https://www.faz.net/-gtl-a1biv

Drittligaklub Türkgücü München : Bayerische Raute neben türkischem Halbmond

Schon einmal drittklassig: Im Jahr 1988 stieg der SV Türk Gücü in die Bayernliga auf. Bild: Imago

Türkgücü München ist der erste Migrantenverein im deutschen Profifußball. Das erzeugt Vorurteile, Widerstand – und Kräfte, die an der eigentlichen Idee zerren. In München fühlt sich der Klub vergessen.

          6 Min.

          Als Hakan Sengöz früher durch München gelaufen ist, fühlte es sich manchmal so an, als wäre die türkische Nationalmannschaft da. Er sah die vielen Fans mit rot-weißen Flaggen, manche kamen aus München, manche von weiter weg. Sie drängelten sich durch die Straßen von Gern, einem Viertel im Norden der Stadt, hinein ins Dante-Stadion, wo sie Sucuk aßen, Ayran tranken, Fußball schauten. „Es war wie auf einem Volksfest“, sagt Sengöz. An guten Spieltagen waren 12.000 Menschen da.

          Christopher Meltzer
          Sportkorrespondent in München.

          Hakan Sengöz, geboren und aufgewachsen in München, war einer von vielen, die sich damals, in den 1980er Jahren, in den SV Türk Gücü verliebten. Sein großer Bruder spielte in der A-Jugend, mit ihm schaute er der ersten Mannschaft zu. Diese stieg in die Bayernliga auf, damals die dritthöchste in Deutschland, spielte gegen den TSV 1860, ein Wahnsinn.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+
          In Wismar entsteht das größte Kreuzfahrtschiff der Welt. Doch jetzt sind die MV Werften pleite.

          Kreuzfahrt-Tourismus : Traumschiffe in Not

          Klimakrise, Insolvenzen wie die der MV-Werften in Rostock und die Pandemie: War es das mit dem Kreuzfahrt-Boom? Die Branche steht vor existenzbedrohenden Herausforderungen.
          Russische Soldaten nehmen an Übungen auf dem Schießplatz Kadamowskii in Rostow am Don teil.

          Krise mit Russland : Nach der Ukraine ist Europa dran

          Putin will nicht nur die Ukraine. Er will Hegemonie über ganz Europa. Die EU muss deshalb über eine eigene Abschreckung reden. Frankreich hat die Debatte eröffnet.

          Novak Djokovics Ausweisung : Schluss mit dem Ego

          Nach dem Entzug des australischen Visums für den serbischen Tennis-Star bleibt zwar ein schaler Nachgeschmack, aber für den eigenen Schaden ist er, wohl auch entsetzlich schlecht beraten, selbst verantwortlich.