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Israel : Der Fußball muss am Schabbat ruhen

Gut, dass die Champions League mittwochs spielt: In der heimischen Liga darf Maccabi Tel Aviv nicht mehr am Schabbat ran Bild: dpa

Der Streit um die Schabbat-Ruhe erreicht den Fußball: Ein Gericht verbietet der obersten israelischen Fußballliga Spiele am heiligen Ruhetag. Selbst der Staatspräsident protestiert gegen die Neuregelung.

          Dass der Mensch am Schabbat ruhen soll, steht schon in der Bibel. Von Samstag an wird nun auch auf den israelischen Fußballplätzen Ruhe einkehren. Nach dem Urteil eines Arbeitsgerichts in Tel Aviv hat der Israelische Fußballverband fürs Erste alle Samstagspiele abgesagt und eine Welle der Empörung ausgelöst, denn der Samstag ist in Israel – ähnlich wie in Deutschland – der wichtigste Fußballtag.

          Hans-Christian Rößler

          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          Sogar Staatspräsident Reuven Rivlin schaltete sich ein. Im frommen Jerusalem sei man am jüdischen Schabbat immer erst in die Synagoge und danach ins Stadion gegangen, sagte das Staatsoberhaupt. Das sei der „Status quo“, an den die Menschen gewöhnt seien und über den ein breiter Konsens herrsche. Schon vor der Gründung Israels vor mehr als 60 Jahren fanden die wichtigsten Spiele immer am arbeitsfreien Schabbat statt.

          Streit um Schabbat-Ruhe

          Doch mehrere hundert religiöse Spieler wollen sich nicht mehr damit abfinden, am jüdischen Ruhetag auf das Spielfeld zu müssen. Das Arbeitsgericht gab ihnen Recht: Ohne eine Ausnahmegenehmigung machten sich alle Vereine strafbar, die ihre Mannschaften am Samstag spielen lassen. Bisher wurde auf diese Erlaubnis keinen Wert gelegt, die der Wirtschaftsminister erteilen muss.

          Die Chancen dafür stehen jedoch schlecht, denn das Ressort führt Arye Deri von der sefardisch-religiösen Schas-Partei, die traditionell für die Einhaltung der jüdischen Gebote kämpft. Nun wollen der Israelische Fußballverband und die Sportministerin Miri Regev innerhalb der nächsten zwei Monate eine Lösung finden. Der Streit um die Schabbat-Ruhe war in diesem Sommer auch außerhalb der Stadien entbrannt. Im Zentrum von Jerusalem sollen die letzten Kioske schließen, die am Samstag geöffnet haben. Strenggläubige Politiker wollen zudem verhindern, dass die Stadt am Schabbat Fahrräder verleiht.

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