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1:2 gegen St. Petersburg : Dortmund zehrt vom Hinspielsieg

  • -Aktualisiert am

Ball im Tor: Sebastian Kehl hat zur Beruhigung der Dortmunder getroffen Bild: AFP

Die Europareise von Borussia Dortmund geht weiter: Der Vorjahresfinalist erreicht trotz einer Niederlage gegen Zenit St. Petersburg im Achtelfinal-Rückspiel die Runde der letzten Acht. Der Vorsprung aus dem Hinspiel reicht aus. Aber die Stimmung ist getrübt.

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          Niederlagen in der Bundesliga können Borussia Dortmund in der  Champions League nicht aufhalten. Dreimal nacheinander hatte der BVB zuletzt in  der europäischen Königsklasse gewonnen, und jedes Mal war ein verlorenes Meisterschaftsspiel vorausgegangen. Auch vor der Partie gegen Zenit  St. Petersburg waren die Dortmunder (gegen Mönchengladbach) leer ausgegangen, ein gutes Omen also?

          Ja und Nein. Diesmal unterlag der Revierklub den Russen  zwar 1:2, aber in Verbindung mit dem 4:2 aus dem Hinspiel genügte dem BVB diese  knappe Niederlage, um das nächste Etappenziel auf der internationalen Bühne zu  erreichen. Der Bundesliga-Zweite folgte dem FC Bayern München als zweite deutsche Mannschaft ins Viertelfinale, das an diesem Freitag ausgelost  wird.

          Lewandowski gesperrt

          Schwerer als die knappe Heimniederlage am Mittwochabend wiegt für  Dortmund ein anderer Umstand. Torjäger Robert Lewandowski, der dieses Mal nicht  so viel Gefahr ausstrahlte wie sonst, wird in der Runde der letzten acht im  Hinspiel wegen einer Gelbsperre fehlen. Nachdem Hulk St. Petersburg in Führung  geschossen hatte (16. Minute), kam das Dortmunder Spiel zwar ins Stocken, doch  der Ausgleichstreffer von Sebastian Kehl reichte den Borussen letztlich, um auf  die sichere Seite zu gelangen. Daran änderte auch der Treffer von Rondon (73.)  nichts mehr, der die Dortmunder ärgerte, ohne sie entscheidend zu treffen. Der Stimmung im Stadion schadete es freilich. „Wir haben sicher nicht unser bestes Spiel gemacht, aber wir haben
          das Viertelfinale der Champions League erreicht“, sagte Kehl im ZDF
          und bedauerte ein wenig die „bisschen trübe Stimmung“ im Stadion. Auch Kevin Großkreutz übte Kritik am Publikum. „Das stört mich, bei jedem Ballverlust dieses Gestöhne. Wir geben immer alles. Das ist nicht fair von den Fans auf den Sitzplätzen.“

          Der BVB steht nun zum zweiten Mal nacheinander im Viertelfinale. Im Hinspiel gegen die Russen hatten die Westfalen schon nach fünf Minuten mit zwei Toren die Grundlage für den Auswärtssieg geschaffen. Dieses Mal hätte es um  diese Zeit immerhin schon 1:0 stehen können. Als die Fäuste des gegnerischen  Torhüters ins Leere flogen, kam Pierre-Emerick Aubameyang zum Kopfball,  verfehlte aber knapp das Ziel.

          Sonntagsschuss am Königsklassen-Mittwoch: Hulk trifft früh zum 0:1

          Nach diesem vielversprechenden Auftakt mussten  die Dortmunder allerdings erste Rückschläge hinnehmen. Zunächst ging Zenit in  Führung. Hulk, der brasilianische Star der Mannschaft, setzte sich gegen  Sebastian Kehl durch holte zu einem Distanzschuss aus und schickte die Kugel  mit voller Wucht ins linke Eck - unhaltbar für Torwart Weidenfeller. Kurz darauf verpasste Robert Lewandowski erst mit dem Kopf den Ausgleich und machte sich dann mit der Hand eines Vergehens schuldig, das mit der für ihn zweiten Gelben Karte in dieser Champions-League-Saison und geahndet wurde.

          Kehls Beruhigungskopfball

          Der Schwung aus den Anfangsminuten war dahin, bei den Dortmundern schlichen sich Fehler ein, und Trainer Jürgen Klopp versuchte, von der Seitenlinie aus  Korrekturen anzubringen. Die Westfalen wirkten bei weitem nicht so souverän, wie es nach dem klaren Auswärtssieg aus dem Hinspiel viele erwartet  hätten. Dann lagen Wohl und Wehe nah beieinander. Binnen einer Minute lief der  BVB zunächst Gefahr, höher in Rückstand zu geraten - Schatow platzierte den  Ball aber knapp neben das Tor.

          Als sich mancher Sorgen um die Heimelf zu machen begann, lenkte Kapitän Kehl seine Mannschaft mit dem Ausgleich wieder in  ruhigeres Fahrwasser. Entschlossen, aber wohl nicht unhaltbar für den Torhüter  beförderte der Mittelfeldspieler, der beim Gegentor schlecht ausgesehen hatte,  den Ball mit dem Kopf ins Netz. Es war Kehls erster Treffer in der Champions  League überhaupt. Und ein ungeheuer wertvoller.

          Andächtig: Hulk sagt Danke für seine Schussgabe

          Das 1:1, das auch zur Pause Bestand hatte, ließ den BVB zwar nicht in hellem Glanz erstrahlen, genügte aber, um die das Fundament für das Weiterkommen  rechtzeitig zu stabilisieren. Zenit hätte im zweiten Durchgang noch drei Tore  schießen müssen, um eine Sensation zu schaffen. Doch das blieb eine Illusion -  auch gegen eine ersatzgeschwächte Dortmunder Mannschaft, die ein gutes Stück  von ihrer Bestform entfernt ist. Die Heimelf geriet zwar wieder ein wenig aus  dem Tritt, aber nicht mehr in ernsthafte Gefahr, das Viertelfinale doch noch zu  verpassen.

          Und noch ein Gegentor: Rondon trifft zum 1:2

          Zu überzeugen vermochte der BVB aber auch nach der Pause nicht  mehr. Das illustrierte nicht nur aber besonders deutlich der Siegtreffer für  St. Petersburg. Der Einwechselspieler Rondon ließ Verteidiger Hummels als  interessierten Beobachter stehen und traf mit dem einem Flugkopfball ins  Tor. Mehr Unheil richteten die Russen in der Schlussphase dieser mäßigen Partie jedoch nicht mehr an.

          Borussia Dortmund - Zenit St. Petersburg 1:2 (1:1)

          Borussia Dortmund: Weidenfeller - Piszczek, Sokratis, Hummels,
          Schmelzer (77. Durm) - Sahin, Kehl - Aubameyang (90.+1 Hofmann),
          Mchitarjan (69. Jojic), Großkreutz - Lewandowski
          Zenit St. Petersburg: Malafejew - Anjukow, Hubocan, Lombaerts
          (46. Neto), Criscito - Witsel, Faisulin (84. Smolnikow) - Hulk,
          Schatow, Danny - Kerschakow (63. Rondon)
          Zuschauer: 65 829 (ausverkauft)
          Tore: 0:1 Hulk (16.), 1:1 Kehl (38.), 1:2 Rondon (73.)
          Gelbe Karten: Jojic, Kehl, Lewandowski / Lombaerts

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