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Derbysieger FC St. Pauli : Die erste satte Ernte

  • -Aktualisiert am

Spieler und Fans des Kiezclubs feiern den Derbysieg: „Hamburg ist braun-weiß.“ Bild: dpa

Noch vor wenigen Wochen musste St. Paulis Trainer Jos Luhukay Alarm schlagen. Viele Spieler waren verletzt, die anderen nicht fit. Der Kiezklub sei zu sehr „Komfort-Zone“. Jetzt ist er wieder Stadtmeister.

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          Vor sieben Wochen hatte Jos Luhukay beim FC St. Pauli noch alles in Frage gestellt. Ihm war der Kragen geplatzt, weil sein Klub seit längerem enorme Verletzungsprobleme hat. Und noch etwas missfiel dem 56 Jahre alten Fußball-Lehrer: „Bei St. Pauli ist zu viel Bequemlichkeit, zu viel Komfort-Zone, zu viel Freunde-miteinander-sein.“ Deshalb verlangte Luhukay eine Mentalitätsveränderung.

          Offenbar sind Trainer und Mannschaft nach seinem Ausbruch Ende Juli ein gutes Stück vorangekommen. Nach dem 2:0 am Montagabend gegen den Hamburger SV, dem ersten Derby-Heimsieg seit 1960, sagte Luhukay: „Die letzten zehn Tage waren von der Intensität im Training großartig. Wir haben die Intensität erhöht. Und die Spieler wollten unbedingt. Aber wir müssen so weitermachen. Heute haben nur zwei Spieler gefragt, ob sie ausgewechselt werden können. Vor drei Wochen gegen Kiel waren es fünf, sechs.“

          Gegen Holstein hatten von der 75. Minute reihenweise Spieler mit Krämpfen am Boden gelegen. Diesmal war es nur Marvin Knoll. „Wir haben in der Nachspielzeit in Bielefeld, Stuttgart und Dresden Punkte gelassen, weil es an Fitness mangelte“, sagte Luhukay, „ich denke, das wird nicht mehr passieren.“

          Zudem hatte der Trainer am Montag einiges riskiert. Sebastian Ohlsson, Leo Östigard, James Lawrence, Matt Penny und Youba Diarra spielten gegen den HSV, obwohl sie erst seit kurzer Zeit am Millerntor sind. Auch Sportchef Andreas Bornemann hat Luhukays Kritik offenbar Beine gemacht, denn zunächst schien es, als gelänge St. Pauli gar kein Transfer. Dann ging es Schlag auf Schlag. Und Luhukay scheut sich nicht, die Neuen sofort einzusetzen, auch wenn beispielsweise die Innenverteidiger Östigard und Lawrence im Derby zum ersten Mal zusammenspielten. Das Projekt „Mentalitätsveränderung“ ist also in vollem Gange. Der verdiente Erfolg gegen den HSV war die erste satte Ernte.

          Das Hamburger Derby war auch ein Pyrospektakel: Hier feiern die Kiezprofis zusammen mit ihren Fans den Sieg. Das rote Feuer durfte nicht fehlen.

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