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Probleme beim Nachwuchs : Deutscher Rumpelfußball der Zukunft

Die deutsche U 19 von Trainer Guido Streichsbier verpasst die EM. Bild: Picture-Alliance

Die DFB-Elf zeigt einen aufmunternden Auftritt in den Niederlanden. Doch die Jugend kann kaum mehr mithalten. Viele Siege kann Fußball-Deutschland nicht mehr feiern – und so schnell werden sie vermutlich auch nicht zurückkommen.

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          Wenn man sich die deutschen Fußball-Nationalmannschaften als Pyramide und das Team von Bundestrainer Löw als deren Spitze vorstellt, kann deutschen Fans beim Blick nach unten – also dort, wo die Zukunft liegt – ganz schön mulmig werden. Nur wenige Tagen nach dem aufmunternden Auftritt der Nationalelf in Amsterdam mit den jungen Wirbelwinden Sané und Gnabry sind ganz schnell wieder auch all jene Schwächen sichtbar geworden, die Experten in der Nachwuchsarbeit hierzulande schon seit einigen Jahren und zuletzt immer lauter beklagen: Die deutsche Jugend kann in Europa kaum mehr mithalten. Der Rumpelfußball der Zukunft lässt grüßen.

          Die U 19 von Trainer Streichsbier hatte sich zum Ziel gesetzt, als Gruppenerster im Sommer zur Europameisterschaft nach Armenien zu fahren. Nun aber reichte am Dienstag selbst ein 3:0 gegen Ungarn nicht mehr, um sich für die EM-Endrunde zu qualifizieren. Zu viel war zuvor schiefgelaufen. Die U 19 hat damit zum zweiten Mal nacheinander die EM verpasst. Wie im Vorjahr ist Norwegen dem deutschen Nachwuchs voraus. Dass ein Land mit rund fünf Millionen Einwohnern – weniger, als der DFB an Mitgliedern zählt – die Deutschen in der wichtigsten Jugendklasse zwei Jahre nacheinander hinter sich lässt, kann man getrost auch als Armutszeugnis für ein in die Jahre gekommenes deutsches Fußball-Ausbildungssystem begreifen. Was individuelle Klasse und Wettkampfhärte des Nachwuchses angeht, liegt die europäische Spitze in weiter Ferne.

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