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DFB vor Test in Italien : Löw macht sich „ganz konkrete Gedanken“

  • Aktualisiert am

Noch einmal alle Augen auf das Spiel richten: Bundestrainer Joachim Löw bei der Pressekonferenz vor dem Test gegen Italien Bild: dpa

Erst der Papst, jetzt noch Italien: Zum Jahresabschluss fordert der Bundestrainer von seinem Team noch einmal volle Konzentration. Zuvor gibt Joachim Löw einem Debütanten eine Garantie – und beschwichtigt die Chefs zweier Topklubs.

          Mit Länderspiel-Debütant Yannick Gerhardt in der Startelf will Bundestrainer Joachim Löw den historischen Sieg-Hattrick gegen Italien schaffen. Der 22 Jahre alte Wolfsburger soll beim letzten Länderspiel des Jahres am Dienstag (20.45 Uhr / live in der ARD und im Länderspielticker auf FAZ.NET) im Giuseppe-Meazza-Stadion als linker Außenverteidiger neben den etablierten Defensivkräften Mats Hummels und Benedikt Höwedes spielen, kündigte Löw am Montag bei der Pressekonferenz in Mailand an.

          Ungewiss ist noch, ob Mario Gomez im Sturmzentrum agieren kann. Gerhardts Wolfsburger Klubkollege hatte sich beim 8:0 am Freitag in San Marino einen Bluterguss im Oberschenkel zugezogen. „Stand jetzt sind alle Spieler einsatzfähig. Sollte Mario Gomez Probleme haben, werden wir aber kein Risiko eingehen“, sagte der DFB-Chefcoach.

          „Kein Spieler wird überbelastet“

          Löw kündigte zudem an, dass er bei seinen Personalentscheidungen auf die Belange der Bundesligaklubs Rücksicht nehmen werde. „Ich mache mir ganz konkrete Gedanken, wie ich die Belastungen der Spieler verteilen will. Von daher kann sich kein Verein beschweren. Kein Spieler wird überbelastet zurückkommen“, sagte Löw.

          Am Samstag steht unter anderem das Bundesliga-Topspiel zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern (18.30 Uhr /( Live auf Sky und im Bundesligaticker auf FAZ.NET) an. Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hatte vor der Länderspielpause die Terminierung kritisiert. Nach mehreren Absagen gehören nur noch die Münchner Thomas Müller, Joshua Kimmich und Hummels zum DFB-Aufgebot. Den BVB vertreten in Mailand Mario Götze und Julian Weigl.

          Die DFB-Auswahl kann mit einem Sieg eine historische Marke in der Länderspiel-Geschichte gegen die Squadra Azzurra knacken. Noch nie gewann Deutschland in 34 Partien dreimal in Serie. In diesem Jahr stehen bislang das 4:1 im Test im März in München und das dramatische 6:5 im Elfmeterschießen im EM-Viertelfinale zu Buche. Nun will das verjüngte deutsche Team im altehrwürdigen San Siro „den positiven Trend fortsetzen“, betonte Manager Oliver Bierhoff: „Nicht nur vom Ergebnis, sondern auch von der Art und Weise.“

          Nach den emotionalen zwanzig Minuten bei Papst Franziskus am Mittwochvormittag geht es für den Weltmeister noch einmal um Fußball. Auf der Reise von Rom nach Mailand ordnete Joachim Löw seine Gedanken und sein Personal, mit dem er zum Länderspiel-Jahresabschluss die Neuauflage des Klassikers gegen Italien angehen und den historischen dritten Sieg in Serie sichern will. „Es sind andere Vorzeichen als bei der EM, wo viel auf dem Spiel stand. Beide Mannschaften können befreit von diesem Druck in der Offensive mehr tun“, sagte der Bundestrainer und erwartet deshalb ein attraktives 35. Aufeinandertreffen der beiden viermaligen Weltmeister.

          Motiviert ins letzte Länderspiel des Jahres: Mats Hummels

          Mit dem Abschlusstraining am Montagabend in Mailand aber sollte wieder alle Konzentration auf der Partie gegen die Azzurri liegen. „Das Umschalten geht schnell, wir sind es gewohnt“, betonte Abwehrmann Mats Hummels.  Da sechs Spieler gewechselt werden können und Löw schon allen Akteuren seines Kaders für den Doppelspieltag mindestens einen Einsatz versprochen hatte, wird er die Belastung verteilen. Neben Gerhardt, Bernd Leno im Tor und dem auch in die Startelf rückenden Benedikt Höwedes hatten auch Sebastian Rudy, Shkodran Mustafi, Jonathan Tah und Julian Weigl in San Marino nicht auf dem Platz gestanden.

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