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2:4 gegen die Niederlande : Spiel gedreht, Deutschland besiegt

Ratlos in Halbzeit zwei: Die deutsche Elf um Neuer (Mitte), Tah (rechts) und Kroos geben eine Führung aus der Hand. Bild: AP

Deutschland verspielt die höchst komfortable Ausgangssituation in der EM-Qualifikation. Nach der Niederlage gegen die Niederlande steht das deutsche Team noch mal unter Druck im Kampf um den Einzug in die Endrunde.

          Der Aufschwung der deutschen Mannschaft hat zu Beginn der EM-Saison einen ersten Dämpfer erhalten. In einem in der zweiten Halbzeit leidenschaftlichen und packenden Duell gegen die Niederlande verloren die Deutschen 2:4. Die Niederlage in einer hin- und herwogenden Partie war nach einem Einbruch in der zweiten Halbzeit verdient. Gnabry hatte das Team von Bundestrainer Löw in der ersten Halbzeit in Führung gebracht (9.), doch nach dem Wechsel drehten die Niederländer das Spiel durch Tore von de Jong (59.), ein Eigentor Tahs (65.) sowie Treffer von Malen (79.) und Wijnaldum (90.+1). Der deutschen Mannschaft war nur noch der zwischenzeitliche Ausgleich durch Kroos (72., Handelfmeter) gelungen.

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          Michael Horeni

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Die Deutschen hatten der dominanten und kombinationsstärkeren Spielweise der Niederlande nach der Pause nicht mehr viel entgegenzusetzen, nachdem sie in der ersten Halbzeit noch die besseren Chancen gehabt haben. Die Niederländer glichen damit das direkte Duell gegen die Deutschen nach dem 2:3 in Amsterdam aus und sorgten mit ihrem Sieg nun für große Spannung in der EM-Qualifikationsgruppe C, die weiter von Nordirland angeführt wird.

          Führung aus dem Nichts

          Die Führung der deutschen Mannschaft nach neun Minuten war wie aus dem Nichts entstanden. Oder besser: Nach einer Anfangsphase, in der die Niederländer die deutsche Mannschaft mit ständigem Ballbesitz von zeitweise rund 80 Prozent beherrscht hatten und ihr keinen Raum zur Entfaltung gelassen hatte. Auch die bis dahin erste und einzige Chance des Spiels hatte sich die Mannschaft von Trainer Koeman erspielt, als sich Babel in der achten Minute mit kräftigem Körpereinsatz im Lauf- und Zweikampfduell gegen Tah auf Höhe der Mittellinie durchsetzte. Sein Zuspiel erreichte Depay, doch Torwart Neuer konnten dessen Schuss mit Fäusten abwehren.

          Der erste und auch gleich erfolgreiche deutsche Angriff nach der Umklammerung bestach jedoch durch Tempo und Präzision. Kimmich hatte mit einem einzigen weiten Pass aus der eigenen Hälfte dem durchgestarteten Klostermann präzise freie Bahn verschafft. Der Leipziger Defensivspezialist lief alleine auf Torwart Cillessen zu, aber er schoss direkt auf den Torwart. Den abprallenden Ball angelte sich Gnabry und traf aus kurzer Entfernung, aber durchaus schwieriger Position überlegt in die linke Ecke zum 1:0.

          Fast jeder Schuss ein Treffer: Deutschland bricht in Halbzeit zwei gegen die Niederlande und Donyell Malen ein. Bilderstrecke

          Nach der überraschenden Führung ändert sich nicht viel am Spielverlauf, wohl aber an dessen Einseitigkeit. Die Niederländer hatten bis zur Halbzeit eine Ballbesitzquote von 61 Prozent, aber gefährliche Torszenen entstanden daraus kaum – und wenn, dann vornehmlich aus Standardsituationen. Die Mannschaft von Bundestrainer Löw, der angekündigt hatte, dem Gegner nicht den Raum zu überlassen, tat aber genau dies. Der Tabellenführer stand mit seiner Fünferkette oft überraschend tief in der eigenen Hälfte, aber bei den Umschaltmomenten ging es dann immer wieder mit enormem Tempo nach vorne. In der 27. Minute hätte Gnabry bei einem Konter besser das Zuspiel auf den mitstürmenden Werner suchen sollen, als sich an einem Heber aus großer Distanz zu versuchen. Kurz darauf fehlte einem Pass von Reus auf Werner die letzte Präzision. Aber diese beiden Szenen waren dennoch vielversprechender als die niederländischen Angriffsversuche, die das deutsche Bollwerk aus dem Spiel heraus nicht ins Wackeln bringen konnten. Kurz vor der Pause hatte schließlich Reus die nach der Führung beste Chance des Spiels, nachdem ihn Kroos im Strafraum frei gespielt hatte, doch den Schuss des Dortmunders aus rund zehn Metern Entfernung konnte Cillessen mit einer Hand abwehren.

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