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EM der U-21-Junioren : Deutschland mit Glück und Nübel ins Halbfinale

Diesmal durften die Deutschen nicht so oft jubeln wie in den Spielen zuvor. Bild: EPA

Die DFB-Auswahl erreicht mit einem Remis gegen Österreich gleich zwei Ziele. Die Rolle als Turnierfavorit sind die Deutschen bei der EM aber wieder los. Im Mittelpunkt des Spiels steht der Torwart.

          Das erste Ziel der deutschen Mannschaft bei der U-21- Europameisterschaft ist erreicht, das Erreichen des Halbfinales und damit auch die Qualifikation für die Olympischen Spiele in einem Jahr in Tokio. Die Rolle als Turnierfavorit, die man nach dem 6:1 gegen Serbien erhalten hatte, ist zwar fürs erste wieder dahin, doch Trainer Stefan Kuntz dürfte das nicht unrecht sein. „Wir haben es aus eigener Kraft geschafft“, sagte er. „Es war ein Schritt nach vorne. Es war ein kleiner, aber der war wahnsinnig schwer. Es geht auch darum, diese Widerstandsfähigkeit zu lernen. Ich bin zufrieden.“

          U-21-EM 2019
          Christian Eichler

          Sportkorrespondent in München.

          Sein Team brauchte am Sonntagabend in Udine einiges Glück, um mit einem 1:1 gegen den EM-Debütanten Österreich den noch fehlenden Punkt für den Gruppensieg zu holen. Luca Waldschmidt hatte die deutsche Mannschaft mit seinem fünften Turniertreffer in Führung gebracht (14. Minute), Kevin Danso glich mit einem Foulelfmeter aus (24.). Torwart Alexander Nübel, der den Strafstoß verschuldet hatte, wurde danach der beste deutsche Spieler und bewahrte seine Elf mit mehreren starken Aktionen vor einer Niederlage. „Die Österreicher waren von Anfang an voll da und haben es uns schwer gemacht. Wir als Mannschaft fühlen uns gut. Das gibt uns Kraft und Energie für neue Aufgaben. Das macht einfach Spaß“, sagte Waldschmidt.

          Im Halbfinale trifft Deutschland am Donnerstag (F.A.Z.-Liveticker zur U-21-EM) in Reggio Emilia entweder auf Gastgeber Italien oder, falls die Italiener an diesem Montag als bisher bester Gruppenzweiter noch überholt werden, auf den Sieger der Gruppe C, Rumänien oder Frankreich. In jedem Fall kann man auf die starken Spanier, die sich am Samstag mit einem 5:0-Sieg über Polen den Sieg der Gruppe A sicherten, erst, wie beim Turnier vor zwei Jahren, im Finale am Sonntag treffen.

          Verteidiger Timo Baumgartl hatte als Ziel ausgegeben, „unsere Leistung gegen Serbien noch einmal zu toppen“. Doch davon war das Team vor allem in der ersten Halbzeit weit entfernt, mit Ausnahme einer einzigen Szene. Der für die deutsche Abwehr kaum zu greifende Zwei-Meter-Stürmer Sasa Kalajdzic hatte eine scharfe Hereingabe nach 13 Minuten frei vor dem Tor gerade hauchdünn verpasst, da leistete der linke Fuß von Waldschmidt im Gegenzug abermals bei dieser EM Präzisionsarbeit. Als sich ihm rund 25 Meter vor dem österreichischen Tor keine Anspielstation anbot, zog der Freiburger fast ansatzlos ab, und sein Schuss jagte mit leichter Kurve exakt ins obere rechte Toreck – ein höchst sehenswerter Treffer. Mit ungläubigem Kopfschütteln umringten die jubelnden Mitspieler den Kunstschützen.

          Die Freude über die Führung währte keine zehn Minuten, weil Torwart Alexander Nübel im Herauslaufen eine Freistoßflanke abfing, dabei aber Kalajdzic mit angezogenem Knie am Kopf rammte. Der lettische Schiedsrichter Andris Treimanis pfiff, unter heftigen Protesten von der deutschen Bank, Elfmeter, der dritte bereits gegen Deutschland in diesem Turnier. Er führte zum dritten Gegentor. Der Augsburger Kevin Danso verwandelte präzise ins linke Eck, unerreichbar für Nübel, zum 1:1.

          Den Fauxpas vor dem Elfmeter machte der Schalker Torwart dann wett, als er einen Kopfball Kalajdzics aus kurzer Distanz mit einer fabelhaften Fußabwehr entschärfte (34.). Machtlos war er bei einem wuchtigen Diagonalschuss des Bremers Marco Friedl, doch der Ball strich um Zentimeter über das linke Kreuzeck des deutschen Tores (43.).

          Elfmeter für Österreich: Torwart Nübel trifft den Gegenspieler mit dem Knie.

          Noch näher kam der Führung der im Luftraum dominante Kalajdzic, der eine von Nübel deutlich verpasste Flanke in der letzten Szene vor der Pause an den Pfosten köpfte. Mit großem Glück ging der Favorit gegen die in der ersten Halbzeit besseren Österreicher ohne Rückstand in die Pause.

          Auch die erste große Chance nach dem Seitenwechsel fand im deutschen Strafraum statt. Husein Balic scheiterte aus guter Position an Nübel (57.). Erst nach mehr als einer Stunde kamen die Deutschen zu ersten brauchbaren Tempoattacken, durch den eingewechselten Nadiem Amiri, der das Ziel verfehlte (65.), und Levin Öztunali, dessen Schuss geblockt wurde (68.). Nach und nach erlahmte der Schwung des Außenseiters, die deutsche Defensive bekam die Österreicher nun einigermaßen in den Griff und konservierte den kostbaren Punkt.

          U-21-EM 2019

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