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Fußball-Nationalmannschaft : Goodbye, Deutschland!

Mittlerweile Profi bei Chelsea: Nationalstürmer Timo Werner Bild: dpa

Werner, Rüdiger, Waldschmidt – Havertz? Neben den Bayern-Spielern könnten die „Expats“ in der Nationalelf zur zweiten wichtigen Säule werden. Für die Bundesliga ist das allerdings eine schmerzhafte Entwicklung.

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          Der Grund, warum Timo Werner und Antonio Rüdiger am Dienstag hier saßen, hieß: Stuttgart. Und er folgte einem eher altmodischen Gesetz. In Stuttgart ist Werner geboren, hier haben beide Profis wichtige Karriereschritte gemacht, im Stadion des VfB tritt die Nationalmannschaft an diesem Donnerstag gegen Spanien (20:45 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Nations League und im ZDF) zu ihrem ersten Länderspiel seit zehn Monaten an – so wurden und werden Themen gern gesetzt. Aber man musste den beiden gar nicht lange zuhören bei der digitalen Pressekonferenz des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), um zu merken: In diesen Kategorien ist der moderne Nationalspieler von heute nicht mehr zu packen.

          Gewiss, es gab nette Worte über die Vergangenheit, ob sie nun weiter zurücklag wie bei Rüdiger, der sagte, dass Stuttgart für ihn „immer die Nummer eins“ sein werde, oder näher, wie im Falle Werners, der auf ein herausragendes erstes Länderspiel in Stuttgart zurückblickte, beim 6:0 gegen Norwegen im November 2017. Aber in Wahrheit saßen da weltgewandte Männer im besten Alter, die mit großer (Unternehmungs-)Lust im Hier und Jetzt leben. Weniger Stuttgart als „Out of Stuttgart“ also – konkret: hinein in die Weltstadt London.

          Werner kommt gerade mit reichlich frischem Schwung von der Insel zur Nationalmannschaft, erst am Samstag war ihm im ersten Spiel gleich sein erstes Tor für den FC Chelsea gelungen, nach nicht einmal vier Minuten beim Test gegen Brighton. Und sollte jemand auf die Idee gekommen sein, da würde jemand noch irgendwie einem gescheiterten Wechsel nach München nachtrauern – er wäre bei Werner an den Falschen geraten. Überzeugend und voller Tatendrang legte er dar, warum er sein Glück nach vier Jahren in Leipzig nun eben fern der Bundesliga sucht.

          Auslandswechsel werden zum Trend

          Es waren einerseits die zu erwartenden Gründe, die Weiterentwicklung, als Persönlichkeit und in der „Art, Fußball zu spielen“. Aber so, wie der 24 Jahre alte Werner es schilderte, voller Nachdruck und Selbstgewissheit, kann er es wirklich kaum erwarten, in London Spuren zu hinterlassen, wie er es in Leipzig getan hat. Zum Nutzen auch der Nationalmannschaft, wie Werner forsch hinzufügte. Die werde davon profitieren, dass es einen Trend in die weite Welt hinaus gibt, dem zuletzt auch die Freiburger Luca Waldschmidt (Benfica Lissabon) und Robin Koch (Leeds United) folgten. Der Gewinn bestehe in einem Mix aus „unterschiedlichen Erfahrungen“, sagte Werner, und darin, dass Joachim Löw dann Spieler bekomme, „die nicht beim kleinsten Widerstand umkippen oder sich aus der Verantwortung ziehen“.

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