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Kulisse begeistert DFB-Frauen : „Gemerkt, dass unser Fußball boomt“

Freudensprung: Jule Brand (rechts) und Svenja Huth Bild: picture alliance/dpa

„Oh, wie ist das schön“, schallt es durch das Dresdner Stadion. Die DFB-Auswahl wird beim Sieg gegen Frankreich bejubelt. Hinterher schwärmen die Spielerinnen von der Atmosphäre – sie wollen mehr davon.

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          Schon zu Beginn des Abends wurde deutlich, dass hier und heute volle Konzentration gefragt sein würde, um ihn erwartungsgemäß zu meistern. Auch Lena Oberdorf kam, wie sie hinterher berichtete, aus dem Staunen kaum heraus, als sie vor dem Anstoß bei der Aufstellung der Teams zum Abspielen der Nationalhymnen ihren Blick durch die nahezu vollbesetzte Arena schweifen ließ.

          Marc Heinrich
          Sportredakteur.

          Ihre Mundwinkel, so berichtete es die Wolfsburgerin später, seien wie von selbst permanent nach oben gegangen – und mit dem Lächeln im vor Freude strahlenden Gesicht, das zu einem der Symbolbilder dieses denkwürdigen Fußballtages wurde, sei es gar so einfach gewesen, das Lied der Deutschen textsicher zu intonieren.

          „Oh, wie ist das schön“

          Später, als sich abzeichnete, dass die DFB-Elf die Auswahl Frankreichs bezwingen würde, war es das Dresdner Publikum, das aus vollem Hals seine Sangeskünste zum Besten gab: „Oh, wie ist das schön“, schallte es durchs Rudolf-Harbig-Stadion, das mit 26.835 Besuchern beachtlich gefüllt war, deren Sympathien mehrheitlich den Deutschen galten und die sich von der Vorstellung, die zum 2:1-Sieg im Duell mit Frankreich führte, prima unterhalten fühlten.

          „Man hat gemerkt, dass unser Fußball boomt“, stellte Oberdorf nach dem prestigeträchtigen Erfolg in der Wiederauflage des EM-Halbfinales fest, bei dem ihre Wolfsburger Klubkollegin Alexandra Popp wie am 27. Juli im englischen Milton Keynes die beiden Treffer für Deutschland erzielte.

          In der 45. Minute drückte die 31-Jährige, die wie keine Zweite im Team über ein spezielles Goalgetter-Gen verfügt, nach einem Eckball und einstudierten Laufwegen im Strafraum den Ball wuchtig mit dem Kopf ins Eck. Unmittelbar nach Wiederanpfiff krönte Popp dann nach einem Speed-Vorstoß über ihre beiden Wolfsburger Mitspielerinnen Jule Brand und Svenja Huth eine flache Hereingabe mit einer exakt getimten Grätsche, mit der sie die Kugel über die Linie (48.) drückte.

          „Sollte keine einmalige Sache bleiben“

          Der Anschlusstreffer von Viviane Asseyi in der 84. Minute kam zu spät, um den Geschehen noch eine Wendung zu geben. Die Französin verwandelte einen Strafstoß, der aus einem Zusammenstoß von Torhüterin Merle Frohms und Lindsay Thomas resultierte, wobei die Keeperin anschließend die Hände zum Schwur hob, sie habe die Angreiferin nicht berührt und die schwedische Schiedsrichterin Tess Olofsson sei auf eine Schwalbe hereingefallen. Sei’s drum, den positiven Gesamteindruck, den die DFB-Truppe hinterließ, konnte dieser kleine Schönheitsfehler nichts anhaben.

          Sie hoffe, sagte Oberdorf, dass diese Partie vor vollem Haus in einem großen Stadien den Wunsch nach mehr öffentlicher Sichtbarkeit weiter voranbringe, „das sollte keine einmalige Sache bleiben“. Dass die deutschen Frauen mit ihren auf dem Rasen überzeugenden EM-Darbietungen, die sie abseits der Arenen mit sympathischem und bodenständigen Auftritten ergänzten, zahlreiche neue Anhänger hinzugewonnen haben, wurde in Dresden offensichtlich.

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