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Deutschland bei der WM 2010 : Das neue globale Schönheitsideal des Fußballs

Wie jung sie noch waren: Mesut Özil (links), Per Mertesacker (hinten) und Lukas Podolski beim 4:0-Sieg über Argentinien 2010. Bild: Picture-Alliance

Eine unfreiwillig radikale Verjüngungskur verwandelt die deutsche Fußball-Nationalmannschaft. Der dünnbeinige Pfadfinder Thomas Müller erobert in Südafrika die Bühne als Spaß- und Torlieferant.

          6 Min.

          Die WM 2010 war ein Glück, das niemand ahnen konnte. Vielleicht deshalb war es so überwältigend. Im November zuvor hatte sich Nationaltorwart Robert Enke das Leben genommen, eine Tragödie, die das Land schockierte und das Bild des deutschen Fußballs bis weit ins WM-Jahr hinein in Grautöne tauchte. Das erste Länderspiel des Jahres konnte es kaum aufhellen, es gab eine 0:1-Niederlage gegen Argentinien durch einen Patzer von Enkes Nachfolger René Adler. Den einzigen Heiterkeitserfolg erntete Diego Maradona. Der frühere Weltstar, inzwischen Trainer Argentiniens, hielt den deutschen Debütanten Thomas Müller für einen Praktikanten und verscheuchte ihn von seiner Pressekonferenz. „Lustig“ fand Müller das.

          Christian Eichler
          Sportkorrespondent in München.

          Je näher das Turnier in Südafrika kam, desto mehr häuften sich für Bundestrainer Joachim Löw unerfreuliche Nachrichten. Am 4. Mai musste Adler, als Nummer eins für die WM vorgesehen, wegen einer Rippenfraktur absagen. Am 15. Mai wurde der Kapitän und Mittelfeldstar Michael Ballack im englischen Pokalfinale durch ein Foul von Kevin-Prince Boateng so böse am Sprunggelenk verletzt, dass auch er für die WM ausfiel. Und dann stürzte am 26. Mai im Trainingslager in Südtirol auch noch der junge Müller vom Mountainbike. Müller aber machte, wie eigentlich immer, ein lustiges, wenngleich diesmal leicht zerschrammtes Gesicht und lachte über das eigene Missgeschick.

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