all dies in einer Person vereint, hat Löw nicht. Dabei braucht er einen Typen wie Klose dringender denn je. „Wir sind und bleiben eine Mannschaft, die Kombinationsfußball spielt und liebt. In dieser Frage bin ich zu keinen Kompromissen bereit“, sagte er zuletzt: „Es wird auch ohne Klose keinen anderen Spielstil geben!“ Davon rückt er trotz seines neuen Mantras von „mehr Tempo, mehr Dynamik, mehr Zielstrebigkeit“ nicht ab.

          Und die derzeit führenden Fußball-Nationen machen es ja vor: Ob Weltmeister Frankreich mit Olivier Giroud, die aufstrebenden Engländer mit Harry Kane oder Belgien mit Romelu Lukaku – alle haben einen echten Mittelstürmer in ihren Reihen. Allerdings: Löw denkt bei seiner Suche nach dem „neuen Miro“ schon einen Schritt weiter. Die von Bierhoff angemahnte „Ausbildungsreform“ im deutschen Fußball soll einen „Klose 2.0“ hervorbringen.

          „Schnelle Lösungen auch unter Druck, schnelle Aktionen im letzten Drittel, Torgefahr ausstrahlen und den Gegner vor Probleme stellen, das ist das Hauptthema, das wieder zu erreichen“, sagte Löw, als er die Gründe seines neuen Jugendstils erklärte. Dazu gehören für ihn und den früheren Stürmer Bierhoff nicht nur feine Füßchen, sondern auch ein kluger Kopf.

          „Wir brauchen Spieler, die im kognitiven Bereich besser ausgebildet sind“, sagte Löw, „Spieler mit schneller Auffassungsgabe. Da haben wir noch ganz viel Luft nach oben.“ Der Fußball der Zukunft stelle die eine entscheidende Frage: „Wer hat diese Handlungsschnelligkeit im Kopf?“ Dies gelte es im U-Bereich gezielt zu schulen, betonte Löw: „Wir wollen Eins-gegen-eins-Spieler, individuelle Kunst. Spieler, die Entscheidungen herbeiführen können.“ Bierhoff sieht den DFB hier vor einer „Mammutaufgabe“, die Zeit brauche. Zeit, die Löw nicht hat. Dem deutschen Fußball bleibt ein Trost: Der Erbbauvertrag für die Akademie hat eine Laufzeit von 99 Jahren.

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