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1:0 gegen Nigeria : Deutschland ist Weltmeisterin

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Die Nummer 18 hat getroffen: Lena Petermann jubelt nach ihrem Final-Siegtor Bild: AFP

Die deutschen Fußball-Juniorinnen schlagen Nigeria im WM-Finale 1:0 nach Verlängerung. Damit sichern die Frauen dem Deutschen Fußball-Bund den zweiten Weltmeistertitel in diesem Jahr.

          „Weltfußballerin“ Nadine Angerer und Weltmeisterin Annike Krahn twitterten ihre Glückwünsche an den Nachwuchs noch in der Nacht, Silvia Neid und Steffi Jones fieberten und jubelten auf der Tribüne mit. Die deutschen U20-Juniorinnen brauchten indes nach ihrem WM-Triumph in Kanada einige Zeit, um ihn zu realisieren. „Ich finde noch keine Worte, es ist alles so irreal“, befand Siegtorschützin Lena Petermann nach dem schwer erkämpften 1:0-Finalerfolg nach Verlängerung gegen Nigeria in Montreal.

          Mit einem Schuss aus sechs Metern in der 98. Spielminute hatte die 20 Jahre alte Studentin der University of Central Florida den Titeltraum vor 15.822 Zuschauern wahr werden lassen. Trainerin Maren Meinert, die bereits vor vier Jahren die U20-Auswahl um Alexandra Popp bei der Heim-WM zum Titel (ebenfalls Finalsieg gegen Nigeria) geführt hatte, herzte jede Spielerin und strahlte über das ganze Gesicht. „Wir wollten ein gutes Turnier spielen, haben aber nie damit gerechnet, dass wir Weltmeister werden. Ich bin stolz auf mein Team“, sagte die 41 Jahre alte Fußball-Lehrerin.

          Ein deutscher Fußball-Sommer

          Bundestrainerin Neid und DFB-Direktorin Jones waren extra zum Finale angereist und gratulierten direkt auf dem Rasen. „Das war ganz stark“, lobte Neid „die tolle Mannschaftsleistung und den herausragenden Teamgeist“. Zudem sieht die Cheftrainerin „einige Spielerinnen, die das Potenzial haben, auch in der Frauen-Nationalmannschaft anzukommen“. Jones führte den dritten WM-Titel deutscher Juniorinnen nach 2004 in Thailand (U19) und 2010 (U20) auch auf „unsere gute Talentförderung“ zurück.

          Hoch, höher, Petermann: Kopfballduell und WM-Finale gewonnen

          Der Sieg der jungen Frauen rundet den deutschen Erfolgssommer ab. „Mit dem WM-Titel der Männer, dem Gewinn der U 19-EM und dem WM-Titel der U 20-Frauen war es ein sehr erfolgreiches Jahr für den deutschen Fußball“, sagte DFB-Generalsekretär Helmut Sandrock zum Titel-Hattrick. Platz drei in Kanada hatte sich Frankreich zuvor mit einem 3:2 im „kleinen Finale“ gegen Nordkorea gesichert.

          Glückwünsche auch von Podolski

          Schon Sekunden nach dem Sieg kursierten zahlreiche Glückwünsche im Internet. „Und wieder ein Weltmeister aus Deutschland ;) Glückwunsch an die U 20-Frauen!! Weltmeister!!“, schrieb Lukas Podolski aus London. „Überragend“, twitterte Welt-und Europameisterin Krahn aus ihrer Wahlheimat Paris. „Genießt den Moment!“. Auch Fedcup-Teamchefin Barbara Rittner hatte am Fernseher mitgefiebert und meinte kurz und knapp: „geil!!!Glückwunsch!“. Nationaltorhüterin Angerer empfahl aus Portland: „Seid stolz auf euch und macht die Nacht zum Tag.“

          Die nächsten Champions aus Germany: die U20-Frauen

          Was diese auch taten. Schon in der Kabine ging es hoch her. „Das ist einfach nur genial“, jubelte Sara Däbritz. Und Petermann versprach noch vor der langen Partynacht im Hotel: „Heute Abend geht noch jede Menge ab. Das ist etwas, dass man wahrscheinlich nur einmal in seinem Leben erleben darf. Das muss dann auch dementsprechend feiern.“

          Rückkehr in den Alltag

          Am Dienstagmorgen um 8.20 Uhr wird die wohl etwas übermüdete Mannschaft mit Flug „AC 876“ aus Montreal zurückerwartet. Wie der DFB am Montag mitteilte, finden direkt am Frankfurter Flughafen ein Empfang und eine Ehrung statt.

          Die deutschen Fußballerinnen Lina Magull and Felicitas Rauch verteidigen gegen die Nigerianerin Loveth Ayila

          Bis dahin haben die Mädchen ihren Erfolg sicher ein Stück weiter verarbeitet. Denn: „Ich bin noch total im Nirgendwo. Ich brauche noch ein paar Tage, um es wirklich zu begreifen“, sagte Petermann. Auch Spielführerin Lina Magull fühlte sich noch wie in Trance: „Seit dem Abpfiff frage ich mich die ganze Zeit: Sind wir jetzt wirklich Weltmeister?“

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