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4:0-Sieg der Fußballfrauen : Pflichtübung mit Geburtstagsständchen

Etwas müde, aber dennoch erfolgreich: Die deutschen Frauen siegen 4:0 Bild: dpa

Die deutschen Fußballfrauen entledigen sich der nächsten Aufgabe in der WM-Qualifikation wenig überzeugend. Beim 4:0-Sieg gegen Slowenien darf sich aber ein Geburtstagskind richtig freuen.

          Wenigstens für Pauline Bremer dürfte der 10. April 2014 aus fußballerischen Gründen ein unvergesslicher Tag bleiben. Eine Stunde war beim 4:0-Sieg der deutschen Fußballfrauen im WM-Qualifikationsspiel gegen Slowenien nach Toren von Melanie Leupolz (18. Minute), Anja Mittag (20./67.) und Lena Lotzen (63.) gespielt, als die Offensivspielerin von Turbine Potsdam eingewechselt wurde.

          Es war ihr 18. Geburtstag, an dem sie auch sportlich volljährig wurde durch ihr Debüt im Nationalteam. Einige Fans auf der Tribüne des Mannheimer Carl-Benz-Stadions brachten ihr sogar während einer Verletzungspause ein Geburtstagsständchen dar. Lediglich der erste Länderspieltreffer blieb ihr trotz einer Großchance kurz vor Abpfiff verwehrt.

          Bremers Mitspielerinnen dürften die Partie unterdessen vermutlich ziemlich schnell aus dem Gedächtnis streichen. Denn die deutsche Auswahl zeigte beim siebten Sieg im siebten Spiel der Qualifikationsgruppe 1 eine lange Zeit schwache Leistung gegen einen Gegner, den das Team im Hinspiel in Slowenien noch mit 13:0 besiegt hatte.

          Anders als sogar vom DFB-Sprecher bei der Verkündung des neuen Bundesliga-Namenssponsors am Nachmittag vor dem Länderspiel erwartet, blieb die DFB-Auswahl indes im Rückspiel vom zweistelligen Torertrag weit entfernt. Vielleicht lag es daran, dass die 90 Minuten vor 7000 Zuschauern in Mannheim wohl nicht der sportlich anspruchsvollste Teil der Tage von Mannheim waren.

          Deutsche Frauen haben erstaunlich viele Probleme

          Am Montag hatte Bundestrainerin Silvia Neid ihre Spielerinnen noch zu einem Leistungstest gebeten, der die körperliche Verfassung der Spielerinnen im Blick auf das WM-Turnier im Sommer 2015 messen sollte. Vielleicht waren die Feldspielerinnen um die wieder genesene Torjägerin Celia Sasic und Spielmacherin Dzsenifer Marozsan auch deshalb müde und unkonzentriert.

          Die deutschen Frauen hatten erstaunlich viele Probleme mit dem dichten Abwehrverbund der tapfer kämpfenden Sloweninnen, weil dem eigenen Kombinationsspiel wie schon beim unerwartet knappen 3:2-Sieg am vergangenen Samstag in Irland die Präzision fehlte.

          Die Elf um Dzsenifer Marozsan (rechts) tat sich aber schwer in Mannheim

          Gerade der sonst so ballsicheren Mittelfeldspielerin Nadine Keßler unterliefen immer wieder haarsträubende Abspielfehler. So dauerte es bis zu 18. Minute, ehe die Freiburgerin Melanie Leupolz nach einem Eckstoß von Dzsenifer Marozsan per Kopfball zum 1:0 traf.

          Zwei Minuten später traf Anja Mittag nach einer mustergültigen Hereingabe von Lena Lotzen zum 2:0. In Halbzeit zwei hatten die Deutschen ähnliche Anlaufschwierigkeiten, ehe sie abermals durch zwei Tore in kurzer Folge durch Lena Lotzen (63.) und Anja Mittag (67.) auf 4:0 erhöhten.

          Nadine Angerer bleibt fast beschäftigungslos

          Die vom kommenden Wochenende an in der amerikanischen Profiliga NWSL bei Portland Thorns aktive Torhüterin Nadine Angerer blieb derweil gegen die harmlosen Gegnerinnen 90 Minuten fast beschäftigungslos. Einmal nur musste die Weltfußballerin gegen die Slowenin Kaja Jerina klären. „Wir brauchen nicht drumherum reden, dass es schwerer fällt, in solch einem Qualifikationsspiel gegen Slowenien voll konzentriert zu spielen als in einem Duell mit den USA oder Schweden“, sagte sie.

          Diese Konzentrationsschwierigkeiten unterstrich Angerer später, als sie sich unter die Journalisten mischte, und ihre Teamkameradin Anja Mittag mit einer Frage necken wollte. „Warum hast du nur ein Tor geschossen“, fragte die Spielführerin die Doppeltorschützin des Abends.

          „Das macht nicht so richtig Spaß“

          Auf die korrekte Frage nach den Gründen für die spielerisch dürftige Leistung antwortete Anja Mittag dann, dass es ihrem Team gegen den defensiven Gegner schwer gefallen sei. „Das macht nicht so richtig Spaß“, sagte sie. „Aber vor so einer Kulisse wie hier in Mannheim zu spielen ist trotzdem schön.“

          Beim nächsten Qualifikationsspiel gegen die Slowakei am 8. Mai in Osnabrück kann die überlegen mit nun 21 Punkten die Tabelle anführende Auswahl auch schon rechnerisch die Teilnahme am Finalturnier in Kanada 2015 sichern. Der Weg bis zur nötigen Form für die WM in 15 Monaten ist derweil noch weit.

          Fußballfrauen-WM-Qualifikation, Europa, Gruppe 1

          Mittwoch, 09.04.2014:

          Russland - Kroatien 1:0 (1:0)

          Donnerstag, 10.04.2014:

          Deutschland - Slowenien 4:0 (2:0) in Mannheim

          1. Deutschland 7 7 0 0 47:2 21
          2. Russland 4 3 0 1 7:10 9
          3. Irland 4 2 1 1 8:4 7
          4. Slowakei 5 1 0 4 2:13 3
          5. Slowenien 5 1 0 4 4:25 3
          6. Kroatien 5 0 1 4 1:15 1

          Modus: Gruppen.-1 für WM 2015 in Kanada qualifiziert, 4 beste 2. (aus 7 Gruppen) in der 2. Runde

          Nächste Spiele:

          Mittwoch, 07.05.2014:

          Irland - Russland 20.30 Uhr

          Donnerstag, 08.05.2014:

          Deutschland - Slowakei 17.00 Uhr in Osnabrück
          Slowenien - Kroatien 17.00 Uhr

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