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David Beckham : Die Stilikone des Fußballs hört auf

  • Aktualisiert am

Eine Stilikone des Fußballs hört auf: David Beckham beendet seine Karriere Bild: REUTERS

Wenige Tage nach seinem Lehrmeister Alex Ferguson kündigt auch David Beckham das Ende seiner Karriere an. Der englische Superstar hatte zuletzt mit Paris den französischen Titel gewonnen.

          Der „Spice Boy“ geht: Nach mehr als 20 Jahren setzt Fußball-Ikone David Beckham seiner Profilaufbahn nach Abschluss dieser Saison ein Ende. Nachdem er am Sonntag mit Paris Saint-Germain noch die französische Liga gewonnen und kräftig gejubelt hatte, gab der frühere englische Nationalmannschaftskapitän am Donnerstag seinen Entschluss bekannt. „Ich bin dankbar, dass PSG mir die Chance gegeben hat, aber nun fühle ich, dass die Zeit gekommen ist, meine Karriere zu beenden“, teilte der 38-Jährige mit.

          Paris-Clubboss Nasser Al-Khelaifi hatte zwar mehrfach betont, dass er den erst im Januar mit Beckham bis Saisonende geschlossenen Vertrag sehr gern verlängern wollte. Doch „Becks“ machte dem Mann aus Katar einen Strich durch die Rechnung. „Ich fühle mich, als würde ich in ein neues Abenteuer starten und ich freue mich wirklich auf das, was vor mir liegt“, sagte der Glamour-Kicker. Der Mittelfeldspieler bedankte sich bei all seinen Mitspielern und Trainern. Auch die Fans vergaß er nicht, die „mich immer unterstützt und mir die Kraft gegeben haben, um erfolgreich zu sein“.

          Erfolgreich war Beckham in der Tat. Der Mann, der 1992 im zarten Alter von 17 Jahren sein Erstliga-Debüt bei Manchester United feierte, avancierte in einer langen Karriere mit insgesamt 833 Pflichtspielen zum einzigen Engländer, der in vier verschiedenen Ländern Liga-Titel gewann: Sechsmal die Premier League mit ManUnited, die spanische La Liga 2007 mit Real Madrid, die nordamerikanische MLS 2011 und 2012 mit Los Angeles Galaxy und zuletzt die Ligue 1 in Frankreich. Im Trikot der englischen Nationalelf traf Beckham in 115 Spielen 17 Mal.

          Zu langsam geworden

          Der größte berufliche Erfolg des Gatten von Musik- und Modestar Victoria Adams war aber zweifellos der Gewinn der Champions League mit Manchester im Jahr 1999, als er mit den „Red Devils“ den FC Bayern München im dramatischen Finale in Barcelona mit zwei Last-Minute-Toren mit 2:1 in die Knie zwang. „Das Spiel zu spielen, das ich liebe, wird nichts jemals vollständig ersetzen können“, bekannte Beckham.

          Zuletzt konnte er in Paris aber nicht verbergen, dass die Jahre nicht spurlos an ihm vorübergegangen sind. Die französischen Medien hatten mehrfach kritisiert, dass der Frauenliebling zu langsam geworden sei. Dafür verkaufte PSG in Frankreich und Europa, vor allem aber in Asien so viele Trikots wie nie zuvor. In Zukunft dürfte Beckham, der vom Arbeiterkind zur Stilikone avancierte, dem Fußball verbunden bleiben. Die katarische PSG-Führung bot ihm einen Job als „Botschafter“ des Vereins und auch der WM 2022 im Emirat an.

          David Beckahms Rücktrittserklärung in Auszügen

          „Ich bin dankbar, dass PSG mir die Chance gegeben hat, aber nun fühle ich, dass die Zeit gekommen ist, meine Karriere zu beenden, meine Zeit als Spieler auf dem höchsten Level. Wenn man mir als kleiner Junge gesagt hätte, ich würde für meinen Jugendverein Manchester United spielen und Trophäen gewinnen, mein Land als Kapitän führen und mehr als 100 Mal für mein Land spielen und für einige der größten Clubs der Welt auflaufen, hätte ich gesagt, das sei reine Fantasie. Ich bin glücklich, diese Träume verwirklicht zu haben. (...) Das Spiel zu spielen, das ich liebe, wird nichts jemals vollständig ersetzen können. Trotzdem fühle ich mich, als würde ich in ein neues Abenteuer starten und ich freue mich wirklich auf das, was vor mir liegt. Ich hatte Glück, dass ich so viele Möglichkeiten während meiner Karriere hatte. Jetzt denke ich, dass es für mich Zeit ist, etwas zurückzugeben.“

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