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DFB-Pokal : Drei Joker-Tore retten Augsburg

  • Aktualisiert am

Elversberg wehrt sich tapfer gegen Augsburg, verliert aber in der Verlängerung. Bild: dpa

Drei Spiele, drei Favoritensiege: Zum Start des DFB-Pokals kommen Augsburg, Darmstadt und der FSV Frankfurt weiter. Vor allem aber der Europapokal-Teilnehmer aus Augsburg hat mehr Mühe als erwartet.

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          Darmstadt 98 hat die Pokal-Pflichtaufgabe beim Viertligaverein TuS Erndtebrück gelöst. Der Bundesliga-Aufsteiger kam am Freitagabend in der ersten Runde zu einem standesgemäßen 5:0 (2:0)-Sieg, präsentierte sich eine Woche vor dem Comeback im Oberhaus nach 33 Jahren gegen Hannover 96 allerdings noch nicht in Topform. Vor 7857 Zuschauern in Siegen schossen Dominik Stroh-Engel mit einem Doppelpack in der 10. und 66. Minute, Marco Sailer (9.), Marcel Heller (57.) und Konstantin Rausch die Südhessen in die zweite Runde des DFB-Pokals.

          Trainer Dirk Schuster hatte von seinem Team eine überzeugende Vorstellung gefordert und wurde zumindest teilweise nicht enttäuscht. Bereits nach zehn Minuten hatte der Favorit die Verhältnisse geklärt. Zunächst traf Sailer nach Vorarbeit von Heller mit einem schönen Seitfallzieher, nur 60 Sekunden später beförderte Stroh-Engel das Spielgerät ins Netz.

          Bei hochsommerlichen Temperaturen jenseits der 30 Grad nahmen die Südhessen in der Folge das Tempo etwas heraus, ohne die Kontrolle zu verlieren. Stroh-Engel (19.) bot sich die Chance zum 3:0, doch TuS-Torwart Timo Bäcker reagierte beim Schuss des „Lilien“-Stürmers prächtig.

          Der Regionalliga-Aufsteiger mühte sich redlich und brachte die Darmstädter Abwehr vor der Pause einige Male in Verlegenheit. Die beste Möglichkeit vergab Robin Schmidt, der aus knapp zehn Metern das Ziel verfehlte. Kurz nach Wiederbeginn wurde Schmidt im letzten Moment am erfolgreichen Abschluss gehindert.

          Erndtebrücks Marius Kröner (l) und Darmstadts Marco Sailer kämpfen um den Ball.

          Die Schuster-Schützlinge nahmen dies als Warnschuss und intensivierten ihre Offensivbemühungen. Dies wurde bald belohnt. Stroh-Engel lupfte den Ball nach einem Solo in die Mitte, wo Heller heransprintete und aus Nahdistanz vollendete. Stroh-Engel konnte wenig später selbst zum zweiten Mal jubeln, ehe Neuzugang Rausch mit einem herrlichen Volleyschuss unter die Latte den Schlusspunkt setzte.

          Trotz der Treffsicherheit seiner Offensivabteilung will der Aufsteiger im Angriff aber noch einmal nachrüsten. Nach übereinstimmenden Medienberichten steht der Verein vor der Verpflichtung von Sandro Wagner vom Ligarivalen Hertha BSC.

          Frankfurt zum sechsten Mal weiter

          Zweitligaverein FSV Frankfurt erreichte zum sechsten Mal in Serie die zweite Runde des DFB-Pokals. Beim Regionalligaklub BFC Dynamo setzte sich das Team von Trainer Tomas Oral am Freitag in Berlin mit 2:0 (2:0) durch.

          Das Spiel vor 6198 Zuschauern lief von Anbeginn für die Gäste, nachdem der Berliner Martin Zurawski schon in der zweiten Minute Timm Golley im Strafraum zu Fall brachte. Edmond Kapllani verwandelte den fälligen Foulelfmeter sicher (3.). Nachdem Kapllani weitere gute Chancen nicht verwerten konnte (15./34.), sorgte Zlatko Dedic noch vor der Pause für die Vorentscheidung, als BFC-Keeper Bernhard Hendl einen Freistoß von Denis Epstein nur abklatschen konnte und der Slowene den Abpraller versenkte.

