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Steueraffäre in Spanien : Ronaldo unter Betrugsverdacht

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Turbulente Zeiten für Cristiano Ronaldo. Bild: dpa

Haben Cristiano Ronaldo und seine Anwälte den spanischen Fiskus bei dessen Ermittlungen in der Steueraffäre bewusst getäuscht? Nun tauchen neue Dokumente auf.

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          Cristiano Ronaldo und seine Anwälte haben womöglich die spanischen Steuerbehörden betrogen. Das berichtet der „Spiegel“ in seiner aktuellen Ausgabe (Donnerstag). Demnach sei ein Vertrag zwischen dem portugiesischen Fußballspieler und der auf den British Virgin Islands registrierten Briefkastenfirma Tollin womöglich zurückdatiert worden, bevor er den ermittelnden Behörden offengelegt wurde. In dem Entwurf des Kontrakts, der dem Nachrichtenmagazin vorliegt, ist ein Vermerkt eines Beraters, wonach „ein Bankkonto“ eingetragen werden soll, „das 2008 existierte“. Zudem gäbe es ein Mailwechsel, der den Verdacht untermauert, dass der Vertrag zu einem anderen Zeitpunkt geschlossen wurde.

          Ronaldos Anwalt und seine Berater äußerten sich auf „Spiegel“-Anfrage nicht zu den Vorwürfen. Ein weiterer lautet, dass die Juristen die Öffentlichkeit mit einer Mitteilung zu den Ermittlungen gegen Ronaldo, gegen den in der vergangenen Woche eine Anklage wegen Steuerhinterziehung von 14,7 Millionen Euro erhoben wurde, getäuscht haben. Angeblich habe sich an Tollin und seiner Rolle seit 2014 nichts mehr geändert. Die vorliegenden Dokumente aber änderte sich das Konstrukt der Firmen auch danach noch einmal.

          Der des Steuerbetrugs verdächtige ehemalige Real-Madrid-Star Ángel Di María hat sich unterdessen mit den spanischen Behörden auf eine Zahlung von zwei Millionen Euro und eine einjährige Haftstrafe geeinigt. Der argentinische Nationalspieler, der derzeit bei Paris Saint-Germain unter Vertrag steht, müsse aber aller Voraussicht nach nicht ins Gefängnis, berichtete die Zeitung „El Confidencial“ am Mittwoch. In Spanien werden Strafen unter zwei Jahren für gewöhnlich auf Bewährung ausgesetzt.

          Steuerbetrug : Cristiano Ronaldo droht Haftstrafe

          Die Staatsanwaltschaft hatte Di María im November angezeigt und ihm vorgeworfen, zwischen 2012 und 2013 fast 1,3 Millionen Euro am spanischen Fiskus vorbeigeschleust zu haben. Der 29-Jährige stand von 2010 bis 2014 im Kader von Rekordmeister Real Madrid. Bei dem Steuerbetrug soll es um Gelder aus Bildrechten gehen. Die Finanzbehörden in Spanien greifen derzeit hart gegen mutmaßliche Steuersünder aus der Fußballwelt durch. Zuletzt waren Weltfußballer Ronaldo und der frühere Real-Coach José Mourinho angezeigt worden, weil sie Einnahmen aus Bildrechten nicht versteuert haben sollen. Bei Ronaldo geht es um 14,7 Millionen Euro. Bei Mourinho, der heute Manchester United trainiert, um 3,3 Millionen Euro.

          Mourinho hat nach Angaben seines Managements alle Steuerverpflichtungen in Spanien erfüllt. „José Mourinho, der von Juni 2010 bis Mai 2013 in Spanien gelebt hat, hat mehr als 26 Millionen Euro Steuern gezahlt mit einem Steuersatz von über 41 Prozent, und hat die Regularisierungsvorschläge der spanischen Steuerbehörden im Jahr 2015 akzeptiert, die sich auf die Jahre 2011 und 2012 bezogen“, teilte die Beratungsfirma Gestifute am Dienstagabend mit. Zudem habe Mourinho eine Abfindungsvereinbarung bezüglich 2013 geschlossen. Die spanische Regierung habe Mourinho in einem Zertifikat bestätigt, dass Mourinho seine Steuerpflichten erfüllt habe, so das Management des Portugiesen.

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