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1:0 gegen Norwegen : Fußballfrauen sind wieder Europameister

Ein gewohntes Bild: 22 Frauen spielen Fußball und am Ende gewinnt Deutschland Bild: dpa

Dank Nadine Angerer werden die deutschen Fußballfrauen wieder Europameister. Die Torhüterin pariert im Finale gegen Norwegen gleich zwei Foulelfmeter. Die eingewechselte Anja Mittag schießt das Tor zum 1:0-Sieg.

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          Nach dem Schlusspfiff hatte Nadine Angerer ihre sechs Kilogramm, die sie im vergangenen halben Jahr in der Vorbereitung auf die Europameisterschaft für ihre Bestform mühsam abtrainiert hatte, wieder auf der Waage. Aber das steckte die Torhüterin des deutschen Fußball-Nationalteams der Frauen locker weg. Als Spielführerin durfte sie nach dem 1:0-Finalsieg über Norwegen bei der Europameisterschaft in Schweden als erste der erfolgreichen deutschen Titelverteidigerinnen um 18.03 Uhr den 6,7 Kilogramm schweren Pokal entgegennehmen.

          Eine besser geeignete Pokalträgerin als Nadine Angerer gab es an diesem Sonntag vor 41.000 Zuschauern im Nationalstadion von Solna, darunter der norwegische Ministerpräsident Jens Stoltenberg und Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich, trotz der Sieg-Torschützin Anja Mittag (49. Minute) auch nicht.

          Nadine Angerer war nämlich das Kunststück gelungen, gleich zwei Strafstöße der im Halbfinale noch im Elfmeterschießen siegreichen Norwegerinnen abzuwehren. Zunächst hatte sie in der 28. Minute beim Stand von 0:0 gegen Trine Rönning einen Rückstand vermieden, in der 61. Minute verteidigte sie gegen Solveig Gulbrandsen die deutsche Führung. Nadine Angerer nahm somit ähnlich wie schon im WM-Finale 2007 eine Hauptrolle im Finale ein. Damals hatte sie mit einer Elfmeter-Parade gegen die Brasilianerin Marta den deutschen Titel festgehalten.

          Goldene Torschützin: Anja Mittag schießt die deutsche Elf zum EM-Titel Bilderstrecke

          Während Nadine Angerer in Bestform agierte, taten sich ihre Vorderfrauen wie erwartet schwer gegen den taktisch disziplinierten und ballsicheren Gegner. Es wurde deshalb erwartungsgemäß kein Offensivspektakel wie im Halbfinale gegen Schweden, als sich die Teams einen offenen Schlagabtausch geliefert hatten.

          Norwegen störte das deutsche Spiel deutlich effektiver und bei weitem nicht so destruktiv wie befürchtet. Sie stellten das oft etwas bewegungsarme deutsche Aufbauspiel geschickt zu und bildeten erst dann einen dichten Riegel mit neuen Feldspielerinnen vor dem eigenen Tor, wenn sich die deutsche Elf mühsam über die Mittellinie nach vorne gearbeitet hatte.

          Deutschland hat die besseren Chancen

          Trainer Even Pellerud, der beim 1:0-Sieg im Vorrundenduell der beiden Teams sein Gegenüber Silvia Neid noch mit dem Wechsel auf sechs Positionen verwirrt hatte, gelang abermals trotz nur einer personellen Veränderung mit Catherine Dekkerhus für Ingvild Isaksen eine kleine Überraschung. Im Ballbesitz trugen die Norwegerinnen zudem einige ansehnliche Angriffe vor.

          Dennoch hatte die deutsche Elf die besseren Torgelegenheiten: Nach nur zwei Minuten köpfte Nadine Keßler den Ball nach einer Flanke von Dzsenifer Marozsan an die Latte, bei Schüssen von Celia Okoyino da Mbabi (4.) und Lena Lotzen (9.) war die starke norwegische Schlussfrau Ingrid Hjelmseth auf dem Posten.

          Schiedsrichterin entscheidet auf Elfmeter

          Bei einem Kopfball von Celia Okoyino, die nach ihrer Verletzungspause wieder für Anja Mittag in die deutsche Startformation gerückt war, hatte sie dann freilich Glück. Der Ball strich nur Zentimeter am Tordreieck vorbei (21.). Das Spiel nahm dann in der 28. Minute eine Wende: Celia Okoyino bot der Norwegerin Catherine Dekkerhus im eigenen Strafraum mit ungeschicktem Zweikampfverhalten die Gelegenheit, die rumänische Schiedsrichterin Cristina Dorcioman zu einem Elfmeterpfiff zu bewegen.

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