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3:0 gegen Russland : Ein Zeichen der deutschen Erneuerung

Jung und erfolgreich. Der deutsche Nachwuchs macht Spaß. Bild: dpa

Der deutschen Fußball-Nationalelf glückt der vierte Sieg im ansonsten trüben Fußballjahr 2018. Das Testspiel gegen Russland gewinnt Löws junges Team mit 3:0. Doch die Stimmung bleibt verhalten.

          Im zwölften und vorletzten Länderspiel ihres trüben Fußballjahres ist der deutschen Mannschaft am Donnerstag gegen Russland der vierte Sieg gelungen. Die im Vergleich zur Weltmeisterschaft deutlich verjüngte Nationalelf, die in Leipzig nur noch zwei Spieler aus dem WM-Kader 2014, Ginter und Neuer, in der Startformation aufwies, siegte gegen Russland verdient 3:0. Die Tore zum ungefährdeten Sieg, der schon zur Pause gesichert war, erzielten Leroy Sané (8. Minute), Niklas Süle (25.) und Serge Gnabry (40.) gegen den WM-Viertelfinalteilnehmer.

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          Michael Horeni

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          „Die erste Hälfte war gut, wir hatten eine gute Spielkontrolle. Wir haben in einigen Situationen in die Tiefe gehen können, Dynamik hergestellt und zwei Tore schön herausgespielt“, sagte Bundestrainer Joachim Löw. „Nach der Pause ging aber etwas der Spielfluss verloren. Wir hatten auch nicht mehr so die Raumaufteilung und weniger Ordnung. Da hatten wir auch wieder etwas Durcheinander.“ Es war der mit Abstand höchste deutsche Sieg in diesem Jahr in einem Freundschaftsspiel, dem man den Test-Charakter allerdings von der ersten Minute nicht absprechen konnte. Die Russen waren von Kampfkraft und Leidenschaft jedenfalls in keiner Phase mit der Mannschaft zu vergleichen, die ihren Fans einen schönen WM-Sommer beschert hatte. Auch die Stimmung in einem längst nicht ausverkauften Stadion blieb trotz der deutschen Tore in einem von der Nationalelf dominant geführten Spiel verhalten.

          Aber ohne Zweifel: Vor allem die Tore in der ersten Halbzeit von Sané und Gnabry machten trotz aller Einschränkungen eines Testspiels deutlich, woran es der deutschen Mannschaft in den vergangenen Wochen und Monaten immer wieder gefehlt hatte: Am schnellen, direkten Spiel in die Tiefe, das an diesem Abend die jungen Angreifer Sané, Werner und Gnabry nicht nur bei diesen beiden Treffern verkörperten.

          Das Trio war auch an weiteren Chance beteiligt, die allesamt zustande kamen nach diesem erfolgversprechenden Schema, von dem bei der WM aber fast nichts und in der Nations League auch nur wenig zu sehen war. Der Münchner Gnabry nutzte jedenfalls seine Chance, um auch künftig bei deutschen Pflichtspielen dabei zu sein, wie etwa an diesem Montag in der Nations League, wo die Deutschen gegen die Niederlande in Gelsenkirchen gegen den Abstieg kämpfen. Vorausgesetzt, die Niederlande gewinnen an diesem Freitag nicht ihr Spiel gegen Weltmeister Frankreich – dann wären die Deutschen nämlich direkt in die B-Gruppe abgestiegen.


          In Leipzig hinterließen auch der Leverkusener Kai Havertz und Thilo Kehrer von Paris St. Germain einen guten und zukunftsweisenden Eindruck. Sané wiederum zog fast mit jeder seiner Aktionen die Blicke auf sich, auch wenn ihm im Abschluss manches daneben ging. Das Tor zum 1:0 durch den Stürmer von Manchester City, den Bundestrainer Löw nicht mit zur WM genommen hatte, war dabei das schöne Ergebnis einer schnellen Umschalt-Aktion über Kehrer und Gnabry, der Sané im Strafraum geschickt freispielte. Sané schob den Ball mit der Innenseite mühelos am russischen Torwart vorbei ins Netz.

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