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EM-Qualifikation : Deutschland drückt Georgien die Daumen

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„Wir werden das Spiel gewinnen“: Bundestrainer Joachim Löw vor dem Duell mit Schottland. Bild: dpa

Mit viel Selbstbewusstsein tritt die DFB-Elf die Reise zum Spiel nach Schottland an. Mit einem Sieg kann schon am Montag das EM-Ticket gesichert werden. Dafür braucht es aber auch Schützenhilfe.

          Der begeisternde Sieg über Polen hat das Selbstbewusstsein bei Weltmeister Deutschland noch weiter gestärkt. Für Joachim Löw gibt es keine Zweifel, dass auch die zweite Aufgabe in der ersten Länderspielwoche der EM-Saison gelingt. „Wir werden das Spiel gewinnen“, verkündete der Bundestrainer vor der EM-Qualifikationspartie der Fußball-Nationalmannschaft am Montag (20.45 Uhr / Live bei RTL und im Länderspiel-Ticker bei FAZ.NET) gegen Schottland. Am Vormittag brach der Tross des Deutschen Fußball-Bundes von Frankfurt aus nach Glasgow auf. „Wir werden da auch ein gutes Spiel machen“, versprach Löw.

          Schottland ist nach dem 0:1 in Georgien in der Gruppe D auf Rang vier abgerutscht und steht mit dem Rücken zur Wand. Deutschland hat dagegen mit dem jüngsten 3:1 gegen Polen die Tabellenführung übernommen und damit alle Trümpfe in der Hand. „Das wollen wir nicht mehr hergeben“, betonte Abwehrchef Jérôme Boateng.

          Der Weltmeister ist jedoch auf eine schwere Aufgabe eingestellt. „Entspannt ist es sicherlich nicht. Wir haben nach der Weltmeisterschaft die Schotten erlebt in Dortmund. Es wird kein leichtes Spiel für uns“, erinnerte Torhüter Manuel Neuer an das Hinspiel exakt vor einem Jahr. Das DFB-Team hatte nur knapp durch ein spätes Tor von Thomas Müller mit 2:1 gewonnen. „Wir müssen aufpassen, dass wir nicht zu sehr in Euphorie sind und denken, alles ist ein Selbstläufer“, mahnte Teammanager Oliver Bierhoff.

          Beim Rückspiel im berühmten Hampden Park von Glasgow könnten mit einem Sieg und der Hilfe von Georgien in Irland schon vor den letzten zwei Qualifikationsspielen die Tickets für die EM-Endrunde vom 10. Juni bis 10. Juli 2016 in Frankreich fix gebucht werden. Drei Spieltage vor Quali-Ende führt der Weltmeister mit 16 Punkten vor Polen (14), Irland (12) und den Schotten (11) die Gruppe an. „Wir sind nicht schlecht drauf, haben Spaß miteinander, das wollen wir auch in Schottland zeigen“, betonte Bayern-Profi Müller.

          Fast wie im WM-Sommer: Jerome Boateng (links) und Mario Götze beim 3:1-Sieg über Polen. Bilderstrecke

          Robert Lewandowski outete sich nach der Niederlage in  Frankfurt am Freitag derweil als Fan des Weltmeisters. „Wir hoffen natürlich, dass Deutschland auch in Schottland gewinnt“, äußerte Polens Topstürmer seinen Wunsch für den Spieltag am Montag.  Die „Bravehearts“ wollen dies im Hampden Park mit aller Macht verhindern. „Ich bin sicher, dass unsere Spieler eine tolle Leistung abliefern wollen“, redete Trainer Gordon Strachan seinen Schützlingen für das Duell mit der DFB-Auswahl Mut zu.

          Eine Niederlage gegen die Löw-Truppe wäre fast schon das Aus für Europa. „Ich habe immer gesagt, das ist ein steiniger Weg, um dahin zu kommen, wo wir hinwollen. Heute Abend haben wir uns eine Beule geholt, damit müssen wir klarkommen, und ich habe volles Vertrauen in meine Spieler“, versicherte Strachan nach der Pleite in Georgien. „Ich habe nur im Kopf, dass wir noch drei Spiele haben. Und ich möchte so viele Punkte wie möglich holen.“

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          Das wollen auch die Polen, die gegen Fußball-Zwerg Gibraltar vor einer ungleich leichteren Aufgabe stehen. „Wir müssen auf uns schauen und gewinnen“, meinte Lewandowski. Der Angreifer vom deutschen Rekordmeister Bayern München kann dabei seine Quote in der Ausscheidung weiter nach oben treiben. Beim 1:3 gegen den Weltmeister erzielte Lewandowski bereits seinen achten Treffer.

          Der reichte jedoch nicht zum erhofften Punktgewinn, weil ihm seine Bayern-Kollegen die Tour vermasselten. Vorne trafen Thomas Müller und zweimal Mario Götze, hinten vereitelten Torwart Manuel Neuer mit einer Glanzparade und Götze mit einer Rettungsaktion auf der Linie kurz vor der Pause zwei große Ausgleichschancen von Lewandowski. Deshalb tat dem Torjäger die Niederlage in einem rasanten Spiel ein bisschen weh. „Mit etwas Glück hätten wir ein Unentschieden erreichen können“, stellte er fest. „Wir spielten gut, aber wie üblich gewannen die Deutschen: Die Schlacht von Frankfurt endete ohne Happy End“, schrieb die Zeitung „Fakt“.

          Trainer Adam Nawalka baute seine enttäuschten Schützlinge umgehend wieder auf. „Wir haben alles riskiert und fast den Ausgleich gemacht. Es kann keine Rede von einer Niederlage sein. Streckenweise hat unser Spiel sehr gut ausgesehen, die Spieler haben sehr viel Arbeit investiert und immer an sich geglaubt. Wir gehen in eine gute Richtung“, sagte Nawalka.

          Das trifft aber auch auf Irland nach dem 4:0 in Gibraltar zu. „Die Partie gegen Georgien am Montag ist sehr bedeutend“, sagte Doppeltorschütze Robbie Keane. Der 35-Jährige hat in EM-Spielen nun schon 23 Mal getroffen und ist damit die Nummer zwei hinter Portugals Superstar Cristiano Ronaldo (26). „Wir haben es jetzt selbst in der Hand. Das gibt uns eine gehörige Portion Selbstvertrauen“, erklärte Irlands Teammanager Martin O'Neill.

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