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DFB-Elf gegen Niederlande : Der Plan mit der „Malocher-Mentalität“

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Will gegen die Niederlande mit Leistung punkten: Marco Reus Bild: dpa

Nach dem Stotterstart ins neue Länderspieljahr wartet auf die stark verjüngte Fußball-Nationalmannschaft zum Beginn der EM-Qualifikation ein richtig schwerer Brocken. Dabei steht viel auf dem Spiel.

          Leroy Sane schraubte an der Karosserie, Marco Reus werkelte am Unterboden, Joshua Kimmich probierte sich in der Lackiererei. Bei ihrem Besuch im Stammwerk des neuen Premiumpartners Volkswagen tauschten die Nationalspieler am Freitag das Trikot gegen eine graue Arbeiterjacke, die Fußballtreter gegen Sicherheitsschuhe und den Ball gegen Schraubenschlüssel.

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          „Es war beeindruckend“, sagte Leon Goretzka hinterher: „Da greifen viele Mechanismen ineinander, viele Dinge sind millimetergenau geplant.“ Von dieser Annäherung an Perfektion ist die stark verjüngte DFB-Auswahl vor dem schweren Spiel am Sonntag (20.45 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur EM-Qualifikation und bei RTL) in Amsterdam weit entfernt. Beim Erzrivalen Niederlande geht es um mehr als nur die ersten Punkte in der EM-Qualifikation: Das Spiel ist zugleich Reifeprüfung, Revanche und ultimativer Stimmungstest.

          Löw tüftelt am Matchplan

          „Wir brauchen ein schnelles Umschaltspiel, müssen kompakt stehen und eine Gier an den Tag legen, dieses Spiel unbedingt gewinnen zu wollen“, forderte Reus. Man müsse mit „der richtigen Einstellung ans Werk“ gehen und eine „Malocher-Mentalität“ zeigen, sagte der Junge aus dem Ruhrpott: „Dann haben wir auch da eine Chance.“

          Bundestrainer Joachim Löw fehlte beim Werksbesuch, er „tüftele“ bereits intensiv an seinem Matchplan für das Duell gegen Oranje, hieß es vom DFB. Die Niederländer, die zum Auftakt der EM-Qualifikation am Donnerstag Weißrussland souverän 4:0 besiegten, sind dem deutschen Team in Sachen Umbruch einen großen Schritt voraus. Goretzka erwartet „ein heißes Spiel“ – zumal das DFB-Team etwas gutzumachen hat.

          Etwas mehr als fünf Monate ist es her, dass die Nationalmannschaft an selber Stelle beim 0:3 gedemütigt worden war. Die höchste Pleite im 42. Vergleich war folgenschwer: Der stark unter Druck geratene Löw gab sein Zögern auf und leitete den Umbruch ein, den viele von ihm schon direkt nach dem blamablen WM-Vorrunden-Aus gefordert hatten. Und den er mit dem Aus der Rio-Weltmeister Thomas Müller, Mats Hummels und Jerome Boateng auf die Spitze trieb. Nur mit einem engagierten Auftritt in Amsterdam kann Löw seinen Kritikern den Wind aus den Segeln nehmen. Vor dem Duell mit seinen Landsleuten warf Schalke-Trainer Huub Stevens dem Bundestrainer einen "unnötigen Radikalismus" beim Neuaufbau vor.

          Am Sonntag wird Löw wohl wieder auf mehr Erfahrung setzen. Vor allem die erste Halbzeit gegen stark ersatzgeschwächte Serben (1:1) zeigte ihm auf, dass die „jungen Wilden“ dringend gestandene Profis an ihrer Seite benötigen. Deshalb gab er Reus und dem bislang geschonten Toni Kroos eine Startelf-Garantie. Im Tor erhält Manuel Neuer den Vorzug vor Herausforderer Marc-André ter Stegen. In der Abwehr dürften die erfahreneren Antonio Rüdiger und Matthias Ginter beginnen.

          Ungeachtet des Personals sei Deutschland gegen Oranje „nicht der Favorit“, sagte Nationalmannschaftsdirektor Oliver Bierhoff. Ein Unentschieden fände Mittelfeldspieler Ilkay Gündogan daher „nicht so schlecht“. Der Spielmacher von Manchester City betonte aber auch: „Verstecken müssen wir uns auch nicht, wir haben eine tolle Mannschaft.“

          Diese steht nach dem Rassismus-Vorfall beim Spiel gegen Serbien, als Gündogan und Sané beleidigt worden sein sollen, noch enger zusammen. Goretzka und Reus hielten am Freitag flammende Plädoyers. Er sei „entsetzt“, sagte Goretzka: „Fremdenfeindlichkeit hat keinen Platz im Stadion und in der Gesellschaft.“ Reus betonte: „Wir stehen für Vielfalt, die Hautfarbe ist egal.“

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