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2:0 für DFB-Frauen : Deutschland gewinnt das Schicksalsspiel auf Island

Die Deutschen, bei denen Kristin Demann für die wegen einer Lungenembolie fehlende Dzsenifer Marozsan die Spielführerinnenbinde trug, mussten in ihrem Bemühen um einen Sieg nicht nur dem Gegner, sondern auch den widrigen äußeren Bedingungen trotzen: Immer wieder zogen Regenschauer über Reykjavik hinweg, starker Wind erschwerte das Spiel zusätzlich. Merkwürdigerweise versuchten es die Deutschen anfangs trotzdem mit vielen langen Bällen und Flanken, einem gerade gegen die körperlich robusten Isländerinnen wenig adäquaten Mittel. Chancen blieben deshalb lange Mangelware. Nur Sara Däbritz kam einmal aussichtsreich zum Abschluss, ihr Schuss landete jedoch an der Latte (12. Minute). Zudem leisteten sich die DFB-Frauen vor den Augen des wegen der Bedeutsamkeit des Spiels eigens angereisten DFB-Präsidenten Reinhard Grindel wie in den letzten Jahren gewohnt teils groteske Abspielfehler im Spielaufbau, die allerdings unbestraft blieben.

Dominante Deutsche

Der erlösende Führungstreffer fiel in der 42. Minute, nachdem sich die Deutschen ihrer spielerischen Qualitäten besannen und mit mutigerem Passspiel zunehmend in der isländischen Hälfte festgesetzt hatten. Die isländische Torhüterin Gunnarsdottir konnte einen Distanzschuss von Melanie Leupolz nur nach vorne abklatschen, Svenja Huth schoss im Nachschuss aus vier Metern ein.

Kurz nach der Pause verweigerte die schwedische Schiedsrichterin Pernilla Larsson dem deutschen Team zunächst einen Treffer, weil sie einen Luftzweikampf zwischen Torhüterin Gunnarsdottir und der deutschen Stürmerin Lea Schüller als irregulär bewertete. Kurz zuvor hatte Alexandra Popp den Ball aus nur einem Meter Entfernung über das Tor geschossen. Mit zunehmender Spieldauer erwies sich das Team des zweifachen Weltmeisters nun körperlich überlegen, obgleich aufgrund des späten Bundesligabeginns erst Mitte September die Spielpraxis und die letzte Fitness fehlen. Island, das vor gut einem Jahr in Wiesbaden Deutschland fast nach Belieben ausgekontert hatte, kam gegen die aufmerksame deutsche Defensive im gesamten Spiel zu keiner ernsthaften Torchance. Es musste dennoch bis zur 74. Minute warten, ehe abermals die Potsdamerin Huth nach einer feinen Kombination aus elf Metern das 2:0 erzielte. „Es war das erwartet schwere Spiel, das wir verdient gewonnen haben“, sagte Spielmacherin Sara Däbritz. „Nun wollen wir auf den Färöer noch einen Sieg einfahren.“

Das abschließende Gruppenspiel auf den Färöer am Dienstag (17 Uhr, MESZ) dürfte nun nur noch Formsache sein. Die Gegnerinnen von der noch kleineren Insel im Nordatlantik sind anders als die Isländerinnen noch lange nicht konkurrenzfähig, das Hinspiel endete mit 11:0 für die deutschen Frauen, denen zudem dank des besseren Torverhältnisses im Direktvergleich mit Island ein Unentschieden reichen würde. Für die Zukunft sieht Hrubesch nun wieder alle Möglichkeiten für die deutschen Frauen unter seiner Nachfolgerin. „Martina wird das in die richtige Richtung bringen. Die Mannschaft spielt noch lange nicht, was sie wirklich kann. Bis zur WM werden Trainingsmaßnahmen Sicherheit zurückbringen.“

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