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Deutschland gegen Spanien : Ein Wundertor von Emmerich

  • -Aktualisiert am

Kunstschuss in Birmingham: Emmerich überrascht Iribar im spanischen Tor Bild: picture-alliance / dpa/dpaweb

Torres, Maceda, Völler, Seeler - und Emmerich: die deutsch-spanische Fußball-Geschichte hat viele Namen. Zweimal taten die Iberer der DFB-Elf richtig weh. Unvergessen geblieben ist ein Tor von Lothar Emmerich bei der WM 1966.

          Deutschland gegen Spanien, das Duell hat eine wechselvolle Geschichte. Insgesamt fällt die Bilanz aus deutscher Sicht zwar leicht positiv aus. Acht Siegen stehen sechs Unentschieden und sechs Niederlagen gegenüber. Aber zweimal haben die Spanier den Deutschen richtig weh getan. Zuletzt vor zwei Jahren im Wiener Europameisterschaftsfinale. Fernando Torres erzielte den Siegtreffer zum 1:0, angesichts der spanischen Dominanz fühlte sich die knappe Niederlage im Finale wie eine Demütigung an.

          Peter Heß

          Sportredakteur.

          1984 war es der blonde Libero Maceda, der in der EM-Vorrunde durch sein Kopfballtor in der 90. Minute zum 1:0 die Ära Jupp Derwall im Deutschen Fußball-Bund beendete. Deutschland schied aus und Franz Beckenbauer übernahm die Geschicke. Wofür wir Maceda heute noch dankbar sein sollten.

          Häufiger litten jedoch die Spanier unter den Deutschen. 1976 scheiterten sie in zwei Spielen im EM-Viertelfinale, 1982 in Madrid in der WM-Finalrunde mit 1:2 (Tore von Littbarski und Klaus Fischer). Und auch in der EM-Vorrunde 1988 verloren die Iberer gegen Deutschland 0:2, Rudi Völler schoss damals beide Tore.

          Die erste Niederlage in einem großen Turnier blieb bis heute die spektakulärste. Bei der WM 1966 in England schied Spanien durch ein 1:2 gegen Helmut Schöns Mannschaft aus, Uwe Seeler schoss das Siegtor. Unvergessen geblieben aber ist der Ausgleichstreffer von Lothar Emmerich. Der Dortmunder Linksaußen knallte den Ball aus spitzem Winkel - wie der Brasilianer Maicon beim 1:0 gegen Nordkorea -, fast an der Außenlinie stehend, unter die Latte.

          Emmerich, für seinen exaltierten Torjubel und den legendären Spruch: „Gib mich die Kirsche“ (Könntest Du mir bitte den Ball zuspielen) bekannt, sagte seinerzeit den Journalisten: „Ich habe nicht einfach draufgeknallt, sondern instinktiv die Lage gepeilt und den richtigen Winkel gewählt.“ Bis zu seinem Tod im Jahre 2003 wurde Emmerich immer wieder auf diesen Treffer angesprochen, der die „stärkste spanische Elf aller Zeiten“ (Eigendefinition der Spanier) ins Wanken brachte.

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