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Debatte um Ethikkommission : „Fatales“ Vorgehen des DFB

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Hans-Joachim Eckert war einst Vorsitzender der Ethikkommission des Internationalen Fußball-Verbandes Fifa. Bild: dpa

DFB-Interimspräsident Rainer Koch wehrt sich gegen Kritik an der Neubesetzung der Spitze der Ethikkommission. Hans-Joachim Eckert ist „nicht abgeneigt“, sich einer Aufgabe in dem Gremium zu stellen.

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          Rainer Koch, einer von zwei Interimspräsidenten des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), hat nach der so vielstimmigen wie einhelligen Kritik an der Neubesetzung der Spitze der DFB-Ethikkommission darauf verwiesen, dass es sich bei der Wahl im Präsidium um „einen völlig korrekten Vorgang“ gehandelt habe. „Das war eine absolut korrekte Wahl. Weder haben wir als DFB-Präsidium noch ich persönlich dafür gesorgt, dass über bestimmte Personen nicht abgestimmt werden soll“, sagte Koch, dessen Verhalten zumindest Gegenstand einer Untersuchung durch die Ethikkommission in ihrer vormaligen Besetzung unter der Führung des Rechtsanwalts Bernd Knobloch war.

          „Es war eine geheime Wahl des höchsten DFB-Gremiums“, sagte Koch der Deutschen Presse- Agentur, „in dem auch ein Rainer Koch nur eine Stimme von zwölf besitzt.“ Nach Informationen der F.A.Z. waren es nicht nur eine, sondern zwei Abstimmungen, die das Präsidium vornahm. Bevor Irina Kummert, die Präsidentin des Ethikverbandes der Deutschen Wirtschaft, mit sieben zu fünf Stimmen durch die zwölf Präsidiumsmitglieder zur neuen Vorsitzenden gewählt wurde, hatte sich das Gremium in einer Abstimmung vergewissern müssen, ob ein solches Votum überhaupt vorgenommen werden solle. Dabei stimmten acht Mitglieder dafür, vier dagegen.

          Kritik an der Rochade, die mit den Stimmen der Amateurvertreter durchgedrückt wurde und die zur Folge hatte, dass sich alle Mitglieder der Ethikkommission bis auf Kummert von ihrem Amt zurückzogen, kam unter anderem aus der Politik, von Sponsoren und von der Initiative „Fußball kann mehr“, die sich angesichts des Umgangs von Koch mit der früheren Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus an die Ethikkommission des DFB gewandt hatte. Steinhaus soll von Koch unter Druck gesetzt worden sein, sich an „Fußball kann mehr“ nicht zu beteiligen.

          Unterdessen sagte Hans-Joachim Eckert, der frühere Vorsitzende der Ethikkommission des Internationalen Fußball-Verbandes, er sei „nicht abgeneigt“, sich einer Aufgabe in der DFB-Ethikkommission zu stellen. Eckert, der 2017 durch FIFA-Präsident Infantino auf ähnliche Weise seines Amtes enthoben wurde wie nun Knobloch beim DFB, nannte die Vorgehensweise im DFB–Präsidium „fatal“.

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