https://www.faz.net/-gtl-9mi19

Neue Akademie in Frankfurt : Der DFB und das Silicon Valley des Fußballs

Alles unter einem Dach: 2021 soll das DFB-Leistungszentrum in Frankfurt eröffnet werden. Bild: dpa

Mit dem Spatenstich beginnt der DFB seinen Jahrhundertbau – auf 15 Hektar. Ein etablierter Entwickler trägt die ganze Verantwortung. Die Hoffnungen in den Umzug in eines der modernsten Fußballzentren der Welt sind groß.

          4 Min.

          Der alte Torbogen zur Galopprennbahn steht noch und wird wohl auch erhalten bleiben, weil er nach Angabe des zuständigen Amtes unter Denkmalschutz steht. Es wird das letzte Überbleibsel sein, das noch an die früheren Pferderennen erinnert. Ansonsten laufen auf dem riesigen Areal zwischen der Frankfurter Innenstadt und dem Flughafen, um das in einem teilweise skurrilen Rechtsstreit einige Jahre gekämpft wurde, die Vorarbeiten für eines der prestigeträchtigsten Bauprojekte des deutschen Sports. Viel Erde wird gerade bewegt, verdichtet, Schotter angefahren, damit demnächst die Fundamente für die Gebäude gegossen werden können. Ein Bauzaun umgibt die 15 Hektar große Fläche. Am Freitag erfolgte der Spatenstich.

          Michael Ashelm

          Redakteur in der Wirtschaft.

          „Der neue DFB & seine Akademie“ steht auf einem großen Schild an der Straße. Bauherr ist der Deutsche Fußball-Bund (DFB), manche Beteiligte sprechen hochtrabend vom „Silicon Valley des Fußballs“, das nach derzeitiger Planung bis zum Jahr 2021 entstehen soll. Die imposante Skyline der Stadt mit den Wolkenkratzern erscheint wie ein Steinwurf entfernt; nicht mal zwei Kilometer in die andere Richtung liegt im Stadtwald die Fußballarena, Heimstätte des Bundesligaklubs Eintracht Frankfurt. „Der neue Standort soll das emotionale Zuhause für den gesamten DFB und seine Nationalmannschaften werden. Unser Anspruch ist es, ein modernes Leistungszentrum aufzubauen, in dem mit der Akademie auch Forschung und Lehre eine Heimat finden“, sagte der DFB-Generalsekretär Friedrich Curtius der F.A.Z. Die Kombination aus den baulichen Möglichkeiten auf dem Gelände und der Nähe zum Flughafen sowie Hauptbahnhof in Frankfurt könne nicht besser sein.

          Rund 150 Millionen Euro will der DFB in das Projekt stecken – die eine Hälfte stammt aus Eigenkapital sowie Zuschüssen der internationalen Fußballorganisationen Fifa und Uefa, die andere von Krediten. Die Stadt Frankfurt hat dem Verband das Gelände für 99 Jahre in Erbpacht übergeben. Dafür zahlt der DFB einmalig knapp 7 Millionen Euro – gegenüber dem ansonsten meist jährlich fälligen Erbpachtzins von meist 3 bis 4 Prozent auf den Grundstückswert erscheint dies als ein eher geringer Betrag. In die Investitionssumme einkalkuliert sei eine Reserve von 3 Millionen Euro für eventuelle Nachträge, sagte Curtius. Die Baugenehmigung hat allein schon 970.000 Euro gekostet, das Gutachten zur Baustatik noch mal eine halbe Million Euro.

          Eine Schlüsselrolle im Projekt kommt dem beauftragten Generalübernehmer Groß & Partner zu. Die in Frankfurt ansässige Grundstücksentwicklungsgesellschaft hat in den vergangenen Jahren viele Projekte erfolgreich umgesetzt – Bürotürme, Hotels, Wohnquartiere. Das neue Domizil der Deutschen Börse in Eschborn, die Catering-Werksanlage des Lufthansa-Tochterunternehmens LSG Sky Chefs sowie der Bau der Frankfurter Fußballarena für die Weltmeisterschaft 2006 gehörten ebenfalls dazu. „Wir können Großprojekte und sind auch ein Stück stolz darauf, dass wir an der Zukunft des deutschen Fußballs mitbauen werden“, sagte Peter Matteo auf Anfrage. Er ist einer der Geschäftsführer von Groß & Partner, Leiter des Projektmanagements und der Bauabwicklung.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Sogenannte Fußballfans in Bulgarien, einem „der tolerantesten Länder der Welt“?

          Gegen den Hass : Die Strafen müssen weh tun

          Im Fußball hat sich ein Klima entwickelt, in dem sich Rassisten und Nazis ungeniert ausleben. Sanktionen schlugen bislang fehl. Ohne Punktabzüge und Disqualifikationen wird es nicht gehen. Aber selbst das reicht nicht.
          Wer zu den Besten in der Forschung gehören möchte, muss sich den Platz hart erkämpfen. Auch in Deutschland gibt es hierfür inzwischen Graduiertenschulen, die die Promovierenden unterstützen.

          Spitzenforschung : Wo die Promotion zur Selektion wird

          Amerikas Dominanz in der Spitzenforschung hat auch die hiesige Nachwuchsförderung kräftig umgekrempelt. Wer oben mitspielen will, muss an eine Graduiertenschule und sich von dort aus die begehrten Plätze erkämpfen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.