          Dem zehnmaligen DDR-Meister gelang auch im vierten Anlauf im DFB-Pokal kein Torerfolg, so dass die insgeheim erhoffte Prämie für den erstmaligen Einzug in Runde zwei von 268 198 Euro ein Wunschdenken blieb. Die größte Chance des Außenseiters vergab Thiago Rockenbach da Silva, der einen an ihm selbst verwirkten Foulelfmeter an den Pfosten setzte (63.). Schon in der ersten Hälfte konnten Kevin Weidlich (18.), Christian Preiss (30.) und Djibril N’Diaye (45.) ihre Chancen nicht verwerten.

          Augsburg schrammt an Niederlage vorbei

          Drei Joker-Tore haben den FC Augsburg vor einem abermaligen frühen Scheitern im DFB-Pokal bewahrt. Die eingewechselten Raul Bobadilla (83. Minute), Sascha Mölders (101.) und Tobias Werner (109.) schossen den Bundesligaklub zum glücklichen 3:1 (1:1, 0:0) nach Verlängerung beim Südwest-Regionalligaverein SV Elversberg in die zweite Runde. Die tapferen und über weite Strecken gleichwertigen Saarländer waren nach 52 Minuten bei hochsommerlichen Temperaturen durch Kevin Maek (52.) in Führung gegangen. Nach einer Gelb-Roten Karte für Markus Obernoster (90.+3) musste Elversberg die Verlängerung in Unterzahl bestreiten - eine zu große Hypothek.

          Dem Regionalligaklub blieb damit die zweite Pokal-Überraschung verwehrt. 2010 hatte Elversberg Erstligist Hannover im Elfmeterschießen besiegt. Augsburg vermied hingegen eine wiederholte Pleite. In der Vorsaison scheiterte man in der ersten Runde am 1. FC Magdeburg.

          Augsburgs Coach Markus Weinzierl verzichtete auf Neuzugänge im Aufgebot. Der vom FC Chelsea umworbene Abdul Rahman Baba zählte wie angekündigt zur Startelf. Doch beim Europa-League-Teilnehmer lief noch nicht alles nach Wunsch. Die bayerischen Schwaben setzten auf lange Bälle, doch die Passgenauigkeit ließ zu wünschen übrig. Die besten Chancen gab es so nach Standards. Einen Freistoß von Markus Feulner köpfte Francisco Caiuby knapp neben den Kasten (12.). Alexander Esswein machte es nicht besser (28., 33.).

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          Die Saarländer versteckten sich nicht. Das Team von Trainer Michael Wiesinger, der 2000 mit dem FC Bayern den Pokal gewann, setzte auf Konter, die im Ansatz vielversprechend aussahen. Vor allem die schnellen Mijo Tunjic und Jan Nagel sorgten für Gefahr. Die defensive Ausrichtung der Elversberger, die unter Profibedingungen trainieren und zurück in die dritte Liga wollen, ging auf. Mit guten Zweikampfverhalten konnten immer wieder die Angriffe des Bundesligaklubs unterbunden werden.

          Das wenig durchdachte Spiel des Favoriten bestraften die Saarländer. Nach einem leichtfertigen Ballverlust von Spielmacher Daniel Baier köpfte der ausgerückte Innenverteidiger Maek zur nicht unverdienten Führung ein. Weinzierl reagierte, brachte Bobadilla ins Spiel. Der bullige Stürmer stand gleich im Mittelpunkt, als er den Ball auf Tim Matavz weiterleitete, doch sein Schuss verfehlte das SVE-Gehäuse (59.). Bobabilla selbst machte es sieben Minuten vor dem Ende besser und erzielte aus der Drehung den Ausgleich. In der Verlängerung sorgten dann die ebenfalls eingewechselten Mölders und Werner für die Entscheidung.

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