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Debatte um Fußballregeln : Vorentscheidung in London

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Dieses Tor gegen die deutsche Nationalelf bei der WM 2010 findet sich in keiner Statistik wieder Bild: Getty Images

Drin oder nicht drin? Die leidige Debatte um technische Hilfen im Fußball steht vor dem Abschluss. Die Zuständigen der Fifa beraten am Samstag aber nicht nur über die Torlinien-Technologie. Auch andere Regeln könnten sich bald ändern.

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          Die leidige Debatte um die Torlinien-Technologie steht vor dem Abschluss. Die „Regelhüter“ des Fußball-Weltverbandes Fifa treffen sich am Samstag im Südwesten Londons, um sich nach Auswertung der ersten Testphase auf eine Richtung zu einigen.

          Zudem entscheiden sie bei der 126. Jahreshauptversammlung des International Football Association Board (IFAB) über eine mögliche vierte Einwechselung in der Verlängerung und diskutieren eine Aufhebung des Verbots von Hijab-Schals (Schleier), das seit 2007 aus Sicherheitsgründen besteht.

          Auf Antrag der Task Force Football 2014 unter Vorsitz von Franz Beckenbauer soll auch das Problem der sogenannten Dreifach-Bestrafung angegangen werden. Ein Spieler, der eine offensichtliche Torgelegenheit im Strafraum vereitelt, wird bisher mit einem Elfmeter, einem Platzverweis und einer Spielsperre bestraft.

          Eine endgültige Entscheidung über die Zukunft der Torlinien-Technologie dürfte dann auf einer IFAB-Sondersitzung am 2. Juli fallen, teilte die Fifa mit. Am Samstag wollen die „Regelhüter“ im Anschluss an Testberichte über acht verschiedene Systeme beschließen, welche in der zweiten Testrunde zwischen März und Ende Juni zum Einsatz kommen.

          Großer Verfechter der Torkamera ist Fifa-Präsident Joseph Blatter
          Großer Verfechter der Torkamera ist Fifa-Präsident Joseph Blatter : Bild: dapd

          Großer Verfechter der Torkamera ist Fifa-Präsident Joseph Blatter. Uefa-Präsident Michel Platini sprach sich hingegen vor wenigen Tagen in der „Welt am Sonntag“ abermals dagegen aus.

          „Fußball ist der beliebteste Sport der Welt, weil er einfache Regeln hat, die überall funktionieren. Ich halte es für Unsinn, daran zu rütteln“, sagte der Franzose und machte sich für den Einsatz von zwei zusätzlichen Torrichtern stark. „Es ist doch immer besser, Menschen einzusetzen, (...) als komplizierte Technik zu installieren.“

          Uefa-Präsident Michel Platini spricht sich gegen diese technische Hilfe aus
          Uefa-Präsident Michel Platini spricht sich gegen diese technische Hilfe aus : Bild: dpa

          Am 2. Juli, dem Tag nach dem EM-Finale in Kiew, könnte alternativ dieses Fünf-Schiedsrichter-System eingeführt werden, das in Europa-League- und Champions-League-Spielen und bei der Euro bereits getestet wird.

          Die geplante Erhöhung der Einwechselmöglichkeiten von drei auf vier Spieler in der Verlängerung dürfte am Samstag verabschiedet werden. „Die Fifa Task Force Football 2014, das Medizinische Komitee und das Fußball-Komitee unterstützen des Vorschlag, um das technische Niveau bis zur 120. Minute zu erhalten und die Gesundheit der Spieler zu schützen“, teilte die Fifa mit.

          Der Chip im Ball ist eine andere Variante für mehr Genauigkeit in den Entscheidungen zu sorgen
          Der Chip im Ball ist eine andere Variante für mehr Genauigkeit in den Entscheidungen zu sorgen : Bild: dpa

          Auf der Tagesordnung steht auch ein Austausch über die Verwendung eines Sprays zur Markierung des 9,15-Meter-Abstands bei Freistößen. Es verschwindet nach einigen Sekunden wieder und kam bei der Copa America im vergangenen Jahr testweise zum Einsatz.

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