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Fußball-Nationalmannschaft : Schon wieder auf der Höhe?

Rückkehr unter neuen Bedingungen und Stimmungen: Bundestrainer Löw im Kreis seiner Auserwählten Bild: dpa

Joachim Löw ist zurück beim Nationalteam. Vor dem Spiel gegen die Niederlande stehen alle Zeichen auf Erneuerung und Zuversicht. Und für Serge Gnabry gelten Sonderrechte.

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          Lan­ge nicht mehr ge­se­hen, den Bun­des­trai­ner. In den ver­gan­ge­nen neun Mo­na­ten war Joa­chim Löw der Na­tio­nal­mann­schaft tat­säch­lich so fern ge­we­sen wie noch nie in sei­nen fünf­zehn Trai­ner­jah­ren beim Deut­schen Fuß­ball-Bund (DFB). Seit No­vem­ber ver­gan­ge­nen Jah­res hat­te er nicht ein­mal vier­zehn Ta­ge mit sei­nen Spie­lern ver­bracht, letzt­mals wa­ren sie En­de März beim 3:2 in Ams­ter­dam ge­gen die Nie­der­lan­de zu­sam­men. Da­nach fiel der Bun­des­trai­ner we­gen ei­ner Ver­let­zung zum Sai­son­en­de aus.

          Michael Horeni

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Als er nun vor dem Rück­spiel an die­sem Frei­tag in Ham­burg (20.45 Uhr/im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-Nationalmannschaft und bei RTL) zu­rück zur Na­tio­nal­elf kam und am Don­ners­tag nach fast ei­nem hal­ben Jahr wie­der in der Öf­fent­lich­keit auf­ge­tre­ten ist, war der deut­sche Fuß­ball ein an­de­rer. Al­le Zei­chen im ver­jüng­ten Team ste­hen mitt­ler­wei­le auf Er­neue­rung und Zu­ver­sicht. Und auch der Bun­des­trai­ner woll­te in Ham­burg kei­nen Zwei­fel dar­an auf­kom­men las­sen, dass für sein Team ei­ne neue und hoff­nungs­vol­le Zeit be­gon­nen hat. Und er sich selbst auch wie­der auf Hö­he der Zeit fühlt. Das klang bei Joa­chim Löw dann so: „Die Stim­mung ist ver­dammt gut. Die 95er-, 96er- und 97er-Jahr­gän­ge ken­nen sich aus den U-Na­tio­nal­mann­schaf­ten. Die ha­ben schon rich­tig Bock, zu­sam­men ei­nen er­folg­rei­chen Weg zu ge­hen.“

          Und Löw füg­te, was die deut­schen Zie­le mit Blick auf das Du­ell ge­gen die Nie­der­lan­de, die EM-Qua­li­fi­ka­ti­on, die EM-End­run­de 2020 und die gro­ßen Tur­nie­re bis zur Heim-EM 2024 in Deutsch­land an­geht, selbst­be­wusst hin­zu: „Die Mann­schaft hat den Um­bruch gut hin­be­kom­men. Wir sind auf ei­nem gu­ten Weg. Die Mann­schaft kann in den nächs­ten Jah­ren schon ei­ni­ges er­rei­chen.“

          Löw sieht nach sei­nem spät ein­ge­lei­te­ten per­so­nel­len Um­bruch, den er zu Jah­res­be­ginn mit den Raus­wür­fen von Tho­mas Mül­ler, Mats Hum­mels und Jérôme Boateng ge­ra­de­zu de­mons­tra­tiv un­ter Be­weis stell­te, nun ei­ne Fuß­ball­er­ge­ne­ra­ti­on mit „viel Po­ten­ti­al, die viel und schnell lernt und um­setzt“, vor sich. Aber in vol­ler Mann­schafts­stär­ke wer­de sei­ne neue Aus­wahl ih­re Stär­ken ge­gen die Nie­der­lan­de nicht be­wei­sen kön­nen, so Löw.

          Alle Namen im Kopf? Joachim Löw mit Spickzettel
          Alle Namen im Kopf? Joachim Löw mit Spickzettel : Bild: dpa

          Für das Spit­zen­spiel in der Grup­pe C zwi­schen zwei Teams, die sich bei­de der Er­neue­rung ver­schrie­ben ha­ben, wird nun auch Le­on Go­retz­ka ver­letzt aus­fal­len, nach­dem zu­vor schon Le­roy Sané, Thi­lo Keh­rer, An­to­nio Rü­di­ger und Ju­li­an Drax­ler pas­sen muss­ten. „Bei ei­ner jun­gen Mann­schaft, dass weiß ich noch von 2010, ist es wich­tig, dass sie auch mal acht oder zehn Spie­le in ei­ner ähn­li­chen Be­set­zung auf­lau­fen kann“, sag­te der Bun­des­trai­ner. Den Ver­gleich mit der Mann­schaft von 2010, die spä­ter den Kern des Welt­meis­ter­teams von Rio stel­len soll­te, wähl­te Löw nicht zu­fäl­lig. Er füh­le sich in der Ent­wick­lung und vom Ta­ten­durst tat­säch­lich an die An­fangs­zeit je­ner gol­de­nen Ge­ne­ra­ti­on er­in­nert, die in Russ­land dann auf bit­te­re Wei­se an ih­re Gren­zen ge­sto­ßen war.

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