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Debakel bei EM 2000 : Die Zeit der deutschen Rumpelfüßler

Alles geht schief: Oliver Kahn zappelt mit dem Ball und dem Gegenspieler im Netz, Deutschland scheidet aus. Bild: Imago

Die deutsche Fußballelf verabschiedete sich im Jahr 2000 kläglich mit einem 0:3 gegen Portugals B-Team von der EM. Aber es war damals nicht alles schlecht. Denn eine neue Entwicklung nimmt ihren Anfang.

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          Die Ungeduld war so groß, dass der Begriff „Millennium“ schon 1999 zum Wort des Jahres ausgerufen wurde. Den Geburtstag des Jahres 2000 hatte auch die Gesellschaft für deutsche Sprache einfach nicht abwarten können. Aber nicht nur dort, wo aus professionellen Gründen besonderer Wert auf das Symbolische gelegt wird, fieberte man damals diesem magischen Datum entgegen. Zu aufgeladen, zu faszinierend, zu spirituell erschien überall auf der Welt dieser Wechsel, um in der Nacht vom 31. Dezember 1999 auf den 1. Januar 2000 bloß irgendeinen x-beliebigen Jahreswechsel zu sehen.

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          Michael Horeni
          Fußballkorrespondent Europa in Berlin.

          Es musste mehr sein. Und es war ja auch mehr: heiliges Jahr, Jahrtausendwende, Millenniumswechsel, Beginn einer neuen Zeit. Darunter machte es kaum eine Silvesterparty. Aber auch irrationale Ängste gehörten bei diesen Feierlichkeiten zu den Gästen. Zahlreiche Technikexperten fürchteten, dass die Datumsumstellung zu einem globalen Shutdown der Computer führen würde. Sekten waren überzeugt, dass im Jahr 2000 gleich die ganze Welt untergeht. Das alles ist nicht passiert. In Deutschland ging nur der Fußball unter.

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