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DFB und Likes von Gündogan/Can : Nicht viel gelernt

Doch ein Gefühl für Politik? Ilkay Gündogan spürt anscheinend sein Herz für Deutschland schlagen. Bild: Getty

Die Nationalspieler Gündogan und Can können mit der Rücknahme ihrer Likes für den türkischen Soldatengruß eines Fußballkumpels die politische Diskussion nicht stoppen. Der DFB versucht abermals Schadenbegrenzung durch Schweigen und Beschwichtigen.

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          Der Pressesprecher der Nationalmannschaft ging nach der zweiten Frage dazwischen. Es bringe jetzt nichts, dem Bundestrainer noch weitere Fragen zu den Likes von Ilkay Gündogan und Emre Can zu stellen, die Antworten würden dann auch nicht anders ausfallen, beschied der DFB-Mann den Journalisten auf der Pressekonferenz nach dem 3:0-Sieg über Estland. Zudem fehlten Joachim Löw unmittelbar nach dem Spiel noch Detailkenntnisse. Er bitte um Verständnis. Noch sportliche Fragen?

          Fußball-Länderspiele
          Michael Horeni

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Dem Bundestrainer, so schien es, war der resolute Einsatz seines Pressesprechers in Tallinn ganz recht. Und vermutlich lag der auch gar nicht so falsch mit seiner Einschätzung, dass Joachim Löw seine Antworten in politischer Sache kurz vor der Geisterstunde wohl tatsächlich nur variieren würde. Der Bundestrainer hatte auf der Pressekonferenz bis dahin jedenfalls kein Interesse erkennen lassen, sich vertiefend zu einer zahlreiche Fans verstörenden Sache zu äußern, die in ihrer Wirkung weit über den Fußballplatz hinaus reichte und an das vielleicht dunkelste Kapitel der deutschen Nationalmannschaft der vergangenen Jahre anknüpfte. „Das beste Statement hat Ilkay heute auf dem Platz gegeben: mit seiner Antwort, mit seinen zwei Toren“, sagte der Bundestrainer. So, als wäre damit alles gesagt. Und als könnte man unbedachte oder unabsichtliche politische Kommentierungen aus der Welt schaffen, wenn man das Tor trifft.

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