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0:0 gegen Frankreich : Ein Stückchen Neuanfang ohne Tore

Rolle rückwärts in die Zukunft: Die deutsche Nationalmannschaft mit Marco Reus zeigt gegen Frankreich Veränderungswillen Bild: dpa

Keine Tore, aber gute Ansätze: Die deutsche Nationalmannschaft verpasst gegen Weltmeister Frankreich einen Sieg. Die WM-Enttäuschung ist zumindest ein wenig überwunden.

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          Kein Tor, kein Sieg, und doch ein Spiel, mit dem ein Stückchen von einem Neuanfang gelungen scheint. Im ersten Auftritt nach dem 0:2-Debakel gegen Südkorea bei der WM in Russland ist der alte Weltmeister Deutschland gegen den neuen Weltmeister Frankreich zum Auftakt der neuen Nations League am Donnerstag in München für eine ordentliche Leistung vor allem in der Schlussphase nur mit einem 0:0, dafür aber mit Anerkennung des eigenen Publikums honoriert worden.

          Nations League
          Christian Eichler
          Sportkorrespondent in München.

          „Für uns war wichtig, dass wir Einsatz zeigen. Wir waren uns der Situation bewusst. Wir hätten einen Sieg auch sicher verdient gehabt“, sagte Thomas Müller. „Aber wir waren sicher noch nicht so befreit wie zu besten Zeiten.“ „Wir haben als Mannschaft gut gearbeitet“, sagte Toni Kroos. „Es gibt aber sicher noch zwei, drei Dinge zu verbessern.“

          Der französische Ersatztorwart Alphonse Areola wehrte in der zweiten Halbzeit mehrere deutsche Chancen mit Glanzparaden ab. Der französische Trainer Didier Deschamps, der bis auf den angeschlagenen Torwart Hugo Lloris dieselbe Startelf aufbot wie knapp acht Wochen zuvor beim 4:2 im WM-Finale gegen Kroatien, hatte gewarnt: „Wir müssen den Titelgewinn abhaken und noch wachsamer sein“. Deutschland habe „noch immer die Qualität, uns schlagen zu können.“ Der Kollege Joachim Löw, der „eine positive Ungeduld“ in seinem Team verspürt hatte, überraschte dagegen in seiner Aufstellung mit einigen Änderungen, vor allem mit einem Rückgriff auf ein Rezept des WM-Gewinns 2014: einer Abwehrkette mit vier nominellen Innenverteidiger.

          Neben Mats Hummels und Jerome Boateng waren es Antonio Rüdiger, der Linksverteidiger Jonas Hector vertrat, und Matthias Ginter, der die Rolle rechts hinten von Joshua Kimmich übernahm – der wiederum als „Sechser“ vor der Abwehr spielte, eine Position, die er seiner Zeit als Junior oft gespielt hatte, in der Nationalmannschaft zuvor aber nur kurzzeitig in seinem ersten Länderspiel.

          Harmonie vor dem Anpfiff

          Wie würden die deutschen Fans auf das Debakel in Russland reagieren? Das Bild vor Anpfiff war harmonisch, von vereinzelten Pfiffen bei der Nennung des zunächst auf der Bank sitzenden Ilkay Gündogan abgesehen – auf der Südtribüne prangte ein haushohes Herz aus Schwarz-Rot-Gold, geformt von Zuschauern mit Deutschland-Fahnen. Das deutsche Team versuchte schon früh die „Bringschuld“ gegenüber dem Publikum einzulösen, die Toni Kroos formuliert, der vor Anpfiff geehrte „Fußballer des Jahres“ in einem Fußballjahr, das als eines der schlechtesten der deutschen Fußballgeschichte in Erinnerung bleiben wird.

          Der Versuch der Wiedergutmachung wirkte sehr engagiert, wenn auch noch nicht sehr inspiriert. In der 4. Minute stürmte Rüdiger über links, brachte den ersten gefährlichen Ball vors Tor, der aber vom Stuttgarter Benjamin Pavard geklärt wurde. In der 14. ein Spurt von Timo Werner über rechts, dessen Hereingabe abgeblockt wurde. In der 18. der erste Torschuss, ebenfalls durch Werner, aber kein Problem für Areola. Die Franzosen standen meist so stabil wie während der WM und zeigten nach und nach auch offensiv, vor allem durch Kylian Mbappé und Antoine Griezmann, erste Ansätze von Gefahr.

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