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WM-Quali in San Marino : Für Deutschland geht es um mehr als nur Tore

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Warmlaufen für den schwächsten Gegner: Das DFB-Team bereitet sich auf San Marino vor Bild: AFP

In San Marino gelang der deutschen Nationalelf einst der zweithöchste Sieg ihrer Länderspielgeschichte. Das 13:0 ist für das DFB-Team aber nicht die Messlatte. Vor allem dem Bundestrainer geht es ab 20.45 Uhr um deutlich mehr.

          Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft geht nach drei Siegen in drei Partien mit einer perfekten Bilanz in das letzte Pflichtspiel des Jahres am Freitag (20.45 Uhr / live auf RTL und im Länderspielticker auf FAZ.NET) in San Marino. Mit dem fest eingeplanten klaren Sieg gegen den großen Außenseiter soll der nächste Schritt zur WM 2018 in Russland gemacht werden. Bundestrainer Joachim Löw hat bereits den Test personeller Alternativen angekündigt.

          Die Ausgangslage: Die drei Punkte in Serravalle sind für die deutsche Nationalmannschaft schon fix verbucht. „Dass wir gewinnen werden, darüber muss man nicht reden“, sagte Sami Khedira ohne jeden Anflug von Arroganz. Gegen das Amateurteam aus San Marino geht es für die Weltmeisterauswahl also nur um die Höhe des Resultats und darum, einen professionellen Auftritt hinzulegen. In der Qualifikation für Russland 2018 wird die Gruppe C souverän mit neun Punkten und 8:0 Toren angeführt. Die sportlich interessantere Aufgabe wartet dann am Dienstag beim Test in Mailand gegen Italien.

          Das Personal: Die Weltmeister Manuel Neuer, Toni Kroos, Jérôme Boateng, Julian Draxler, André Schürrle und Mesut Özil fehlen in San Marino, weil sie entweder verletzt oder krank sind oder von Löw eine Auszeit bekommen. Auch Jungstar Julian Brandt musste malade absagen. Für den Bundestrainer ist das kein Problem. Er wollte die letzten Spiele 2016 ohnehin als Lernprogramm nutzen. Im Tor wird gegen San Marino Marc-André ter Stegen stehen. Ilkay Gündogan und Mario Gomez kehren in die Startelf zurück. Ob die Neulinge Yannick Gerhardt, Serge Gnabry und Benjamin Henrichs schon in Serravalle oder erst am Dienstag im Test gegen Italien ihr Debüt feiern, wollte Löw nicht verraten. Mindestens ein Länderspieleinsatz wurde aber allen versprochen.

          Der Gegner: Ein Tor gegen den Weltmeister – dann spielt Fußball-San-Marino verrückt. Der von Italien umgebene Ministaat mit etwas mehr als 30 000 Einwohnern gehört zu den klassischen Außenseitern im europäischen Fußball. Der einzige Sieg gelang einst in einem Test gegen Liechtenstein. Ein Auswärtstor wie kürzlich in Norwegen wird frenetisch bejubelt. Aber Löw will die Qualitäten des Gegners nicht abtun. In Italien hätten die Spieler eine taktische Grundausbildung bekommen. „Sie wissen, wie man verteidigt“, sagte der Weltmeistertrainer. Die Entwicklung im internationalen Vergleich ist aber negativ. Kontinuierlich ging es für San Marino bergab. In der Weltrangliste steht man nur noch auf Platz 201 von 211 Mannschaften.

          Bundestrainer Löw bespricht mit Assistent Sorg (r.)

          Die Rekorde: Gleich mehrere Bestmarken könnte die DFB-Auswahl in Serravalle brechen, auch wenn Löw ausdrücklich nicht von einer Rekordjagd als Ziel sprechen möchte. Am 6. September 2006 gelang in San Marino mit dem 13:0 der höchste Sieg der Ära Löw. Die DFB-Topquote ist das 16:0 bei Olympia 2012 in Stockholm gegen Russland. Doch auch, wenn nicht so viele Tore fallen werden, sind andere Rekorde gut möglich. Noch nie schaffte die DFB-Auswahl unter Löw vier Siege zum Auftakt einer WM-Qualifikation. Ohne Gegentor blieb man seit 1934 noch nie in den ersten vier Spielen auf dem Weg zu einem WM-Turnier.

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