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Zwei Talente, ein Ziel (8) : Vor den Toren einer neuen Welt

Profifußball statt Schule

Bilal setzt alles auf eine Karte. Zum Ende der Saison fällt die Entscheidung, ob sich sein Traum, den er schon so viele Jahre lebt, tatsächlich bei der Hertha erfüllt. Zwei schwierige Jahre liegen hinter ihm. Bilal kam mit seinem letzten Trainer nicht klar und der Trainer nicht mit Bilal. Im Sommer übernahm Ante Covic die ,U19‘, sein früherer ,U-15‘-Trainer, unter dem Bilal damals in die Nationalmannschaft berufen wurde. Es war seine beste Zeit, und so empfand Bilal die Rückkehr zu seinem alten Trainer wie eine Befreiung. „Es geht wieder bergauf“, sagt er. „Ich habe einen Trainer, dem ich vertraue. Das habe ich gleich im ersten Moment gespürt. Ich fühle mich jetzt wieder viel freier auf dem Platz. Ich weiß zwar, dass ich nicht zu viele Dribblings machen soll. Aber jetzt darf ich wenigstens wieder dribbeln - und das ist mein Spiel.“

Bilal hängte sich rein, arbeitete an seinem Defensivverhalten und erkämpfte sich einen Stammplatz. Covic schickte ihn bald auch wieder ins Talente-Training von Hertha. Da war Bilal früher schon, aber eben nicht mehr in den vergangenen beiden Jahren. In dieser Spielzeit strukturierte die Hertha im laufenden Betrieb ihre Nachwuchsteams abermals um. Covic übernahm mitten in der Saison plötzlich die U23, die Regionalliga-Mannschaft. Und Bilal bekam wieder einen neuen Trainer, aber das war diesmal kein Problem mehr. „Ich kam mit Herrn Hartmann super zurecht, ich habe gespielt - alles perfekt“, sagt Bilal. Im neuen Jahr holte Covic ihn zur U23 hoch, nur eine Handvoll Spieler des Jahrgangs hat das geschafft. In der U23 spielt Bilal nun auch mit gestandenen Profis wie Alexander Baumjohann, der in der Nachwuchsmannschaft nach einer Verletzung wieder Spielpraxis erhalten soll, oder mit Peer Kluge und Maik Franz, die Trainer Jos Luhukay aus dem Profikader verbannt hatte. Der Hertha-Coach schaut auch immer wieder bei den Spielen vorbei.

So nahe an der Bundesliga wie nie

Am vorletzten Wochenende kehrte Bilal nach einer leichten Verletzung ins Team zurück, in der 70. Minute wurde er gegen Carl-Zeiss Jena beim Stand von 0:1 eingewechselt. In der 78. Minute wurde er im Strafraum gefoult, der Elfmeter führte zum Ausgleich. Kurz darauf landete seine Flanke an der Hand eines Jenaer Spielers - wieder Elfmeter. Das war eine Minute vor dem Abpfiff das 2:1 für Hertha. So nah wie in diesen Monaten ist Bilal der Bundesliga noch nie gekommen. Jetzt muss er, an der Schwelle zum Profifußball, auch seine Zitate für diesen Artikel beim Verein vorlegen. Das war in all den Jahren zuvor nicht nötig gewesen.

Mit großen Augen: Bilal & Fritz mit 13 Jahren als C-Jugendspieler bei Hertha BSC Berlin

Bilal hat eigentlich sein ganzes Leben bei Hertha verbracht, seit dem Jahr 2000 ist er im Klub. Da war er gerade vier Jahre alt. „So lange wie ich ist keiner aus der U23 bei Hertha“, sagt Bilal. „Das sind jetzt fast 14 Jahre - das ist schon Wahnsinn. Und es war immer mein Traum, bei Hertha Profi zu werden. Nur in den letzten zwei Jahren war der Traum nicht mehr so da für mich. Aber jetzt ist alles wieder ganz klar. Ich denke, dass ich es schaffen kann“, sagt er. „Und wenn ich es schaffe, war der ganze Weg richtig.“

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