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DFB-Pokal bei den Bayern : Dortmund geht mutig auf die schwarze Piste

  • -Aktualisiert am

Thomas Tuchel spricht vor dem Pokalspiel gegen die Bayern als „eine der größten Hürde, die es gibt.“ Bild: AFP

Borussia Dortmund will dem FC Bayern im Halbfinale des DFB-Pokals anders entgegentreten als in der Liga. Trainer Thomas Tuchel hat sich dafür auch etwas Besonderes ausgedacht.

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          Es ist noch keine drei Wochen her, dass der FC Bayern den Fußballprofis von Borussia Dortmund in der Bundesliga eine Lektion erteilt hat. Beim 1:4 in München waren die Westfalen chancenlos. BVB-Trainer Thomas Tuchel hatte hinterher sogar gesagt, er habe mit nichts anderem als einer Niederlage gerechnet. An diesem Mittwochabend (20.45 Uhr / Live in der ARD, bei Sky und im DFB-Pokal-Ticker bei FAZ.NET) treten die Dortmunder abermals in München an – zum Halbfinale des nationalen Pokalwettbewerbs.

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          Aber diesmal klingt Tuchel ganz anders, viel zuversichtlicher, mutiger. Vor dem neuerlichen Duell spricht der Fußball-Lehrer zwar von „der größten Hürde, die es gibt“, aber auch davon, sie überwinden zu wollen, um danach beim DFB-Pokalfinale in Berlin den letzten Schritt zum ersten Dortmunder Titelgewinn unter seiner Regie zu machen. Dass die Borussen, die gerade den Vertrag mit Nuri Sahin bis 2019 verlängert haben, den Bayern in München so ambitioniert entgegentreten, liegt wohl nicht so sehr daran, dass das anstehende Spiel in einem anderen Wettbewerb stattfindet. Tuchel beruft sich darauf, dass manche Störfaktoren, die am 8. April noch eindeutig gegen den BVB gesprochen hatten, an Einfluss verloren hätten oder gar nicht mehr vorhanden seien.

          Einige Profis haben sich nach Verletzungen zurückgemeldet, andere hatten in jenem Ligaspiel zum ersten Mal erlebt, wie es ist, Wucht und Verve der Bayern in einem Auswärtsspiel standhalten zu müssen. Die halbe Mannschaft des BVB war ohne entsprechende Vorkenntnisse in der Allianz-Arena aufgelaufen.

          Und die unerfahrenen Dortmunder haben feststellen müssen, dass es einen großen Unterschied macht, ob man als Spieler dort leibhaftig auf dem Platz steht, den Druck und den Stress spürt, den die Bayern erzeugen, oder ob man nur die Bilder einer Video-Analyse auf sich wirken lässt. „Du kannst viel über Räume sprechen“, sagt Tuchel, „aber wenn du dann dort stehst, sieht es noch mal ganz anders aus.“ Er vergleicht die Herausforderung, bei den Bayern zu kicken, mit einer anspruchsvollen Abfahrt auf einer äußerst steilen Strecke.

          „Wenn du beim Skifahren schon mal eine schwarze Piste runtergefahren bist, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass du es beim nächsten Mal besser machst.“ Das traut Tuchel jungen Kräften wie Christian Pulisic, Ousmane Dembélé oder auch Raphael Guerreiro durchaus zu, die sich vor kurzem noch mächtig hatten beeindrucken lassen vom Schwung des FC Bayern. „Sie haben jetzt eine Vorstellung davon, was da auf sie zukommt.“ Vor achtzehn Tagen „schon mal dagewesen zu sein“, erhöhe auf jeden Fall die Chancen für das nächste Mal.

          Einer, der all das schon kennt, war in jenem Spiel nicht dabei. Aber Marco Reus ist zurück. Er kam, sah und traf – gegen Eintracht Frankfurt, in Monaco und zuletzt per Elfmeter in Mönchengladbach. Es sind aber nicht nur die Tore, die der Trainer aktuell besonders an ihm schätzt. Trotz seiner langen Verletzungspause vermittle Reus das Gefühl, „wahnsinnig an Persönlichkeit“ gewonnen zu haben.

          Reus sei bereit für ganz besondere Dinge. Mit Reus auf dem Rasen und den jüngsten Erfolgserlebnissen aus der Liga im Rücken – der BVB ist wieder Dritter – wirkt Tuchel voller Energie, vielleicht auch deshalb, weil die Mannschaft jüngst den Eindruck machte, den mittlerweile zwei Wochen zurückliegenden Sprengstoffanschlag besser verarbeiten zu können, als anzunehmen war. Der Trainer jedenfalls sieht nicht nur Reus gut gewappnet für die schwarze Piste in der Allianz-Arena. Tuchel sagt: „Wir sind bereit für ein großes Match und bereit für eine besondere Leistung.“

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